Warmes Menü bei jedem Wetter: Auch bei Schneetreiben sind Lisa Leitner und ihre Kollegen vom Essen-auf-Rädern-Dienst des BRK unterwegs.
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Warmes Menü bei jedem Wetter: Auch bei Schneetreiben sind Lisa Leitner und ihre Kollegen vom Essen-auf-Rädern-Dienst des BRK unterwegs.

Spendenaktion

Essen auf Rädern frei Haus: Sparkassenstiftung unterstützt BRK-Kreisverband mit 25 000 Euro

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Jeden Tag ein warmes Menü geliefert bekommen die Kunden des BRK-Dienstes Essen auf Rädern. Die Sparkasse hat nun 25.000 Euro gespendet, damit auch 50 hilfsbedürftige Menschen den Dienst nutzen können.

Landkreis – Jeden Tag ein warmes Menü an die Haustür geliefert bekommen die Kunden des BRK-Dienstes Essen auf Rädern. Ein wertvoller Service vor allem für Senioren oder Menschen mit Behinderung, denen das tägliche Kochen zu beschwerlich ist oder die aus gesundheitlichen Gründen dazu nicht mehr in der Lage sind. Doch es gibt auch Menschen, die sich das Lieferangebot schlicht nicht leisten könnten.

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Essen auf Rädern frei Haus: Sparkassenstiftung unterstützt BRK-Kreisverband mit 25 000 Euro

BRK-Kreisgeschäftsführer Robert Kießling denkt hier unter anderem an die Zielgruppe der Tafeln. Gerade in Zeiten des Coronavirus’ würden manche Stammkunden aus Sorge vor einer Ansteckung lieber zu Hause bleiben. „Die sind dann in einer echten Notlage“, sagt Kießling. Denn auch für eine Bestellung im Restaurant um die Ecke fehle oft das Geld.

Zumindest einigen Betroffenen kann das BRK nun helfen – dank einer großzügigen Spende der Stiftung der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee. Die sponsert 25 000 Euro, um 50 hilfsbedürftige Menschen im Landkreis Miesbach zwei Monate lang täglich mit einer warmen Mahlzeit zu beliefern. Durch die Ausgangsbeschränkungen und die Angst vor dem Virus entstehe gerade bei diesen Personen die Gefahr einer „unerkannten Unterversorgung“, sagt Sparkassen-Kommunalkundenbetreuer Luitpold Grabmeyer. „Zudem hoffen wir, mit dem kostenlosen Essen auf Rädern der Vereinsamung wenigstens etwas entgegenzuwirken.“

Bereits seit Mai 2020 legte die Stiftung unter dem Motto „Mia helfn zam für den Landkreis“ ihren Schwerpunkt auf die Pandemie und unterstützt seitdem etliche Vereine und Projekte in der Region. Mit dem BRK-Kreisverband habe man für das Essen-auf-Rädern-Projekt nun einen erfahrenen Partner gewinnen können, betont Grabmeyer.

Diese Erfahrung sagt BRK-Chef Kießling aber auch, dass es gar nicht so leicht ist, an die Bedürftigen heranzukommen. Aus Datenschutzgründen könne man die potenziell dafür in Frage kommenden Personen nicht einfach kontaktieren, sondern müsse hoffen, dass sich diese selbstständig melden. „Das ist aber für viele eine große Hürde“, weiß Kießling. Um sie überhaupt auf die Aktion aufmerksam zu machen, schaltet das BRK unter anderem Anzeigen in den Gemeindeblättern und lässt Flyer in Rathäusern und Sozialämtern auslegen. Die Seniorenbeauftragte des Landkreises, Christine Dietl, habe versprochen, ihre ehrenamtlichen Kollegen in den Gemeinden anzusprechen.

Auf eine bürokratisch-langwierige Bedürftigkeitsprüfung werde das BRK verzichten, versichert Kießling. Die örtlichen Ansprechpartner wüssten am besten, wer die Unterstützung wirklich notwendig habe. Auch beim Ausliefern hätten die Mitarbeiter ein Auge auf die Lebensverhältnisse. „Wir stellen das Essen ja nicht einfach vor der Haustür ab“, sagt Kießling. Je nach Resonanz werde man versuchen, die 50 zusätzlichen Empfänger in die drei bestehenden Touren zu integrieren. Wenn es notwendig sei, werde man aber auch noch ein weiteres Fahrzeug rausschicken.

Auch einen positiven Nebeneffekt erhofft sich der BRK-Chef: „Vielleicht werden durch die Aktion noch mehr Leute auf Essen auf Rädern aufmerksam.“ So wie im vergangenen Jahr, als die Leser der Heimatzeitung 69 000 Euro an den Hausnotruf des BRK gespendet hatten (wir berichteten).

Auch das Essen-auf-Rädern-Projekt soll eine Fortsetzung finden. Sollten Unternehmen aus der Region die Aktion unterstützen wollen, würden die Kreissparkasse und das BRK die Aktion gern verlängern. „Egal, ob tage- oder wochenweise: Unternehmen und Bürger können für die Aktion gerne hinzustiften“, sagt Grabmeyer. Zumal die Auswirkungen der Pandemie auch noch im Sommer und darüber hinaus zu spüren sein werden. „Nicht alle werden aus eigener Kraft wieder auf die Beine kommen können“, fürchtet der Kommunalkundenberater. „Deshalb ist uns jede Hilfe willkommen.“

Das Spendenkonto

der Stiftung der Kreissparkasse Miesbach-Tegernsee lautet DE14 7115 2570 0000 0159 33, Verwendungszweck „Corona“.

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