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Firmen sollen gemeinsam Wege zum Energiesparen finden

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Von: Daniel Krehl

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Energiekosten
Für Firmen ist es beim Energiesparen nicht damit getan, die Heizkörper herunterzuregeln (Symbolfoto). © Symbolbild: Fernando Gutierrez-Juarez/dpa-Zentralbild/dpa

Die Klimaschutzmanagerin im Landkreis, Antonia Rüede-Passul, hat an Unternehmen appelliert, Energie zu sparen. Dabei könne man auch viel voneinander lernen.

Landkreis – Unter den gestiegenen Energiepreisen ächzen nicht nur Privatleute und Kommunen, sondern vor allem auch Unternehmen. Das Thema stand deshalb auch auf der Tagesordnung des IHK-Regionalausschusses Miesbach. Klimaschutzmanagerin Antonia Rüede-Passul sprach über „Handlungsoptionen für Unternehmen“ – wobei der Blickwinkel naturgemäß aus Richtung des Klimaschutzes kam, doch der ist ja untrennbar mit dem Thema Energieversorgung verwoben.

Den Stein der Weisen bekam das Gremium natürlich nicht auf den Tisch gelegt. Das Gebot der Stunde heißt vielmehr: Augen offen halten, sich informieren und vernetzen – und natürlich handeln. Dass dies Firmen-Chefs nicht von dritter Seite abgenommen wird, dürfte für die Wirtschaftsvertreter keine Überraschung gewesen sein.

Antonia Rüede-Passul Klimaschutzmanagerin
Klimaschutzmanagerin Antonia Rüede-Passul © Landratsamt

Handlungsbedarf bei Energieverbrauch und Co2-Emissionen

Rüede-Passul riss zunächst grob das Klimaschutzkonzept des Landkreises an und unterstrich: „Es gibt auf jeden Fall Handlungsbedarf beim Energieverbrauch und bei den CO2-Emissionen.“ Unternehmen, die hier aktiv werden wollen, empfahl sie zunächst das Erstellen einer CO2- und Energiebilanz nach dem Greenhouse Gas Protocol und am besten mit sogenannten Scopes. Bei diesen wird ermittelt, welche Emissionsquellen direkt mit der Unternehmenstätigkeit zu tun haben (Scope 1), zudem externe Quellen wie die Erzeugung von Strom, Wärme oder Kälte (Scope 2) sowie weitere indirekte Emissionen in den Lieferketten (Ein-/Verkauf, aber auch Entsorgung).

Schritt zwei, so Rüede-Passul, bestehe darin, Potenziale zu erkennen und zu handeln. „Mein Vorschlag: Man arbeitet nach dem Pareto-Prinzip, also wo kann ich mit 20 Prozent Aufwand 80 Prozent der Ergebnisse erreichen.“

Auf Plattform von guten Beispielen lernen

Die Ausschussvorsitzende Anja Frank verwies an dieser Stelle auf ein Klimaschutz-Netzwerk des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, bei dem schon 450 Unternehmen dabei sind. Details finden sich im Web unter www.klima-plattform.de. Dort gibt es unter anderem auch ein Tool (www.ecocockpit.de), mit dem Unternehmen eine Klimabilanz erstellen können. Zudem bestehe die Chance, von guten Beispielen zu lernen.

Auch Rüede-Passul riet: „Bevor Sie das Rad neu erfinden, lassen Sie sich von anderen Unternehmen inspirieren.“ Als Beispiel aus der Region nannte sie unter anderem die Firma Bergzeit in Otterfing. „Die produzieren Strom auf ihren eigenen Dächern und verkaufen ihn an die Mitarbeitenden.“ Andere Beispiele seien Oped in Valley (Beispiel Ladeinfrastruktur) und die Raiffeisenbank Holzkirchen-Otterfing, unter anderem Trägerin des Landkreis-Nachhaltigkeitspreises.

Zusammenschließen und Ziele zum Energieeinsparen vereinbaren

Also Augen zu allen Seiten hin offen halten. „Nutzen Sie die Angebote, die es gibt“, appellierte Rüede-Passul. So zum Beispiel die Bayerische Energieeffizienz-Netzwerk-Initiative für Unternehmen (www.been-i.de). Hier könnten sich Firmen zusammenschließen und Ziele zum Energieeinsparen vereinbaren. Rüede-Passul: „Es macht wirklich Spaß, gemeinsam zu tüfteln.“ Das wisse sie vom Energieeffizienz-Netzwerk für Kommunen im Oberland, dem auch das Landratsamt angehöre.

Ferner, so die Klimaschutzmanagerin weiter, gebe es jede Menge Vorträge zu dem Thema, zuletzt bei der Regionalentwicklung Oberland (Ex-SMG, www.regionalent wicklung-oberland.de), oft auch bei der Energiewende Oberland (www.energiewen de-oberland.de).

„Beim Geldbeutel ist sich jeder selbst der Nächste“

So makaber sich das anhören mag: Die Energiekrise dürfte die Bereitschaft, in Sachen Klimaschutz aktiv zu werden, erhöhen. „Die Erfahrung zeigt: Beim Geldbeutel ist sich jeder selbst der Nächste“, sagte Albert Götz, Geschäftsführer der Gemeindewerke Holzkirchen, in der Sitzung.

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