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Falsche Retouren: So dreist bereicherte sich eine Modegeschäfts-Mitarbeiterin

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Um schnell an Geld zu kommen, hatte eine Mitarbeiterin eines Bekleidungsgeschäfts in Miesbach den falschen Weg gewählt. Jetzt wurde die 42-Jährige am Amtsgericht verurteilt.

Miesbach – Die Staatsanwaltschaft warf der 42-Jährigen aus Bruckmühl 50 Fälle von gewerbsmäßigem Computerbetrug vor: Im Zeitraum von März bis Juni soll die Frau, die damals als Verkäuferin in einem Miesbacher Bekleidungsgeschäft arbeitete, falsche Retouren ausgestellt und daraus entstehende Geldbeträge eingesteckt haben. Insgesamt handelte es sich um 2034 Euro. „Ich war damals verzweifelt, hatte Geldprobleme und habe das deshalb gemacht“, gestand die Angeklagte vor Gericht. Um den Vollzug einer Haftstrafe kam sie noch einmal herum.

Die 42-Jährige war stet nach demselben Schema vorgegangen: Sie suchte sich Kassenbons von Kunden heraus und druckte diese aus. Anschließend nahm sie einzelne Posten der Rechnung und verbuchte diese als Retoure über ein elektronisches Gerät. Das Geld zahlte sie dann an „fiktive Kunden“ aus, wie es Richter Walter Leitner nannte – tatsächlich steckte sie die Beträge in die eigene Tasche.

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„Auf Retourenscheinen müssen bei uns immer der Verkäufer, der Kunde und ein weiterer Mitarbeiter unterschreiben“, erklärte eine Revisionskraft des Geschäfts, die vor Gericht als Zeugin aussagte. Diese Hürde umging die Bruckmühlerin, indem sie einfach Unterschriften von Kunden und Kollegen fingierte. Die einzige echte Unterschrift war jeweils ihre eigene.

Amtsgericht Miesbach verurteilt 42-Jährige zu Haftstrafe auf Bewährung

Dass sie mit der Masche nicht ewig durchkommen würde, war der 42-Jährigen wohl selbst klar. „Ich wusste von der Videoüberwachung in den Geschäftsräumen“, sagte die Angeklagte aus. Auch der Umstand, dass in einer Filiale von einer Mitarbeiterin besonders viele Retouren ausgestellt wurden, lenkte den Verdacht schnell auf die kriminellen Machenschaften der Frau. Die logische Folge war die Kündigung des Arbeitsverhältnisses seitens des Bekleidungsgeschäfts.

Auch die Staatsanwältin erkannte bei der Bruckmühlerin eine „kriminelle Energie, da Sie den Vorgang manchmal sogar mehrmals pro Tag wiederholt haben“. Sie forderte eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung für die 42-Jährige – nebst der Schadensregulierung.

Richter Leitner verurteilte die Frau zu einem Jahr Haft, ausgesetzt zur Bewährung. Die noch offenen 1984 Euro aus ihren Machenschaften muss die Angeklagte an ihren ehemaligen Arbeitgeber zurückzahlen; 50 Euro wurden bereits einbehalten.

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„Sie haben sich dadurch eine nicht unerhebliche, wenn auch überschaubare Einnahmequelle verschafft“, sagte Leitner zu der 42-Jährigen. „Wenn es einmal klappt und keiner merkt es, dann fällt es leicht, so etwas zu wiederholen.“ Bei seinem Urteil waren dem Richter auch die Vorstrafen der Frau ein Dorn im Auge gewesen: Zwei von fünf stammten bereits aus Vermögensdelikten.

hph

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