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Goldene Momente überm Nebelmeer: In spätherbstlichem Glanz präsentierte sich das obere Sudelfeld in den vergangenen Tagen. Während das Tal im kühlen Grau verharrte, entfaltete oben die Sonne ihre Kraft.

Speicherteiche trotz Trockenheit voll

Fehlt nur noch die Kälte: Skigebiete an Tegernsee und Schliersee sind startbereit

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Noch schaukeln die Gondeln der Seilbahnen im warmen Föhnwind über braunen Wiesen. Doch die Skigebiete an Tegernsee und Schliersee sind startbereit. Aber wann kommt die Kälte?

Landkreis – Noch schaukeln die Gondeln der Seilbahnen im warmen Föhnwind über braunen Wiesen. Der eine oder andere Wanderer nutzt die schneefreien Berghänge rund um Spitzingsee und Sudelfeld für eine letzte Tour – und oft auch für eine Flucht aus dem Nebel im Tal. Die Skifahrer jedoch scharren bereits mit den Füßen – und auch die Betreiber der Liftanlagen. Sie können Schnee und Kälte kaum mehr erwarten. Und glaubt man den Wetterprognosen, könnte sich der Winter auch bald in den Landkreis schleichen.

Skigebiet Spitzingsee-Tegernsee: „Stehen in den Startlöchern“

„Wir stehen in den Startlöchern“, sagt Peter Lorenz, Geschäftsführer der Alpenbahnen Spitzingsee. Der Aufbau von Liften und Schneekanonen sei abgeschlossen, der TÜV habe seine Prüfung beendet. Seit 15. November dürfe man eigentlich Kunstschnee erzeugen, so Lorenz. Sobald die Temperaturen kalt genug seien, werde man loslegen. Drei Tage und Nächte dauert es, bis die Beschneiungsanlagen genug weißes Gold für die ersten Abfahrten auf die Pisten geblasen haben. Weil auch das Verteilen mit der Raupe noch ein paar Tage dauert, rechnet Lorenz mit einer Vorlaufzeit von einer Woche bis Saisonstart.

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Der ist, wie berichtet, für das erste Adventswochenende anvisiert. Sollte die Kälte also wirklich kommen, wäre es eine Punktlandung. Ein bisschen Schnee vom Himmel wünscht sich Lorenz aber schon. „Dann schaut es einfach schöner aus.“ Und vor der Kälte wäre Regen nicht schlecht. Zwar ist der Speicherteich trotz des trockenen Wetters der vergangenen Wochen voll. „Aber auf trockenen Boden beschneien ist nicht ideal“, erklärt Lorenz.

Oedberg in Ostin: Wasser reicht aus

Wasserprobleme gibt es auch am Oedberg in Ostin nicht, sagt Betreiber Georg Reisberger. Dank des neuen Gmunder Tiefbrunnens verfüge man nun über drei Zuläufe für die Beschneiung, erklärt Reisberger. Neben der früheren Ostiner Wasserversorgung zählt auch ein aufgestauter Bach dazu. In Letzterem sehe es aber durch die Trockenheit eher bescheiden aus, räumt Reisberger ein. Die für die Wasserentnahme aus den Zuläufen festgesetzte Obergrenze reiche aber für die Beschneiung aus.

Ansonsten steckt auch Reisberger mit seinem Team schon mitten in den Vorbereitungen. In nur vier Wochen ist die Sommerrodelbahn vom Hang verschwunden. Stattdessen bestimmen wieder Schneekanonen und Liftbügel das Bild. Wann die ersten Skifahrer den Oedberg hinunterwedeln können, vermag der Chef noch nicht zu sagen. „Wir müssen einfach aus dem Fenster schauen.“

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Sudelfeld: Saisonstart voraussichtlich 16. Dezember

Am Sudelfeld hat man vorsichtig geplant und den 16. Dezember als Eröffnungstermin auserkoren. „Wenn es geht, starten wir natürlich eher“, sagt Egid Stadler, Geschäftsführer der Bergbahnen Sudelfeld. Im Skigebiet selbst ist alles bereit, der TÜV nehme gerade die letzten Sesselbahnen ab. Parallel laufen kleinere Restarbeiten.

Geht es nach Stadler, dürfte sich die Sonne noch ein paar Tage rar machen. „Wir bräuchten vor der Kälte ein richtiges Dreckswetter“, sagt der Bergbahnenchef und lacht. Auf trockenen Boden zu beschneien habe wenig Sinn. „Dann wird der Schnee gleich vom Wind verblasen.“ Wasserknappheit gibt es auch am Sudelfeld nicht, betont Stadler. Der Speicherteich sei dank der starken Schneeschmelze im Frühjahr gut gefüllt. Ein paar Regentage hätten ihr Übriges getan. „Man muss einfach gut haushalten“, weiß Stadler. Das gilt auch für die Beschneiung: „Die Kunst ist es, den richtigen Moment zu erwischen.“

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