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Stimmiges Ensemble: die Protagonisten des Mittelalterlichen Klosterfests bei ihrem Umzug im Jahr 2015. 

„Bei Regen kann ein Totalverlust alle Rücklagen zunichte machen“

Finanzielles Risiko: Museumsverein kippt Mittelalterfest

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Das sechste Mittelalterliche Klosterfest im August war zugleich das letzte seiner Art: Der Museumsverein Miesbach hat beschlossen, das Schauspiel nicht mehr zu veranstalten. 

Miesbach – Wenn die Ritter ihr Lager aufschlugen, strömte das Volk in Scharen auf die Miesbacher Klosterwiese. Vorausgesetzt, das Wetter war schön. „Nur dann stehen uns drei volle Tage zur Verfügung“, sagt der Vorsitzende des Museumsvereins Miesbach, Carl Langheiter. Doch bei den letzten beiden Auflagen des Mittelalterfests in der Kreisstadt war das nicht der Fall. Fiel 2016 der Freitag ins Wasser, war es heuer der Sonntag. Schade für die Besucher – ein Schaden für den Verein. Der hat nun die Konsequenzen gezogen. Bei einer Vorstandssitzung wurde mehrheitlich beschlossen, das Fest künftig nicht mehr zu veranstalten.

Im August 2012 kreuzten die Ritter erstmals die Schwerter hinter der Klostermauer an der Münchner Straße. Gaukler, Musikgruppen und Handwerker sorgten für ein buntes Lagerleben. Die ersten Feste seien dank vieler Sponsoren ertragreich gewesen, erklärt Langheiter. Als dies bekannt wurde, seien leider einige Förderer abgesprungen oder hätten ihre Unterstützung reduziert.

Gleichzeitig stiegen die Ausgaben für den Verein. Als Beispiel nennt Langheiter die WC-Häuschen. Die müsse man anliefern lassen, weil die Nutzung der Toiletten im Kloster nicht mehr erlaubt sei. Auch das Rote Kreuz müsse wegen der Sicherheitsauflagen permanent mit zwei Leuten und einem Rettungswagen vor Ort sein. All das koste Geld. „Da kommt eins zum anderen“, sagt Langheiter. Das finanzielle Risiko der Open-Air-Veranstaltung sei dadurch immer größer geworden. „Bei Regen kann ein Totalverlust alle Rücklagen zunichte machen“, erklärt der Vorsitzende.

Andererseits sei es aufgrund der steuerlichen Vorschriften auch nicht mehr möglich, in guten Jahren ein Polster aufzubauen. So werde ein gemeinnütziger Verein vom Finanzamt wie ein gewinnorientiertes Unternehmen behandelt. „Das ist ein Fehler im System“, kritisiert Langheiter. Auch deshalb hätten die Einnahmen für den Museumsverein zuletzt unter dem Strich gegen Null tendiert. Um nicht ins Minus zu rutschen, habe man sich nun entschieden, das Mittelalterfest nicht mehr zu veranstalten.

„Ich bedauere das für alle, die sehr viel Engagement reingesteckt haben“, sagt Langheiter. Die Veranstaltung sei letztlich auch das Fest der Miesbacher Mittelaltergruppe Waldecker gewesen. Für immer gestorben sein muss das Lagerleben deshalb aber nicht, betont Langheiter. Sollten die Waldecker, die allesamt auch Mitglieder im Museumsverein sind, etwas eigenes auf die Beine stellen wollen, werde man sich solidarisch zeigen.

Die Priorität des Vereins liege aber – wie schon der Name sagt – auf der Einrichtung eines Heimatmuseums im Klostergebäude. Langheiter: „Daran wollen wir uns beteiligen – finanziell und mit Manpower.“

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