Experten-Umfrage: So gefährlich sind ältere Autofahrer
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Günther Berauer
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Helmut Hammerl, Fahrlehrer und einer von vier Befragten.
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Thomas Strassmüller
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Walter Sedlmayer

Das sagen Fahrlehrer, Arzt, Versicherung

Experten-Umfrage: So gefährlich sind ältere Autofahrer

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Ältere Autofahrer sind ein Risiko auf unseren Straßen. Wir haben verschiedene Experten gefragt, wie hoch sie das Gefährdungspotenzial einschätzen - und was noch kommt.

Vier Experten aus vier verschiedenen Bereichen standen uns Rede und Antwort zu diesem höchst sensiblen Thema. Die Meinungen sind geteilt. Dass ältere Autofahrer eine Gefahr auf der Straße sind, haben wir bereits mit Zahlen in unserer aktuellen Analyse belegt. Genauso gibt es auch positive Beispiele: Wie Josef Nürnberger (93) aus Miesbach, der sein Auto freiwillig verschenkt hat. Aber nun zu den Expertenmeinungen:

Thomas Strassmüller (44), Allgemeinarzt aus Gmund

„Obwohl ich grundsätzlich gegen vorschnelle Forderungen bin: Ich bin schon der Meinung, dass ein Handlungsbedarf gegeben ist. Am sinnvollsten wäre in meinen Augen ein standardisierter Gesundheitstest, den autofahrende Senioren kostengünstig in Anspruch nehmen können. Zunächst auf freiwilliger Basis und ohne die Angst, dass ihnen danach die Fahrerlaubnis entzogen wird. Vielmehr geht es darum, mit einer ärztlichen Empfehlung an das Verantwortungsbewusstsein der älteren Menschen zu appellieren. In Einzelfällen sprechen Ärzte wie Neurologen aber auch heute schon Fahrverbote aus.“

Günther Berauer (64), Versicherungsfachmann aus Hausham:

„Lange Zeit wurden Senioren von den Kfz-Versicherern mit hohen Rabatten belohnt. Der Schadensverlauf spricht aber eine andere Sprache. Vor allem die vielen von älteren Autofahrern verursachten Kleinunfälle gehen richtig ins Geld. Anders als früher wird dies nun branchenweit in die Tarife eingearbeitet. Dies ist zwingend notwendig, weil die Unternehmen auf eine für alle Versicherten gerechte Kalkulation der Beiträge achten müssen. Wir als DEVK bemühen uns aber, dass die Erhöhungen auch in Zukunft moderat ausfallen werden. Trotzdem kommt auf die Vermittler viel Erklärungsarbeit zu.“

Helmut Hamerl (75), Fahrlehrer aus Valley:

„Von einer verpflichtenden Fahrprüfung für Senioren halte ich nichts. Besser ist ein freiwilliger Test, wie ihn auch unsere Fahrschule Wührer in Miesbach anbietet. Im Grunde handelt es sich dabei um eine einstündige Rundfahrt mit Fahrlehrer auf dem Beifahrersitz. Ohne Stress können die älteren Autofahrer dabei herausfinden, ob ihre Reaktionsfähigkeit noch für den Verkehr ausreicht. Angst vor möglichen Konsequenzen muss dabei keiner haben. Wir geben lediglich eine Empfehlung ab. Auch ich selbst habe mir vorgenommen, dass ich aufhöre, wenn ich Fehler mache. Ich bin da nicht egoistisch.“

Walter Sedlmayer (72), AWO-Kreisvorsitzender aus Miesbach

„Man darf Alter nicht mit Unfähigkeit im Straßenverkehr gleichsetzen. Das Spektrum ist da viel zu groß. Entscheidend ist, wie die Senioren mit möglichen Beeinträchtigungen umgehen. Einerseits ist ein eigenes Auto ein Stück Lebensqualität, das man verständlicherweise nicht so ohne weiteres aufgeben möchte. Andererseits sollte man verantwortungsvoll mit den Ratschlägen seines Arztes umgehen. Eine verpflichtende Prüfung braucht es in meinen Augen nicht, das produziert nur wieder viel Verwaltungsaufwand.. Zudem gibt auch andere Risikogruppen am Steuer, zum Beispiel junge Männer.“

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