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Ausprobieren und experimentieren: Mit der Ausstattung eines Fab-Labs – hier ein 3D-Drucker – sollen Schüler im Landkreis tüfteln können. Jetzt geht es um die Finanzierung. 

Kosten: Rund 110.000 Euro

SMG plant Hightech-Werkstatt im Anhänger - nur für Schüler

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3D-Drucker, Laser-Cutter und mehr: Miesbachs Wirtschafts-Förderer wollen ein „Fab Lab“ bauen. Das Ding soll von Schule zu Schule fahren und die Kids für die Berufe der Zukunft begeistern.

Miesbach/Landkreis – Das Problem ist nicht neu. Die sogenannten Mint-Bereiche – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik – brauchen mehr Nachwuchs, doch wagen sich zu wenige Kinder und Jugendliche an sie heran. Kennenlernen, Ausprobieren und spielerisches Lernen sollen die Neugier darauf vergrößern. Eine Möglichkeit, dies mit verhältnismäßig wenig finanziellem Aufwand zu unterstützen, hat die Standortmarketing-Gesellschaft (SMG) des Landkreises nun im Kreistag vorgestellt: eine mobile Jugendforschungswerkstatt, angelehnt an ein sogenanntes Fabrication-Laboratory, kurz Fab-Lab.

Wie SMG-Regionalmanagerin Ingrid Wildemann-Dominguez dem Gremium erklärte, soll das Fab-Lab die Schulen im Landkreis besuchen und bei jeder ein bis zwei Wochen Station machen. Ziel sei es, „Kinder auf die Welt von morgen“ vorzubereiten. Denn: „Mint-Fachkräfte werden in Zukunft gebraucht.“ Dies wolle man mit dem mobilen Fab-Lab fördern – durch Basteln, Spielen und Experimentieren.

In der Praxis könnte der Betrieb an Schulen so aussehen: Zuerst gibt es einen Schnupperkurs mit Einführung in Elektronik, Programmieren und 3D-Technik. Nachmittags folgt ein offener Betrieb, bei dem man machen kann, was man will: Roboter bauen oder Videos schneiden. Denn, so stellte die Regionalmanagerin fest: „Digitalisieren und Tüfteln sind spannend abseits vom Notendruck.“

Untergebracht werden soll das Fab-Lab in einem Anhänger oder „cool umgebauten“ Bauwagen. 45 000 Euro kostet die Ausstattung. Hinzu kommen rund 55 000 Euro pro Jahr für den Betrieb. Ein Teil dieses Geldes soll via EU-Leader-Zuschüsse, Stiftungen und Unternehmen finanziert werden. Später seien eine Stiftung oder ein Verein als Träger denkbar.

Um die Ausstattung soll sich Josef Paul kümmern. Der in Valley und Warngau aufgewachsene Software-Entwickler ist Mitbetreiber des Erfindergardens in München. Er erklärte, es sei bei Fab-Labs üblich, dass verschiedene Experten Workshops halten. SMG-Geschäftsführer Alexander Schmid machte sich für Paul aus Hauptverantwortlichem stark: „Er ist wahnsinnig qualifiziert und kann das leiten.“ Schmids Sohn habe bei einem Kurs von Paul mitgemacht und sei begeistert gewesen. Im Landkreis sei die Betreuung auch mit zwei oder drei weiteren Unterstützern aus dem Fab-Lab-Netzwerk denkbar.

Während Josef Bichler (CSU) als Berufsschulleiter das Projekt als förderlich für die Ausbildung im Handwerk lobte, gab es seitens der Grünen Bedenken: Karl Bär mahnte, dass es mit der Technik allein nicht getan sei – man müsse auch die Auswirkung der Technik auf die Bevölkerung beachten. Deshalb halte er die Begleitung durch einen Soziologen für geboten. Fraktionskollege Robert Wiechmann ging noch einen Schritt weiter: „Man muss den Kindern nicht das Spielen lernen. Ich halte nichts von diesem Herzüchten für die Erwachsenenwelt.“ Freiräume zum Spielen seien wichtiger. Generell sei das Projekt nur „in enger Kooperation“ mit den Schulen denkbar.

Paul Fertl (SPD) erinnerte zudem an ein ähnliches Projekt, das der Kreistag in diesem Jahr behandelt hatte: das Mint-Schülerforschungszentrum im Alten Krankenhaus in Miesbach (wir berichteten). „Ist das jetzt gestorben?“, wollte er wissen.

Gewissermaßen ja, was die Bewerbung um die bezuschusste Stelle des Mint-Managers angeht, erklärte Michael Pelzer (FW) in seiner Funktion als Koordinator der Bildungsregion Landkreis Miesbach. Was aus den dafür vorgesehenen Räumen wird, müsse die Stadt mit dem Leiter des Miesbacher Gymnasiums, Rainer Dlugosch, klären, der das Schülerforschungszentrum initiiert habe. „Unser Ziel ist es nun, die Mint-Fächer jungen Leuten mit dem Fab-Lab nahezubringen“, fasste Pelzer zusammen. „Wir haben die Situation neu überdacht. Mehr haben wir nicht im Kreuz.“

Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne) war von der Fab-Lab-Idee überzeugt. „Mir gefällt’s. Das passt zur SMG, die schaut, was bei uns auf dem Land möglich ist.“ Nun solle die Finanzierung geklärt werden.

ddy

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