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Kinder bis zu sechs Jahre profitieren unter anderem von Kreativprojekten, die der Landkreis bezuschusst.

Förderprojekte beschlossen

Jugendhilfe setzt auf Prävention

Der Jugendhilfeausschuss setzt auf Prävention und unterstützt „frühe Hilfen und Kindergesundheit“ für Kinder bis sechs Jahre. Die konkreten Projekte wurden nun beschlossen.

Miesbach – Probleme verhindern statt sie später teuer zu therapieren – diesen präventiven Weg hat der Jugendhilfeausschuss 2017 bewusst eingeschlagen, als er für das laufende Jahr „Frühe Hilfen und Kindergesundheit für Kinder im Alter von null bis sechs Jahren“ als Schwerpunktthema gewählt hat. Drei Projekte wurden eingereicht, die nun auch umgesetzt werden.

Unterstützt wird nun der Kinderschutzbund (KSB) mit seiner Sprechstunde für Eltern von Babys mit Schrei-, Schlaf- und Fütterproblematiken. Der Kreisverband der Volkshochschulen (vhs) im Landkreis bietet Kurse zu den Themen „Kreativität-Fantasie-Musik“ und „Bewegung“ an. Dazu gehören auch Vorträge und Workshops für Eltern.

Als Dritter im Bunde beteiligt sich die Ehe-, Familien- und Lebensberatung der Erzdiözese München und Freising mit ihrem „kontinuierlichen, zeitlich nicht begrenzten psychologischen Beratungsangebot, das ratsuchende Erwachsene als Zielgruppe hat.

Inhaltlich boten die Projekte keinen Diskussionsstoff, dafür jedoch die Förderhöhe. Denn vor einem Jahr war beschlossen worden, maximal fünf Projekte mit insgesamt 25 000 Euro fördern zu wollen – versehen mit der Klausel, dass im Einzelfall auch eine höhere Förderung zugebilligt werden kann. Lediglich die Erzdiözese hatte sich an den ausgewiesenen Höchstbetrag von 5000 Euro gehalten, die beiden anderen lagen darüber: Die vhs beantragte 10 000 Euro, der KSB gar 10 896 Euro.

Da bei dreimal 5000 Euro Förderung 10 000 Euro ungenutzt bleiben würden, sprach sich Elisabeth Dasch (SPD) dafür aus, die Anteile von vhs und KSB antragsgemäß zu erhöhen. Harda von Poser (Grüne) unterstützte dies. Der Kinderschutzbund finanziere sich ausschließlich über seine Mitgliedsbeiträge, Spenden und Zuschüsse. Das Angebot koste 24 000 Euro pro Jahr, wobei Eltern 40 Euro pro Beratungsstunde bezahlen müssten. „Das Problem ist, dass Spenden eben nicht kalkulierbar sind“, stellte Poser fest. Dabei sei die Schreibaby-Sprechstunde die einzige Anlaufstelle dieser Art für Eltern in der Region. Probleme und Bedarf seien jedenfalls vorhanden.

Den Vorschlag von Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne), die gesparten 10 000 Euro auf das noch nicht festgelegte Schwerpunktthema 2019 draufzupacken, sah Poser kritisch, weil dann womöglich ein anderes Thema von diesem Geld profitiere. Dagegen hielt es Leonhard Obermüller (CSU) nicht für fair, die höheren Anträge durchzuwinken und eventuell den zu bestrafen, der sich von vornherein vielleicht an den Deckel gehalten hat. Dem widersprach Dasch: „Die mögliche Erhöhung war ja von Anfang an in Aussicht gestellt.“ Vielmehr schlug sie vor, vhs und KSB mit jeweils 10 000 Euro zu bedenken und so das Budget auszuschöpfen. Dem folgte der Ausschuss bis auf Obermüller einhellig.

Zudem hatte Dasch sich dafür ausgesprochen, dass das aktuelle Schwerpunktthema auch 2019 fortgesetzt werden soll. Als Alternative stand noch die Förderung von Scheidungs-, Trennungs- und Waisenkindern im Raum sowie Programme rund um Pubertät und Mediennutzung. Dem hielt Poser entgegen, dass das sensible Thema rund um Trennungen in die bewährten professionellen Hände gehöre, ohne neue Konkurrenzangebote zu schaffen, was Fachbereichsleiter Robert Wein unterstrich. Und das Thema Mediennutzung sei 2017 über die Suchtprävention abgedeckt worden, ergänzte seine Stellvertreterin Carolin Ruis. Deshalb beschloss der Ausschuss einstimmig, das aktuelle Schwerpunktthema auf 2019 auszudehnen. Zudem soll in der Mai-Sitzung über neue Themen diskutiert werden.

ddy

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