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Der Kreis Miesbach hat gewählt: Hier in Holzkirchen holten die Grünen ihren höchten Stimmenanteil und den größten Zuwachs. Für die CSU gab es in der Marktgemeinde das schwächste Resultat im Landkreis.

Europawahl-Nachlese

Otterfing verteilt die härteste Watschn

Die Wähler in Otterfing haben am härtesten ausgeteilt und Hausham ist immer für einen Superlativ gut. Ein paar Zahlen zur Europawahl im Kreis Miesbach

Landkreis– Hausham scheint ein spezielles Pflaster zu sein. Die frühere Bergwerks-Gemeinde ist und bleibt vergleichsweise eine SPD-Hochburg, aber auch die AfD und die Tierschutzpartei holten bei der Europawahl hier ihre besten Ergebnisse. Dies bei der geringsten Wahlbeteiligung im Landkreis (57,1 Prozent) und dem größten Anteil an ungültigen Stimmen (0,72 Prozent). Ein Blick auf die Zahlen vom Sonntag.

Die Hochburgen

Rottach-Egern ist für die CSU eine Bank. 58,0 Prozent in der Heimat des Bundestagsabgeordneten und Kreisvorsitzenden Alexander Radwan bedeuten hier das Spitzenresultat. Es folgen Kreuth (54,7 Prozent) und Irschenberg (52,0). Auch keine Überraschung: Die SPD holt in Hausham ihr (noch) bestes Ergebnis. Nur hier wurde es zweistellig (10,4 Prozent), deutlich weniger war es in Weyarn (8,7) und Holzkirchen (8,6). Zweistellig waren die Grünen überall, am besten schnitten sie in Holzkirchen (25,5 und Otterfing (22,6) ab. Für die Freien Wähler lief es in Fischbachau (9,0) am besten, für die FDP in Rottach-Egern (6,4). Die Linke ist in Miesbach (2,3) vergleichsweise stark, die ödp in Weyarn (4,8), die Bayernpartei in Irschenberg (3,0).

Die größten Verluste

Der große Wahlverlierer heißt auch im Kreis Miesbach SPD. Am heftigsten erwischte es die Genossen im Vergleich zur Europawahl 2014 in Otterfing. Um 10,4 Punkte auf 7,8 Prozent ging es bergab – die härteste Wahl-Watschn, die im Landkreis am Sonntag ausgeteilt wurde. Auch Kreuth und Bad Wiessee (je minus 8,8) zeigen der SPD die rote Karte. Die CSU musste nur in einer Gemeinde Federn lassen: in Bayrischzell (49,7 statt 50,6). Für die AfD ging es in Gmund (minus 4,1 auf 6,5) und Rottach-Egern (minus 3,9 auf 6,5) am steilsten bergab. Die FDP ließ vor allem in ihrer Hochburg Rottach-Egern Federn (minus 2,5), die Freien Wähler nirgends. Den Aufwärtstrend der ödp machten nur Fischbachau (minus 1,1, jetzt 3,8) und Schliersee (minus 0,2, jetzt 2,5) nicht mit – auch wenn in absoluten Zahlen mehr Menschen die Öko-Partei wählten. Der geringere Stimmenanteil erklärt sich mit der hohen Wahlbeteiligung. Bei der Bayernpartei war der Sturz in Warngau (minus 3,6 auf 2,5) am tiefsten, und Valley mag die Linke nicht mehr so sehr (minus 1,7, jetzt 1.3). Selbst die Grünen mussten Federn lassen – in Irschenberg (minus 1,4 auf 10,2).

Die größten Gewinne

Irschenberg hat nicht nur einen CSU-Bürgermeister gewählt, sondern den Schwarzen auch den größten Stimmengewinn beschert. Von 44,3 auf 52,0 Prozent, 7,7 Punkte. Am stärksten nach oben ging es für die Grünen in Holzkirchen (plus 6,6) und Bad Wiessee (plus 6,4 auf unterdurchschnittliche 16,4). Die AfD gewann einzig in Fischbachau hinzu (plus 0,5, jetzt 8,8). Nennenswerte Zuwächse verzeichnete die FDP nur in Bayrischzell (plus 1,7 auf 3,8), was das Gesamtergebnis aber nicht beeinflusst. Verdoppelt hat die ödp ihren Stimmenanteil in Weyarn – auf 4,8 Prozent.

Die größten Kleinen

Zusammen erreichten die sonstigen Parteien am Sonntag 6,3 Prozent. Weil es bei der Europawahl keine Fünf-Prozent-Hürde gibt, reichen in Deutschland bereits 0,7 Prozent der Stimmen, um ein Mandat zu bekommen. Im Landkreis landeten Vertreter der Tierschutzpartei (556 Stimmen, 1,2 Prozent), von Die Partei (651 und 1,4) und Volt (315 und 0,7) über dieser Marke. Vergleichsweise hoch war der Die Partei-Stimmenanteil in Valley (1,97 Prozent), Waakirchen (1,92) und Miesbach (1,68), Tierschutzfreunde fanden sich besonders viele in Hausham (1,73), Bad Wiessee (1,43) und Miesbach (1,37).

Ganz hinten

Absolutes Schlusslicht war am Sonntag die Marxistisch-Leninistische Partei. Von 47 737 Wählern (2014: 30 389), die gültige Stimmen abgaben, konnten sich ganze drei für die MLPD erwärmen – je einer aus Irschenberg, Otterfing und Waakirchen.

Die vollständigen Endergebnisse für den Landkreis finden sie hier.

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