Kaum mehr Betrieb herrscht im Saal des Waitzinger Keller. Planbar sind für Kulturamtsleiterin Isabella und ihr Team gerade noch die Sitzungen des Stadtrats Miesbach und seiner Ausschüsse, die dort tagen.
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Kulturamtsleiterin Isabella hat für den Stadtrat ein Grundkonzept für einen Kulturfonds ausgearbeitet.

Debatte im Kulturausschuss

Förderung Miesbacher Künstler: Ein Fonds soll’s richten

Miesbach – Die Bereitschaft, lokale Künstler und Veranstalter zu unterstützen, ist da, aber das Wie bereitet der Stadt Miesbach doch noch einiges Kopfzerbrechen. Der Kultur- und Tourismusausschuss hat nun ein Grundkonzept zur Beratung an den Stadtrat verwiesen.

Von dort war auch der Auftrag gekommen, ein solches Papier zu erarbeiten. Im Juni hatte das Gremium einen Antrag der SPD-Fraktion, der die Förderung der Kultur vorsah, im Wortlaut zwar abgelehnt, in einem zweiten Schritt den Kulturausschuss aber damit beauftragt, in einer Sondersitzung ein Konzept auszuarbeiten. In dieser Sondersitzung lag nun ein Vorschlag des Kulturamts da. Letztlich sieht der die Einrichtung eines Kulturfonds vor. Gelder aus diesem können Vereine oder Institutionen beantragen, die eine Veranstaltung mit lokalen Künstlern oder Kulturschaffenden in Miesbach planen. Trotz solider Planung könnte ein Defizit drohen – was speziell bei Open-Air-Veranstaltungen vorkommt. Auch Corona-bedingte Regelungen wie eine Zuschauerbegrenzung bedeuten eine Unwägbarkeit. Daran soll ein Konzert, eine Theateraufführung oder ähnliches aber nicht schon im Vorfeld scheitern. Daher könnte die Stadt Unterstützung leisten, zur „Förderung einer vielfältigen Kulturszene“, wie es heißt.

Wichtige Fragen unbeantwortet: Wo kommt das Geld her und wie viel wird ausgeschüttet?

Ein fertiges Konzept bekommt der Stadtrat wohl noch nicht vorgelegt, wenn er das Thema bespricht. „Einpaar Detailfragen sind noch offen“, sagte Bürgermeister Gerhard Braunmiller (CSU). Unter anderem fehlt die Antwort auf die wichtigsten Fragen: Wie viel Geld soll der Fonds jährlich ausschütten, und wo soll es eigentlich herkommen? Der Stadtrat werde sich angesichts der angespannten Haushaltslage sicher nicht leichttun, einfach so Mittel für freiwillige Leistungen bereitzustellen, gab etwa Verena Schlier (CSU) zu bedenken. Ihr Fraktionskollege Franz Mayer listete auf, was er nicht möchte. Etwa, dass Ausstattungsgegenstände bezahlt, gewinnträchtige Events gefördert oder durch die Aussicht auf städtisches Geld Veranstaltungen „unnötig aufgeblasen“ werden.

Vorlage kam aus Gmund

Für ihre Vorlage hatte sich Kulturamts-Chefin Isabella Krobisch in Gmund erkundigt. Dort werden in einen Kulturfonds heuer und nächstes Jahr 12 000 Euro eingestellt (wir berichteten). Der Höchstbetrag für eine einzelne Ausschüttung liegt dort bei 1000 Euro.

Kämmerer warnt: An der Gebührensatzung für Waitzinger Keller nicht rütteln

Bei der Stadtratssitzung im Juni war es auch um die Möglichkeit für Musiker und Künstler gegangen, eine kostengünstige Bühne zu bekommen – namentlich auch im Waitzinger Keller. Daran erinnerte im Ausschuss Aline Brunner (FWG). Mayer und Kämmerer Josef Schäffler warnten aber, die Gebührensatzung für das Kulturhaus aufzubohren. „Da kommen wir in Teufels Küche“, sagte Schäffler. Die Stadt müsse genau hinsehen, was sie wie fördere, um nicht mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten. In diesem Zusammenhang wünschte sich Florian Hupfauer (FDP) eine Aufstellung der Ausgaben, die das Stadtsäckel schon jetzt für Kultur habe. Gefördert werden bekanntlich unter anderem das Freie Landestheater Bayern oder auch die Musikschule. Der Bürgermeister erinnerte noch daran, dass mit dem Kellerbrettl und im Kulturhaus Zur Goldenen Parkbank bereits günstige Auftrittsmöglichkeiten bestehen.

Neben der Finanzierung eines Kulturfonds – hier könnte sich Braunmiller auch Sponsoren und Mäzene vorstellen – gibt es noch einiges an Feinarbeit zu erledigen.

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