Faschingszug Miesbach
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Süßes für die Menge: Die „Bierwatch“-Blondinen der Oberhof Bulls werfen Guatl in die Zuschauer.
Faschingszug Miesbach
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Rasante Fahrt: Eine menschliche Achterbahn stellen die Miesbacher Schalkfrauen nach – Schräglage inklusive.
Faschingszug Miesbach
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Himmel: Über den Wolken schwebt die Engelsbesatzung dieses Wagens.
Faschingszug Miesbach
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Hölle: Finstere Gestalten tummeln sich beim THW Miesbach.
Faschingszug Miesbach
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Fegefeuer? Die Agatharieder Burschen heizen ihren Wurstkessel ein.
Faschingszug Miesbach
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Angrillen im Februar: Die Miesbacher Haberer haben sich auf ihrem Wagen ein ganzes Stüberl eingerichtet.
Faschingszug Miesbach
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Gute Stimmung herrschte auf den Wagen beim Miesbacher Faschingszug.
Faschingszug Miesbach
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Gute Stimmung herrschte auf den Wagen beim Miesbacher Faschingszug.

18 Wagen und Fußgruppen

Feiern? Aber sicher! So schön war der Miesbacher Faschingszug

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Ausgelassene Stimmung herrschte beim Miesbacher Faschingszug. Am Straßenrand, aber auch auf den Wagen. Trotz teils kreativer Aufbauten stand die Sicherheit an erster Stelle.

Miesbach – In der rollenden Faschings-Gruselburg des Technischen Hilfswerks hat alles seine Ordnung. Das Mischpult für Musikanlage und Diskobeleuchtung steckt unter einer Plattform aus gehobelten Holzbrettern, der Feuerlöscher hängt griffbereit an der Seitenwand. Ja sogar die Eimer mit dem süßen Wurfmaterial sind mit Dreifach-Kabelbindern am Geländer aus verschweißten, geschraubten und gesteckten Heizungsrohren befestigt. „Als Katastrophenschutzorganisation haben wir hier eine Vorbildfunktion“, sagt Schirrmeister Andi Scholl.

Nach längerer Pause ist der THW-Ortsverband Miesbach heuer wieder beim Faschingszug durch die Kreisstadt dabei. Seit Mitte November haben die als Teufel (T), Hexen (H) und Werwölfe (W) verkleideten Helfer einen nagelneuen Aufbau für ihren blauen Lkw gebaut. Das Motto: „Wenn, dann gscheit“, sagt Scholl. Und am wichtigsten: sicher. Für die Besatzung auf dem Wagen, aber auch für die Feierlustigen am Straßenrand.

Die drängten sich am Faschingsdienstag bei bestem Wetter in dichten Reihen an der Zugstrecke von der Waitzinger Wiese über den Stadt- bis hinunter zum Marktplatz, wo später noch bis in die Abendstunden bei Musik gefeiert und getanzt wurde. 18 Wagen und Fußgruppen hatten sich bei Organisator Max Kalup angemeldet, darunter etliche Fahrzeuge, die bereits am Sonntag in Hausham zu bewundern waren.

Quasi eine interkommunale Zusammenarbeit, die sich seit Einführung des Drei-Jahres-Turnus der Faschingsumzüge gut bewährt hat. Einmal bauen, zweimal fahren und feiern – das kommt gut an bei den Mitwirkenden. Zumal der Aufwand durch die Sicherheitsbestimmungen, die die Teilnehmer vor dem Zug bei Kalup unterzeichnen mussten, über die Jahre nicht geringer geworden ist.

Die Kreativität der Wagenbauer trübt dies keineswegs. So haben sich die Miesbacher Haberer um Ideengeber Michael Feldner ein ganzes Stüberl auf ihrem von der Firma Heid geliehenen Laster eingerichtet. Dank einer Lattenkonstruktion als Bodenplatte bleiben Getränkekisten und Bierbänke auch bei heftigem Schunkeln an Ort und Stelle. „Da rutscht nichts“, sagt Haberer Franz Mayer.

Das gilt auch für den Grill, auf dem die Haberer – allerdings nur vor Abfahrt des Zugs – Fleisch und Würstel brutzeln. Die Gasflasche ist mit Klebeband am Wagen befestigt. Ins Schaukeln gerät allenfalls die Lampe über dem Brotzeittisch. Ein Relikt aus der alten Habererhütte, wie Mayer stolz erklärt. Als Motto ihrer „Villa Kunterbunt“ haben die Haberer übrigens die Politikverdrossenheit auserkoren. Als Schicki-Micki-Männer im Pelzmantel und goldenen Frack wollen sie Merkel und Co. ablösen – und werfen als „Wahlwerbung“ Bestechungsgeld in Form von Schokomünzen in die Menge.

Beim Burschenverein Agatharied sucht man Wurfmaterial vergebens. Eine Folge des Konfetti-Verbots in Miesbach, scherzt Vorsitzender Thomas Bramböck. „Dann schmeißen wir lieber gar nichts.“ Die Bären, Hasen, Eichhörnchen und Bauarbeiter auf dem Wagen, der die Bauwut im Landkreis zum Thema hat, müssen hingegen nicht hungern. Im dampfenden Wurstkessel vor der Partyhütte mit Laptop und DJ-Technik schwimmen Wiener und Debrecziner. „Die hat’s zwar schon zerrissen, aber das schmeckt uns so“, sagt Bramböck und lacht. Beheizt wird der Riesentopf mit einem gemauerten Holzofen. Der Vorteil: Er steht stabil und wird außen nicht heiß.

Als standsicher erweisen sich auch die Miesbacher Schalkfrauen. Sie legen sich mit ihren Pappkostümen in Form eines Achterbahnsitzes als „MB Schoig Express“ teils abenteuerlich weit in die Kurven. Trotz ihrer schrillen (Angst)schreie sind auch sie sicher: Den Überrollbügeln aus Schaumstoff sei dank.

Für die Sicherheit der Bevölkerung garantiert das Technische Hilfswerk übrigens sogar beim Faschingszug. Sollte der Ernstfall eintreten, lasse sich der Aufbau binnen Minuten vom Lkw entfernen, versichert Scholl. Und schon können die Teufel, Hexen und Werwölfe zum Einsatz ausrücken.

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