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Bereit zum Abtransport: Ein Radlader kippt den Schnee auf dem Miesbacher Marktplatz in den Lkw.

Ohne sie wären die Straßen nicht mehr befahrbar

Fräse, Radlader, Lkw: So kämpfen die Bauhöfe gegen die Schneemassen

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Überall im Landkreis türmen sich Berge an Schnee. Wir haben uns umgehört, wie die Bauhöfe der Gemeinden damit umgehen und wo es aktuell am meisten zwickt.

Landkreis – In Dauerschleife karren große Lkw den Schnee aus der Miesbacher Innenstadt. Traktoren mit Fräsen und Tieflader schleudern und kippen die weiße Pracht unermüdlich auf die riesigen Ladeflächen. Und die sind im Nu wieder voll. Acht Laster hat der Bauhof bei Tiefbaufirmen für den Abtransport des Schnees gebucht. Einige wurden sogar extra aus dem Winterschlaf geweckt, berichtet Bauhofleiter Jürgen Fischer. „Die Unternehmen haben sie noch auf die Schnelle bei der Zulassungsstelle angemeldet.“

Seit Beginn des heftigen Schneefalls am vergangenen Wochenende werkeln die 22 Bauhofmitarbeiter im Schichtdienst von 3 nach 22 Uhr daran, zumindest die wichtigsten Verkehrsachsen in der Kreisstadt befahrbar zu halten. „Wir versuchen, eine Linie ins Chaos zu bringen“, erklärt Fischer. Im Fünf-Minuten-Takt klingle das Telefon. Die meisten Bürger hätten aber Verständnis, dass die größeren Straßen Priorität haben. Und selbst da werde es bisweilen eng. „Wir haben schon zu tun, wenigstens die Wege für unsere Lkw freizuhalten“, sagt der Bauhofleiter. Vor allem, weil sich manche Autofahrer sehr rücksichtslos verhalten würden und dem Winterdienst so die Arbeit erschweren.

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Durch die Schneebruchgefahr gibt es nun noch ein weiteres Problem. Weil die Straße nach Frauenried, wo die Stadt ihren Hauptabladeplatz für den Schnee aus der Innenstadt unterhält, wegen der Gefahr umstürzender Bäume dicht ist, musste eilig ein Ersatz her. Einen solchen habe man in Wallenburg gefunden. „Da wurde uns von den Grundeigentümern eine Wiese zur Verfügung gestellt“, sagt Fischer sichtlich dankbar. Um die Umwelt nicht zu belasten, lade man hier nur sauberen und streusalzfreien Schnee ab, etwa von den Dächern öffentlicher Gebäude.

Die anspruchsvolle Topografie ihrer Verkehrswege fordert indes die Stadt Tegernsee. Weil alle Fahrzeuge vollständig mit Ketten auf den Reifen ausgerüstet seien, könne man damit aber gut umgehen, erklärt Bauhofleiter Martin Eberle. Wichtige Routen wie die Bahnhofsstraße würden bis zu acht Mal am Tag geräumt. Neben zwei 7,5 Tonnen-Lkw seien auch ein Unimog, drei Schmalspurfahrzeuge vier Mitarbeiter zu Fuß mit Fräsen und Schaufeln unterwegs. Der Abtransport läuft in Tegernsee per Radlader und Lkw.

Das Verständnis der Bürger für die Ausnahmesituation sei groß, meint Eberle. Schimpfen würden eher mal neu Zugezogene, weil sie die Winter im Tal eben noch nicht gewohnt seien. Die Einheimischen – gerade die, die ihre Häuser an einer der vielen Bergstraßen Tegernsees haben – seien gelassen. „Die haben alle Ketten auf den Autos und oft auch einen eigenen Schneepflug.“

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Ganz ohne eigene Räum- und Streufahrzeuge stemmt die Gemeinde Warngau den Winterdienst. Sie hat nämlich keinen Bauhof. Stattdessen unterhält sie langfristige Verträge mit rund 20 Unternehmern aus dem Gemeindegebiet, darunter viele Landwirte. Selbst beim größten Schneechaos habe das immer reibungslos funktioniert, betont Rathaus-Geschäftsleiter Anton Kaunzner. „Die sind super zuverlässig und arbeiten wie die Wilden.“

Ob nur ein paar Parkplätze oder gleich dutzende Kilometer Straßen: Die Zuständigkeit teilen sich die Dienstleister untereinander auf. Und zwar so, dass eine lückenlose Abdeckung gewährleistet ist. „Die organisieren sich komplett selbst“, sagt Kaunzner. Lediglich auf der Kostenseite wird sich das Schneechaos im Rathaus bemerkbar machen. Die Abrechnung läuft auf Stundenbasis.

Engpässe beim Streusalz gibt es übrigens noch nicht, teilt Miesbachs Bauhofleiter Fischer mit. Weil die Stadt aber ihr Kontingent aus Österreich beziehe, habe man wegen des auch dort vorherrschenden Schneechaos in den vergangenen Tagen durchaus gezittert. Teilweise müssten die Lieferanten einen langen Umweg fahren. Fischer: „Wir haben um jeden Lastzug gebettelt.“

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