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Bei Kirchen-Umbau: Bagger legt überraschenden Fund frei

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Von: Sebastian Grauvogl

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Zufrieden mit dem Fortschritt: Pfarrer Erwin Sergel auf der Baustelle der evangelischen Kirche in Miesbach.
Zufrieden mit dem Fortschritt: Pfarrer Erwin Sergel auf der Baustelle der evangelischen Kirche in Miesbach. © Thomas Plettenberg

Das neue Pfarramt ist schon fertig, die alte Sakristei abgerissen: Das Bauvorhaben der evangelischen Kirchengemeinde Miesbach macht große Fortschritte.

Miesbach – Schon im Rohbauzustand hat das evangelische Gemeindehaus in Miesbach gezeigt, was es nach der Fertigstellung im Sommer sein will: ein Ort der Gastfreundschaft und der Begegnung. So bot die (noch leere) Küche in den Weihnachtstagen ganz besonderen Herbergssuchenden eine Bleibe: der Heiligen Familie. „Wir haben heuer die Krippe dort aufgebaut“, erzählt Pfarrer Erwin Sergel. Damit habe das mitten in der Sanierung befindliche Gebäude schon jetzt ein Zeichen für Vielfalt gesetzt: „Es war eine Heimat für jedermann, von Hirten bis zu Königen“, sagt Sergel und lacht. Auch die Besucher der Krippe hätten das Haus mit Leben erfüllt.

Noch jedoch sind es vor allem die emsigen Bauarbeiter, die das Gelände der evangelischen Kirchengemeinde werktags bevölkern. Entsprechend große Fortschritte hat das mit rund 200 000 Euro vom EU-Förderprogramm Leader bezuschusste Projekt rund ums Thema Inklusion in den vergangenen Monaten gemacht. Bereits fertig und bezogen ist das neue Pfarramt mit Büros und einem großen Besprechungsraum im Innenhof hinter der Kirche. „Wir fühlen uns schon jetzt total wohl hier“, schwärmt Sergel.

Miesbach: Abriss der Sakristei förderte Überraschungen zu Tage

Historisch einmalig mutet derweil der Blick auf die nach dem Abriss der Sakristei nun frei stehende Apostelkirche an. Die Trennung der beiden Gebäude sei aufwendiger gewesen als erwartet, berichtet Sergel. Der Grund: die starke bauliche Verbindung. Und auch ein paar Überraschungen traten beim Abbruch zu Tage. Neben alten Lüftungsschächten legte der Bagger gar ein eingemauertes Paar Schuhe frei. Wem es gehört hat und warum es vor rund 100 Jahren in den Wänden verschwand, habe man bis jetzt nicht rekonstruieren können, meint der Pfarrer.

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Damit von den heutigen Utensilien nichts versehentlich eingemörtelt wird, hat das Team der Kirchengemeinde das Inventar der Sakristei zwischengelagert. Ob im Turm, auf der Empore oder in Schränken und Nischen: „Wir mussten kreativ und flexibel sein, weil fast jeder Raum außer der Kirche im Umbau ist“, sagt Sergel. Auch die Gottesdienstbesucher hätten das Provisorium zu spüren gekommen, weil zwischenzeitlich auch die Heizung außer Betrieb genommen musste. Mittlerweile sei es aber wieder schön warm im Kirchenschiff.

Miesbach: Veranstaltungen finden in Bauzeit andernorts statt - oder online

Die sonst zahlreichen Veranstaltungen im Gemeindehaus hingegen fanden andernorts eine (Zwischen)heimat. Ob von Trachtenverein, Schulen oder Feuerwehr: Überall habe man Unterstützung erfahren, erzählt Sergel sichtlich begeistert. Für ihn auch ein Zeichen, wie gut die Kirchengemeinde im gesellschaftlichen Leben in Miesbach und Umgebung verankert ist. Wo möglich und coronabedingt notwendig, weiche man ohnehin auf digitale Formate aus.

Einzig das Spendensammeln fällt ohne Veranstaltungen deutlich schwerer. Noch 306 000 Euro fehlen der Kirchengemeinde zur vollständigen Finanzierung der umfangreichen Maßnahme samt Coworking-Space für Ehrenamtliche, Kunstschaffende und sozial Engagierte sowie einem Inklusionscafé. Die für die Sommerferien geplante Eröffnung werde davon aber nicht berührt, versichert Sergel. Die Vorfreude darauf wachse mit jedem Tag. „Besonders in Zeiten der Pandemie ist es schön, eine solche Perspektive auf Gemeinschaft zu haben.“ Wie schon im Rohbau sollen die Türen des neuen Gemeindehauses auch im fertigen Zustand weit offen stehen.

sg

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