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Bekommt ein Blockheizkraftwerk: Das Heilpädagogische Förderzentrum in Hausham wird künftig mit Erdgas mit Energie versorgt. Eine vorgeschlagene Biomasse-Variante ist dem Landkreis zu teuer.

Förderzentrum Hausham

Lieber Kosten als CO2 sparen

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Hausham/Landkreis - Der Erweiterungsbau des Förderzentrums in Hausham wird in Holzbauweise errichtet. Die Mehrkosten betragen lediglich 25.000 Euro. Die Wärmeversorgung wiederum erfolgt über ein gasbetriebenes Blockheizkraftwerk. Die Biomasse-Variante ist finanziell nicht darstellbar.

Die Kreisräte zeigten sich angetan. Wie vor einigen Wochen bereits im Haushamer Gemeinderat (wir berichteten), stellte die Münchner Architektin Ellen Dettinger im Kreisausschuss ihre Planungen für die Generalsanierung und Erweiterung des Sonderpädagogischen Förderzentrums in Hausham vor. Man stehe in engem Austausch mit der Schule, um deren Wünsche und Anforderungen zu berücksichtigen, versicherte sie. „Im Gegensatz zu Regelschulen gibt es von der Regierung kein vorgefertigtes Raumprogramm“, erläuterte Andreas Geipel, Architekt des Landratsamts. „Bei Förderschulen ist es variabel und muss mit dem jeweiligen Träger festgezurrt werden.“

Dem Vorschlag von Verwaltung und Planern, den Erweiterungsbau in Holzbauweise zu errichten, stimmten die Kreisräte einhellig zu. Die Mehrkosten betragen lediglich 25 000 Euro – mit Blick auf die Gesamtinvestitionssumme von rund 14 Millionen Euro ein vergleichsweise geringer Posten. „Ich bin froh, dass der Baustoff Holz bei den qualifizierten Planern angekommen ist“, sagte Warngaus Bürgermeister und stellvertretender Landrat Klaus Thurnhuber (FWG). Und Robert Wiechmann (Grüne) hegte in diesem Zusammenhang die Hoffnung, dass auch hiesige Waldbauern und Handwerker direkt oder indirekt profitieren.

Für deutlich mehr Diskussionsbedarf sorgte die Frage, wie der Komplex künftig mit Wärme versorgt wird. Das Miesbacher Ingenieurbüro EST hatte dazu ein Gutachten erstellt, das Geschäftsführer Michael Brünner dem Gremium vorstellte. Das Ergebnis nahm Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne) vorweg: „Auch wenn es mich schmerzt: Eine Biomasseversorgung ist bei diesem Projekt wirtschaftlich schwer darstellbar.“

Brünner hatte insgesamt fünf Varianten geprüft – von der ganz großen mit einer Versorgung von Förderzentrum, gemeindlichen Einrichtungen und sogar der kompletten Nagelbachsiedlung mit Wärme und Strom aus Biomasse bis hin zum erdgasbetriebenen Blockheizkraftwerk (BHKW) nur für die Schule. Brünner sprach von einem „dramatischen Preisrutsch bei den fossilen Energieträgern“, der zur Folge hat, dass die Erdgasversorgung des Förderzentrums mit 187 Tonnen CO2 pro Jahr zwar die ökologisch schlechteste, von den Investitions- und Betriebskosten her jedoch die günstigste Variante ist.

198 000 Euro würde die Errichtung des BHKW bei jährlichen Wärmekosten von 54 522 Euro kosten. Zum Vergleich: Fürs Biomasseheizwerk – hier liegt die CO2-Belastung bei 58 Tonnen – müsste der Landkreis 660 000 Euro bezahlen, die jährlichen Wärmekosten liegen bei rund 93 000 Euro. Auch eine Versorgung des Blockheizkraftwerks mit Bioerdgas (CO2-Belastung 31 Tonnen) ist derzeit finanziell nicht darstellbar. Hier liegen die jährlichen Mehrkosten im Vergleich zu herkömmlichem Erdgas bei rund 42 000 Euro.

Angesichts des angespannten Haushalts befürworteten die Kreisräte die günstigste Variante. Da die Lebensdauer solcher Anlagen relativ überschaubar ist, müsse man in zwölf bis 15 Jahren vielleicht ohnehin neu überlegen. Bis dahin sei bei entsprechender Preissituation vielleicht sogar ein Umstieg auf Bioerdgas möglich. „Der Zeitraum ist“, sagte CSU-Fraktionssprecher Josef Bierschneider, „einigermaßen überschaubar.“

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