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Auch hier wird gewählt: Die Argulakirche in Hausham.

„Bei uns ist der Vorstand alles in einem“

Evangelische Kirchengemeinden wählen neuen Vorstand: Pfarrer Martin Voß im Interview

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Am Sonntag werden die Kirchenvorstände in den evangelischen Kirchengemeinden gewählt. Wiessees Pfarrer Martin Voß erklärt im Interview die Aufgaben. 

Landkreis – Alle sechs Jahre wählt die evangelische Kirche einen neuen Vorstand. Am Sonntag, 21. Oktober, ist es in ganz Bayern wieder so weit – rund zwei Millionen evangelische Christen geben ihre Stimme ab. Auch in den sechs Kirchengemeinden im Landkreis werden neue Vorstände gewählt. Welche Aufgaben sie zu bewältigen haben, wer wahlberechtigt ist und wer gewählt werden darf, erzählt Wiessees Pfarrer Martin Voß (56) im Interview.

Herr Voß, welche Aufgaben übernimmt der Kirchenvorstand in der evangelischen Gemeinde?

Martin Voß: Er leitet zusammen mit der Pfarrerin oder dem Pfarrer der Kirchengemeinde das gesamte Gemeindeleben. Das geht vom Einstellen des Personals im Kindergarten bis zum Führen der Finanzen. In einer katholischen Pfarrgemeinde gibt es zum Vergleich einen Pfarrgemeinderat und eine Verwaltung. Bei uns ist der Vorstand alles in einem – er beschließt den Haushalt, plant aber auch die Gottesdienste.

Welche Rolle spielen dabei die Pfarrer?

Martin Voß: Sie sind meist die Vorsitzenden des Kirchenvorstands, haben aber bei Abstimmungen auch nur eine Stimme. Der Vorsitz kann nach Kirchenrecht aber auch von einem ehrenamtlichen Mitglied übernommen werden. Da aber mit dem Vorsitz auch die Geschäftsführung in der Kirchengemeinde verbunden ist, kommt diese Möglichkeit in der Praxis kaum vor, sodass zu 99 Prozent der Pfarrer oder – bei mehreren Pfarrern – der Erste Pfarrer auch den Vorsitz im Kirchenvorstand hat.

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Martin Voß ist der evangelische Pfarrer in Bad Wiessee.

Aus wie vielen Mitgliedern besteht der Vorstand?

Martin Voß: In der Regel sind es zwischen sechs und 15 Mitglieder. Das kommt immer auf die Größe der jeweiligen Gemeinde an. Hinzu kommen die Pfarrerinnen und Pfarrer. Bei uns in Bad Wiessee sind es beispielsweise acht Personen. Die Kirchenvorstände kommen mindestens fünf bis sechs Mal im Jahr zusammen. Aber eigentlich sollten schon monatliche Sitzungen abgehalten werden.

Ist es schwierig, für das Amt Personen zu finden?

Martin Voß: Es ist schon eher so, dass man nach Kandidaten suchen muss. Zur Wahl sollte immer die doppelte Menge, aber höchstens die dreifache Anzahl an Kandidaten stehen. In vielen Gemeinden ist es schon schwierig, diese Anzahl tatsächlich auch zu finden.

Wer darf sich denn zur Wahl aufstellen lassen?

Martin Voß: Wählbar sind alle Kirchengemeindemitglieder ab 18 Jahren. Wählen dürfen dagegen alle konfirmierten Gemeindemitglieder ab 14 Jahren. Wenn sie nicht konfirmiert sind, ab 16 Jahren.

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Wie läuft die Wahl am Sonntag ab?

Martin Voß: Alle Wahlbeteiligten wurden in den vergangenen Wochen angeschrieben. Mittlerweile wird von der Briefwahl in vielen Kirchengemeinden rege Gebrauch gemacht. Aber natürlich stehen am Wahlsonntag auch Wahllokale in jeder Kirchengemeinde zur Verfügung. Mein Appell an die Wahlberechtigten lautet: Bitte alle Wahlunterlagen mitbringen!

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Die Öffnungszeiten der Wahllokale

Die Wahllokale sind am Sonntag, 21. Oktober, wie folgt geöffnet:

Kirchengemeinde Tegernsee-Rottach-Egern-Kreuth: Emmauskirche Kreuth: 9 bis 10.30 Uhr; Auferstehungskirche Rottach-Egern: 11 bis 14 Uhr; Gemeindesaal Tegernsee: 14.30 bis 17 Uhr. 

Kirchengemeinde Bad Wiessee: Gemeindezentrum, 10.30 bis 12 Uhr.

Kirchengemeinde Gmund: Gemeindehaus Gmund: 11.30 bis 17 Uhr; Gemeindehaus Schaftlach: 10 bis 12.30 Uhr. 

Kirchengemeinde Miesbach-Hausham: Argulakirche Hausham: 8.30 bis 11 Uhr; Apostelkirche Miesbach: 10 bis 13 Uhr. 

Kirchengemeinde Neuhaus: Gemeindehaus: 11.30 bis 14 Uhr.

Kirchengemeinde Holzkirchen: Segenskirche: 9.30 bis 11.30 Uhr; Zachäuskirche Sauerlach: 11.50 bis 15 Uhr

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