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Wollen für Miesbach den Neubeginn: Kandidat Walter Fraunhofer (M.) mit dem Ortsvorsitzenden Thomas Schneider (l., SPD) und Markus Seemüller (FWG).

Bürgermeister oder nichts

Fraunhofer ist Bürgermeisterkandidat für SPD und FWG in Miesbach

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Nun steht auch der vierte und wohl letzte Bürgermeisterkandidat für Miesbach offiziell fest: SPD und Freie Wähler haben sich gemeinsam für Walter Fraunhofer entschieden.

Der Parteifreie, der im Stadtrat der SPD-Fraktion angehört, will am 15. März 2020 gegen Astrid Güldner (Grüne), Gerhard Braunmiller (CSU) und Florian Hupfauer (FDP) antreten. Damit schicken alle im Stadtrat vertretenen Parteien und Gruppierungen einen Kandidaten ins Rennen.

Fraunhofer wird Bürgermeisterkandidat für SPD und FWG in Miesbach

Dass der gebürtige Miesbacher kandidieren wird, hat sich schon lange abgezeichnet – offen war nur, für welche Fraktion er antritt. Das hat sich nun geklärt: Nachdem er am Montag bei der Versammlung der Freien Wähler seine Positionen vorgestellt und 16 Stimmen bei einer Enthaltungen bekommen hatte, folgte am Dienstagabend das Votum bei der SPD mit 17:0 Stimmen.

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Dass Fraunhofer nun neben der SPD auch die FWG für sich gewinnen konnte, darf als relevanter Pluspunkt gewertet werden. Denn damit vergrößert sich sein Wählerpotenzial deutlich. Im Stadtrat bringen es SPD und FWG mit je fünf Sitzen auf insgesamt zehn – den parteifreien Fraunhofer nicht mitgezählt. Zum Vergleich: Die CSU als stärkste Fraktion kommt mit Bürgermeisterin Ingrid Pongratz, die 2020 nicht mehr antritt, ebenfalls auf zehn.

Vom Feuerwehrkommandanten zum Bürgermeister?

Fraunhofer selbst trägt sich seit einem Jahr mit dem Gedanken zu kandidieren. „Als klar war, dass ich im Februar 2019 mein Amt als Kommandant bei der Feuerwehr Miesbach niederlege, kamen Anfragen, ob ich nicht was Neues übernehmen wolle“, erzählt er. Den Bürgermeisterposten könne er sich vorstellen, „aber nur parteilos“. So begannen die Gespräche mit den verschiedenen Gruppierungen. Ab Sommer wurden dann gemeinsame Themen abgestimmt. Inhaltlich nennt Fraunhofer Stadtentwicklung samt Marktplatz, Kinderbetreuung, sozialen Wohnungsbau und Gewerbeansiedlung als zentrale Themen – „also die Dauerbrenner aus dem Stadtrat“. Es seien Themen für die Stadt und die Bürger, nicht für eine Partei.

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In einem Punkt sind sich Fraunhofer sowie die beiden Ortsvorsitzenden Thomas Schneider (SPD) und Markus Seemüller (FWG), die ihren Kandidaten gestern öffentlich vorstellten, absolut einig: „Es muss ein Wechsel stattfinden“, sagt Schneider. Seemüller spricht gar von einem „parteilosen Neuanfang an der Spitze Miesbachs“. Für Fraunhofer bedeutet das, „gemeinsam für Miesbach das Beste zu erreichen“. Sein Motto lautet: „Viel Bürger, weniger Meister.“

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Dabei schätzen Seemüller und Schneider an ihm, dass er auch unpopuläre Positionen vertreten und Gegenwind aushalten kann – wie beim Wechsel am Kloster vom Museum hin zum Kinderhaus. Dass er da gegen seine Fraktion gestimmt habe, nimmt Schneider sportlich: „Das ist Demokratie. Bei uns gibt es keinen Fraktionszwang.“ Und Seemüller weiß: „Das könnte uns bei den Freien Wählern mit ihm auch passieren, aber das gehört dazu.“ Für Fraunhofer geht es um pragmatische Entscheidungen, gerade wegen der knappen Finanzen. „Sich mutig etwas trauen, statt es zu zerreden. Und wenn es nicht passt, wird korrigiert.“ So habe er es bei der Feuerwehr auch gehalten.

Fraunhofers Motto: „Mehr Bürger - weniger Meister“

Dass der 51-jährige Familienvater (eine erwachsene Tochter), der als Betriebs- und Installationsmeister die Energienetze Bayern in Hausham leitet, „thematisch kreativ“ ist, zeigen für Seemüller Fraunhofers Ziele: Bei Stadtentwicklung und Marktplatz will er als Bürgermeister vorangehen und Bürger wie Geschäftsleute mitnehmen. In der Daseinsvorsorge setzt er auf mehr Planung, um unverhoffte Sanierungen und Notstände wie zuletzt bei der Kinderbetreuung zu vermeiden.

Kommunalunternehmen und Stadtwerke als ehrgeizige Ziele

Den sozialen Wohnungsbau will er mit einem Kommunalunternehmen voranbringen, um so zusätzliche Arbeitskräfte in die Kreisstadt zu locken. Auch die Gründung eigener Stadtwerke sei ein Thema. Nicht zuletzt plant er eine Bürgersprechstunde im Rathaus. Sein Ziel: „Wir müssen den Ball spielen und nicht warten, bis wir ihn bekommen. Die Stadt schlummert, aber sie hat beste Voraussetzungen.“

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Für Fraunhofer zählt nur die Bürgermeisterwahl – für den Stadtrat kandidiert er nicht: „Ich kann ja nicht parteilos für zwei Gruppen antreten und dann beim Stadtrat auf einer Liste stehen.“ Wenn er nicht Bürgermeister werde, sei er raus aus der Kommunalpolitik.

ddy

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