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Die Firma Telair befindet sich offenbar kurz vor dem Verkauf.

Hersteller von Frachtladesystemen für Flugzeuge in Miesbach

Firma Telair kurz vor dem Verkauf

Miesbach - Die Firma Telair in Miesbach steht kurz vor dem Verkauf: Anfang Februar soll die Transaktion unter Dach und Dach sein.

Der Verkauf der Miesbacher Firma Telair ist offenbar auf die Zielgerade eingebogen. Die Nachrichtenagentur Reuters und die Börsen-Zeitung berichten übereinstimmend, dass die Transaktion Anfang Februar unter Dach und Fach sein soll. Der jetzige Eigentümer von Telair, der amerikanische Luftfahrtkonzern AAR, soll die Interessenten aufgefordert haben, ihre abschließenden Gebote abzugeben.

Interesse bekundet haben demzufolge die Beteiligungsgesellschaften Cinven und EQT. Dies hätten Finanzkreise bestätigt, berichtet die Börsen-Zeitung. Ob der von Reuters genannte Luftfahrt-Komponenten-Hersteller Transdigm mitbietet, ist derweil unklar.

Reuters will diesbezügliche Informationen haben und beruft sich auf zwei Quellen, die mit der Transaktion vertraut sind. Die Beteiligung des AAR-Konkurrenten Transdigm ist dahingehend von Bedeutung, als dass just dieses Unternehmen 2010 eine Telair-Sparte in Simi Valley (Kalifornien) kaufte – ein Deal, der mit einem nicht unerheblichen Verlust an Arbeitsplätzen einherging, wie berichtet wird. Nun ist die Rede davon, dass auch in der Miesbacher Belegschaft Bedenken bezüglich ihrer Jobs herrschen.

Telair-Geschäftsführer Axel Hauner sagt hierzu: „Telair hatte immer eine sehr geringe Personalfluktuation, und das wird eine der obersten Prämissen bleiben, egal in welche Richtung das Unternehmen irgendwann einmal gehen wird.“ Ansonsten ist von dem 67-Jährigen kaum eine brauchbare Aussage zu bekommen, was bei laufenden Verkaufsverhandlungen allerdings auch üblich ist. Auch die ins Spiel gebrachten Interessenten geben derzeit keine Auskunft.

Wie berichtet, hatte ARR das Miesbacher Unternehmen erst vor knapp vier Jahren gekauft, für damals 296 Millionen US-Dollar von Teleflex. Der jetzige Verkauf könnte ein Volumen von 700 bis 800 Millionen Dollar haben, so Reuters. Das wäre ungefähr das Zehnfache des operativen Gewinns, den Telair jährlich erzielt. Finanzkreise trauen dem Miesbacher Unternehmen sogar deutlich mehr zu.

Miesbachs Bürgermeisterin Ingrid Pongratz hofft derweil, dass „die Arbeitsplätze in Miesbach erhalten bleiben“. Gleiches gelte für den Telair-Firmensitz. Der Hersteller von Frachladesystemen für Flugzeuge – sowohl Boeing als auch Airbus – unterhält auch Standorte in Schweden und Singapur.

Daniel Krehl

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