Stolz: Miesbachs Badreferent Erhard Pohl sagt, das Warmfreibad der Gemeinde sei noch nie so wichtig gewesen wie heuer. Einziger Wermutstropfen: Corona hat den Verlust wachsen lassen. Foto: Thomas Plettenberg
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Stolz: Miesbachs Badreferent Erhard Pohl sagt, das Warmfreibad der Gemeinde sei noch nie so wichtig gewesen wie heuer. Einziger Wermutstropfen: Corona hat den Verlust wachsen lassen.

Miesbach & Fischbachau

Freibäder: Zufrieden mit der Saison – trotz Corona

  • Dieter Dorby
    vonDieter Dorby
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    Christian Masengarb
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Trotz der besonderen Umstände, die die Corona-Saison 2020 gebracht hat, sind die Freibad-Betreiber zufrieden mit dem Jahr. Der Minuspunkt: Die Verluste wachsen.

Miesbach/Fischbachau – Trotz der Einschränkungen, die Corona dem Warmfreibad Miesbach heuer gebracht hat, war das Bad laut Badreferent Erhard Pohl noch nie so wichtig, wie in der am Sonntag endenden Saison. Trotz Begrenzung auf 350 gleichzeitige Besucher seien an manchen Tagen bis zu 600 Menschen zum Schwimmen gekommen. Trotz Spätstart sei am Ende ein „gutdurchschnittliches Badejahr“ rausgekommen. Und, am wichtigsten, trotz Auflagen hätte viele Einheimische, die den Sommerurlaub in die Heimat verlegt hatten, das Bad neu für sich entdeckt. Für eine Saison, die mit vielen Ungewissheiten begann, „können wir zufrieden sein“.

Einziger Wermutstropfen für Pohl: Parallel zur Bedeutung wird auch der Verlust wachsen, den das Warmfreibad in den Miesbacher Stadthaushalt einbringt. Security und Reinigungskräfte haben die Kosten getrieben; durch den vierwöchigen Spätstart verlor das Freibad die so wichtige Frühphase der Saison, in der viele Schwimmer das warme Becken den noch kalten Seen vorziehen. Personalkosten und Unterhalt schlugen trotzdem voll zu Buche – die Betreiber ließen planmäßig das Wasser erhitzen, alles hochfahren, um nach Ende der Corona-Sperre sofort bereit zu sein.

Der spätere Andrang habe das nur teils ausgeglichen, sagt Pohl: „Es war auch nicht der durchgängige Supersommer. Der Verlust wird sicher größer werden als sonst.“ Genaue Zahlen liegen ihm noch nicht vor.

Dafür aber viel Zuspruch seitens der Badegäste, wie Pohl am Donnerstagabend im Stadtrat berichtete: „In der Bevölkerung war die Dankbarkeit groß, dass wir sofort losgelegt haben und man den Sommer auch daheim in Miesbach verbringen konnte.“ Dass die Saison nun unabhängig von weiteren sonnigen Tagen beendet wird, ist für Pohl in Ordnung: „Im September sind die Leute mental mit dem Baden fertig.“

Was ein höherer Verlust für ein Freibad bedeutet, kann Fischbachaus Bürgermeister Johannes Lohwasser einordnen. Zwar rechnet er für das Warmfreibad seiner Gemeinde nur mit gleichbleibenden, nicht gestiegenen Kosten. Dafür hätten sich die Einnahmen aber halbiert – wohl ein größerer Einschnitt als in Miesbach. Am Ende stehen dennoch nur rund 20 Prozent mehr Verlust, schätzt Lohwasser: „Öffentliche Schwimmbäder sind einfach ein Minusposten.“ In diesem Jahr eben etwas mehr als sonst.

Mit der abgelaufenen Saison – das Fischbachauer Warmfreibad hat bereits am vergangenen Wochenende geschlossen – ist auch Lohwasser zufrieden: „Es hat sich gelohnt, weil der Besuch da war.“ Die Rückmeldungen von Gästen und Angestellten seien durchweg positiv, die Regeln verständnisvoll eingehalten worden. „Wie wir es gemacht haben, war es auf jeden Fall richtig und wir würden es wieder so machen.“

Der gewachsene Verlust gefährde auch geplante Sanierungen nicht, sagt Lohwasser. Die Wärmehalle soll über den Winter erneuert werden, der Pächterwechsel laufe weiter. Dafür will Lohwasser aus der Krise lernen: Er denkt zum Beispiel darüber nach, künftig die Besucher im Eingangsbereich mit einem digitalen Drehkreuz zu zählen statt mit analogen Bons. Auch das Warmfreibad wird Corona also überleben.

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