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Kreisbäuerin Kathi Klaus bei ihrem letzten Landfrauentag, in dem sie das Zepter in der Hand hält.

Festtag der Bäuerinnen

Abschied von Kreisbäuerin Kathi Klaus beim Landfrauentag

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Kreisbäuerin Kathi Klaus und ihre Stellvertreterin Maria Dießl hören auf. Sie nutzten den Landfrauentag, um den Bäuerinnen zu danken. 

Landkreis – Kreisbäuerin Kathi Klaus (64) schluckt kurz und lächelt dann. Sie richtet den Blick auf den voll besetzten Saal im Gasthof Zur Post in Oberwarngau, wo heuer der Landfrauentag stattfindet. Klaus steht am Rednerpult, im dunkelgrünen Dirndl und mit weißer Perlenkette. Dann sagt sie mit belegter Stimme: „Das ist mein letzter Landfrauentag als Kreisbäuerin.“

Ein Festtag im Zeichen des Abschieds. Nächste Woche wählen die Bäuerinnen neu. Klaus lässt sich nicht mehr aufstellen, und mit ihr geht auch ihre Stellvertreterin Maria Dießl (56). „Es ist Zeit für eine neue Truppe“, sagt diese. 15 Jahre war die Landwirtin aus Otterfing an der Seite der Kreisbäuerin. Klaus selbst hatte zehn Jahre das Zepter in der Hand, davor 15 Jahre als Ortsbäuerin von Valley.

„Maria, ohne Dich wäre alles viel langweiliger gewesen“, sagt Klaus bei ihrer Rede. Ihre Augen schimmern ein wenig. Sie erinnert sich an ihr erstes Projekt als Kreisbäuerin: Es ging um Äpfel, durchgeführt haben es die Landfrauen an drei Grundschulen. Als Lohn für die Schüler backte Klaus jedes Mal einen Apfelkuchen. Das ist bezeichnend für sie. Es kommen immer zuerst die anderen. Auch jetzt, wo sie mehr Zeit haben wird, sollen diese Stunden ihrem Hof in Schmidham und ihrer Familie gehören. „Alles, was bis jetzt auf Sparflamme lief, mache ich wieder intensiver“, verrät sie am Rande der Veranstaltung.

Was wären auch die landwirtschaftlichen Betriebe ohne die Bäuerinnen. Bei seinem Grußwort lobt Landrat Wolfgang Rzehak die Kreativität und die Innovation der Landfrauen. „Dem müssen wir Männer uns beugen, wenn wir keinen Ärger haben wollen“, sagt er und erntet einige Lacher. Dass am Einfluss der Frauen auf den Höfen was dran ist, bestätigt Warngaus Bürgermeister Klaus Thurnhuber: „Der Finanzminister bei mir daheim ist meine Frau.“ Ihm ist es ein besonderes Anliegen zu betonen, wie wichtig es sei, die Höfe in die nächste Generation zu bringen. Dem schließt sich auch Stefan Gabler, der ehemalige Leiter des Grünen Zentrums in Holzkirchen, an. Auch für ihn ist der Landfrauentag ein Abschied, da er nach Weilheim gewechselt ist (wir berichteten).

Es wurden drei neue Meisterinnen geehrt. Stellvertretende Kreisbäuerin Maria Dießl (v.l.) gratulierte Annamarie Stadler, Anna Läßer und Barbara Eichner. Auch Wolfgang Rzehak und Stefan Gabler überbrachten Glückwünsche.

Gabler appelliert an die Landfrauen, das Bewusstsein derer zu schärfen, die nichts mit der Landwirtschaft am Hut haben. „Städter glauben, man bekommt einen Hof vererbt und muss nichts dafür machen“, sagt er. „Was da aber alles dran hängt, muss ich Ihnen ja nicht sagen.“ Die Landwirtschaft sei ein Juwel, sie zu erhalten schwierig. Gabler nimmt da die Kommunalpolitiker, die in großer Anzahl zum Landfrauentag gekommen sind, in die Verantwortung. „Das klappt nur, wenn alle zusammenhalten.“

Zusammengehalten haben auch Dießl und Klaus die vergangenen zehn Jahre. „Wir sind Freundinnen geworden und waren ein super Team“, sagt Dießl. Wie für Klaus auch ist es ein Abschied, der schwerfällt. „Die Bäuerinnen sind mir ans Herz gewachsen“, sagt Dießl. „Sie werden mir abgehen.“ Etwas Wehmut liegt in ihrem Blick, aber auch Vorfreude. Während Klaus die übrige Zeit in Hof und Familie stecken wird, will sie ihr Engagement in der CSU ausbauen. Gabler gibt den beiden Frauen und allen anderen im Festsaal etwas mit, das sie nie vergessen sollen: „Landwirt sein ist ein Privileg.“

nip

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