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Fab Lab berichtet über seine Arbeit

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Von: Stephen Hank

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Beliebt bei Schülern ist das mobile Fab Lab. Hier brennt Alexander Kutschera (vorne) die von Tegernseer Gymnasiasten erstellten Grafiken mit einem Lasercutter in Holzbretter.
Beliebt bei Schülern ist das mobile Fab Lab. Hier brennt Alexander Kutschera (vorne) die von Tegernseer Gymnasiasten erstellten Grafiken mit einem Lasercutter in Holzbretter. © Archiv tp

Landkreis – Wie lassen sich Kinder und Jugendliche für Naturwissenschaften begeistern? Am besten, indem man sie ganz praktisch an die Themen heranführt und tüfteln lässt. Seit rund zwei Jahren ist die Arbeit im sogenannten Fab Lab mobil in einem Bus möglich, seit knapp einem Jahr stationär in Gmund. Wie’s mit der naturwissenschaftlichen Bildung im Oberland weitergeht, war jetzt – noch ohne greifbares Ergebnis – Thema im Kreisausschuss.

Alexander Kutschera, der im August 2019 als staatlich geförderter Mint-Manager seine Arbeit im Landkreis aufgenommen hat, brachte die Kreisräte auf den aktuellen Stand. Ziel sei es auch weiterhin, den Nachwuchs für die Themenbereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, die zusammen das Kunstwort Mint bilden, zu begeistern und ihnen zu einer guten naturwissenschaftlichen Grundlage zu verhelfen. „Für uns als Wirtschaftsstandort ist es wichtig, dass wir beruflichen Nachwuchs bekommen, der in diesem Bereich gut gewappnet ist“, ergänzte Alexander Schmid, Geschäftsführer der Standortmarketing-Gesellschaft (SMG). Bedarf an gut ausgebildeten Arbeitskräften bekundeten auch die Firmen, die Kutschera und sein Team zu dem Thema befragt hatten. Eine weitere Erkenntnis der Umfrage, an der auch zehn Schulen teilgenommen hatten: Insbesondere an den Grund- und Mittelschulen besteht im Mint-Bereich großer Nachholbedarf.

Die Macher des Oberlab basteln deshalb eifrig daran, ihr Schulungsnetz auszubauen und auch in die Fortbildung von Lehrkräften einzusteigen. Bereits in Kindergärten soll künftig die „Little Tech Kiste“ zum Einsatz kommen, die den Kleinen spielerisch das Thema Naturwissenschaften näher bringt. Derzeit ruht die Mint-Offensive auf zwei Pfeilern. Da ist zum einen das mobile Fab Lab, das seit Dezember 2019 – also vorwiegend während der Corona-Pandemie – 118 Einsätze fuhr und 511 Schüler in 42 Klassen an sechs Schulen betreute. Zum anderen wurde im Oktober 2020 das Oberlab in Gmund eröffnet. Es ist eine offene Werkstatt für jedermann, in der man unter anderem mit 3D-Drucker und Laser-Cutter experimentieren kann. „Ende September endet die Finanzierung des mobilen Fab Labs durch die Hubertus-Altgelt-Stiftung“, berichtete Kutschera. Wie es mit dem Projekt weitergeht, ist derzeit noch offen.

Dass die Mint-Offensive nicht ins Stocken geraten soll, darüber waren sich die Kreisräte einig. Bereits seit 2016 bemüht sich der Direktor des Miesbacher Gymnasiums, Rainer Dlugosch, um die Einrichtung eines Schülerforschungszentrums in den Räumen des Alten Krankenhauses. Trotz Aufnahme des Landkreises in den Kreis der bayernweit elf Mint-Regionen ist das Projekt aus finanziellen Gründen immer noch nicht realisiert. „Eine Möglichkeit wäre, dass der Landkreis den Verein FabLab Oberland unterstützt, der sich dann um den Aufbau des Zentrums kümmert“, sagte Kutschera. „Immerhin ist das Fab Lab mittlerweile der größte Mint-Akteur im Oberland.“ Kutschera sprach hier von Kosten von rund 100 000 Euro im Jahr. Die Alternative wäre der Aufbau eines stationären Labors nach Vorbild der Stadt Regensburg. Hier lande man allerdings schnell bei Kosten von einer Million Euro.

„Ihr arbeitet sehr praxisorientiert und nah am Bedarf“, lobte Landrat Olaf von Löwis (CSU). Das Projekt müsse deshalb dringend weiterverfolgt und die Finanzsituation geklärt werden. Die Kreisräte äußerten sich ähnlich. Elisabeth Dasch (SPD) warnte aber davor, bei der Finanzierung vorzupreschen. Immerhin sei auch der Freistaat mit im Boot und sollte sich finanziell einbringen. Möglicherweise komme auch Unterstützung aus der heimischen Wirtschaft, merkte Josef Bierschneider (CSU) an: „Die naturwissenschaftliche Bildung der Kinder kommt ja auch den Firmen zugute.“

Ein greifbares Ergebnis gab es noch nicht. Nur so viel: Kutschera steigt Ende August als Mint-Manager aus und heuert als Geschäftsführer des Fab Lab Oberland an. Seine Nachfolge als Mint-Managerin übernimmt am September die Schlierseerin Lisa Gartenleitner.

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