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Geehrte, beförderte und neue Mitglieder: (vorne v.l.) Vanessa Schallmoser, Thomas Berwanger, Peter Geßler, Felix Böhlke sowie (hinten v.l.) Kreisbrandrat Anton Rieblinger, Kommandant Walter Fraunhofer, Alex Einberger, Thomas Stumbeck, Christian Wieser, Vize-Kommandant Florian Dirscherl, Thomas Christ und Bürgermeisterin Ingrid Pongratz.

„Das werden wir kein zweites Mal erleben“

Miesbach - Ein Wohnmobil in der Schlierach, Marsmännchen auf dem Marktplatz und ein Damm am Gymnasium - die Kameraden der Miesbacher Wehr blickten nun auf ein ereignisreiches Jahr zurück. 2014 warten viele Einsätze auf die Feuerwehrler. Und sie brauchen zwei neue Fahrzeuge.

Der 28. Oktober 2013 wird der Freiwilligen Feuerwehr Miesbach noch lange in Erinnerung bleiben. An diesem Herbsttag verlor ein 80-jähriger Münchner die Kontrolle über sein Wohnmobil, durchbrach das Brückengeländer am Tölzer Berg und stürzte in die Schlierach. „So was werden wir kein zweites Mal erleben“, sagte Kommandant Walter Fraunhofer am Samstagabend auf der gut besuchten Dienstund Mitgliederversammlung im Feuerwehrgerätehaus.

Stundenlang waren die Einsatzkräfte damals am Unfallort beschäftigt. Sie hatten nicht nur mit dem kalten Wasser der Schlierach zu kämpfen, sondern auch mit der Unvernunft der Schaulustigen. Als der Rettungshelikopter am Bahnhofsplatz landete, zog Kreisbrandrat Anton Riblinger in letzter Sekunde einen Betrunken von den Rotorblättern weg. „Ich hab’ auch noch nicht erlebt, dass ein Betrunkener auf einen landenden Hubschrauber zutorkelt“, sagte er. Neben diesem spektakulären Einsatz hatten es die Kameraden 2013 hauptsächlich mit Verkehrsunfällen zu tun.

Neben diesem spektakulären Einsatz hatten es die Kameraden 2013 hauptsächlich mit Verkehrsunfällen zu tun. Weitestgehend verschont blieb die Kreisstadt hingegen vom Hochwasser im Juni, was auch an der guten Vorbereitung lag. „Wir haben schon am Samstag angefangen, Sandsäcke zu füllen“, erklärte Fraunhofer. Am Sonntag, 2. Juni, wurde im Landkreis Katastrophen-Alarm ausgelöst, 17 Mal rückten die Feuerwehrler aus. Am Sportgelände des Gymnasiums errichteten sie mit den Bauhof- Mitarbeitern einen Damm. Ab Montag halfen sie den Kollegen im Tegernseer Tal.

Insgesamt waren die Miesbacher 3146 Stunden bei 184 Vorfällen ehrenamtlich im Einsatz. Aus Altersgründen durften die Jugendfeuerwehrler noch nicht daran teilnehmen. Sie waren dafür umso engagierter bei den Übungen beteiligt, berichtete Jugendwart Thomas Stumbeck. Er freute sich 2013 über vier Neuzugänge. Da ein Jugendlicher während des Jahres wieder austrat, zählte die Jugendwehr Ende Dezember zehn Mitglieder, die 205 Stunden lang ausgebildet wurden.

Spaß hatten die Erwachsenen bei einer Chemieschutzund Dekontaminations-Übung. Nach der Lehrstunde spazierten sie mit den grünen und orangen Schutzanzügen und Gasmasken vor dem Gesicht wie Marsmännchen über den Marktplatz.

In diesem Jahr wartet auf die Kameraden viel Arbeit: das Jubiläumsjahr der Stadt und vor allem der Patronatstag. „Bei schönem Wetter kommen 5000 Gebirgsschützen und nochmal so viele Zuschauer“, kündigte Fraunhofer an. Freuen dürfen sich die Ehrenamtlichen auch auf eine neue Schlauchwaschanlage. Von den 55 000 Euro Gesamtkosten übernimmt die Regierung von Oberbayern 16 500 Euro, 5000 Euro zahlt der Feuerwehr-Verein.

Dringend benötigt werden zwei Einsatzfahrzeuge. „Unsere drei sind über 30 Jahre alt“, betonte Fraunhofer. „Wir wollen auf zwei umstellen.“ Ein neues Tragkraftspritzfahrzeug sowie ein kleineres Löschfahrzeug für den Einsatz in der eng bebauten Altstadt sollen angeschafft werden. Für den größeren Wagen soll noch heuer die Ausschreibung beginnen. Um der angespannten Haushaltssituation der Stadt gerecht zu werden, wird er erst 2015 bestellt und die Kosten werden auf zwei Haushaltsjahre aufgeteilt.

Julia Pawlovsky

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