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„Neue Form der Gemeinschaft“: Familien planen Mehrgenerationen-Wohnprojekt - Grundstück gesucht

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Von: Jonas Napiletzki

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Initiatoren des Projekts: Laurin Becker und Maximilian Rogers. Sie wollen mit ihrer Tochter (5) und ihrem Sohn (2) ins Mehrgenerationen-Haus ziehen.
Initiatoren des Projekts: Laurin Becker und Maximilian Rogers. Sie wollen mit ihrer Tochter (5) und ihrem Sohn (2) ins Mehrgenerationen-Haus ziehen. © Privat

Ihnen geht es nicht nur um die Wohnfläche, sondern vor allem um die Menschen, die sie nutzen: Fünf Familien und ein alleinstehender Mann wollen ein Mehrgenerationenhaus bauen.

Hausham/Miesbach – Maximilian Rogers und Laurin Becker leben mit ihrer fünfjährigen Tochter und ihrem zweijährigen Sohn zur Miete in Hausham. Eigentlich sind sie dort recht zufrieden. Aber: Für die junge Familie gibt es einen Haken. „Das, was wir alle vermissen, ist die Gemeinschaft“, sagt Rogers. Selbst in der Nachbarschaft kenne man sich kaum. Zu klein die Berührungspunkte im Alltag, zu groß die Zahl der Anwohner außenrum. Der Traum von einem Leben wie bei Astrid Lindgrens Kindern aus Bullerbü? Der gehe in Hausham bisher nicht so ganz auf.

Abhilfe schaffen soll nun das von Becker und Rogers initiierte Mehrgenerationen-Projekt „Zamm Dahoam“. 18 Menschen haben sich unter diesem Titel zusammengefunden, um ein Wohnprojekt zu verwirklichen, das bezahlbares Wohnen mit ökologischen und sozialen Herausforderungen ermöglichen soll. Anders formuliert: „Eine neue Form der Gemeinschaft leben, die sich dem gesellschaftlichen Wandel anpasst“, heißt es in einem Konzept-Papier, das die fünf Familien und ein alleinstehender Mann erarbeitet haben.

Wohnraum, Gemeinschaft und familiärer Anschluss gesucht

Ebenfalls Teil dieser Gruppe: Verena Scholz mit ihrem Mann Ingmar und ihren drei Kindern. Sie erklärt das Zusammenfinden der Truppe als „Miesbacher Phänomen“. Denn: „Hier läuft sich jeder mal über den Weg.“ In diesem Fall sei das auf einer solidarisch geteilten Landwirtschaftsfläche in Agatharied passiert. Alle fünf Familien bauen dort Gemüse an. So könne man schnell Netze bilden. Aber auch Scholz bestätigt: „Viele würden sich noch mehr Anschluss wünschen.“

In dem Wohnprojekt, für das die Familien derzeit auf Grundstücks- und Immobilien-Suche sind, sieht Scholz drei Herausforderungen. Da wäre zum einen das Problem, Wohnraum überhaupt zu finden, erklärt die Miesbacherin.

Das kann auch Rogers für Hausham bestätigen. Zwar hätte sich seine Familie aufs Einheimischen-Projekt am Huberspitz (wir berichteten) beworben. „Aber selbst mit einem vergünstigtem Grundstück würden wir Minimum 30 Jahre abzahlen und hätten dann immer noch nicht die Gemeinschaft, die wir uns wünschen.“

Als zweite Herausforderung nennt Scholz den ökologischen Aspekt. Dabei gehe es um flächensparendes Bauen, vielleicht auch um Carsharing oder geteilte Geräte. Drittens bliebe dann noch der familiäre Anschluss: „Man braucht die sozialen Netze.“

Baugrundstück oder Immobilie benötigt

Doch vor dem genossenschaftlichen Bau brauchen die 18 Menschen neben der formalen Gründung der Genossenschaft selbst erst noch ein Grundstück oder eine Immobilie. Diese Wohnanlage soll die Unterbringung von Familien mit Kindern, Alleinstehenden, kinderlosen Paaren und Senioren ermöglichen. Ausgewiesene Bereiche sollten gemeinsam genutzt werden und so den Gemeinschaftssinn stärken sowie Lebenshaltungskosten senken.

Gesucht wird von den Familien jetzt ein Baugrundstück zum Kauf oder zur Erbpacht im Oberland mit einer Fläche von mindestens 1000 Quadratmetern. Platz finden sollen darauf – oder in einer bestehenden Immobilie – nebst Multifunktionsräumen rund zehn Wohneinheiten zwischen 50 und 140 Quadratmetern. Der Mietpreis soll nach dem Plan der Gruppe bei zehn bis zwölf Euro pro Quadratmeter liegen – festgelegt durch die Genossenschaft.

Rogers, der als Projektingenieur für Energie- und Gebäudetechnik arbeitet, rechnet mit dem Einzug „frühestens in zwei Jahren“. Er freut sich auf den flexiblen Wohnraum – sofern bald ein Grundstück gefunden wird.

Angebote für die Familien können per Mail an zammdahoam@posteo.de oder unter Telefon 01 78 / 6 92 14 34 gemeldet werden.

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