Warmfreibad Fischbachau
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Die Vorbereitungen laufen: Peter Baumgartner bereitet das Schwimmbad Fischbachau für den Start vor. Wann der sein wird, ist noch offen. Welche Auflagen es geben wird, auch.

„Zeit für eine klare Botschaft“

Freibäder: Noch fehlen klare Vorgaben – So planen die Kommunen

  • Christian Masengarb
    vonChristian Masengarb
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Die Freibäder im Landkreis wissen weder wann noch wie sie öffnen dürfen. Die Kommunen planen daher unterschiedlich. Einige Verantwortliche fordern klare Vorgaben.

Landkreis – Bernhard Heidl ist die Ungewissheit leid. „Es gibt einen Fahrplan für die Gastronomie und einen für die Geschäfte“, sagt der Vorsitzende des Fördervereins Warmbad Miesbach. „Wir brauchen auch einen für die Bäder.“ Von Ministerpräsident Markus Söder (CSU) will er wissen, wann Schwimmanlagen wieder öffnen dürfen und welche Auflagen sie dabei einhalten müssen. Per E-Mail hat er den Bundestagsabgeordneten Alexander Radwan sowie Landtagspräsidentin und Stimmkreisabgeordnete Ilse Aigner (beide CSU) gebeten, diese Forderung an den Ministerpräsidenten weiterzugeben. Es sei „Zeit für eine klare Botschaft“.

Vor der gleichen Unsicherheit wie Heidl stehen derzeit alle Badbetreiber im Landkreis. Bis mindestens Ende Mai müssen ihre Anlagen wegen der Corona-Auflagen geschlossen bleiben. Was danach geschieht, ist noch offen. Mit der Lage gehen alle unterschiedlich um.

Alle Informationen zum Coronavirus im Landkreis Miesbach finden Sie in unserem Live-Ticker

Miesbach

In Miesbach fährt Bauhofleiter Jürgen Fischer auf Sicht. Er lässt das Freibad auf die Saison vorbereiten, um nach dem Startschuss innerhalb von drei oder vier Tagen öffnen zu können. „Die Wartung ist ohnehin sinnvoll“, sagt er. „Das ist wie beim Auto: Man sollte es nicht einfach ein Jahr stehen lassen.“

Um lückenlos planen zu können, fehlen laut Fördervereinsvorsitzendem Heidl aber klare Vorgaben zu Sauna und Gastronomie, Liegewiesen und Duschen. Das Miesbacher Warmbad, ist er sicher, könne alle Auflagen erfüllen. Es müsse nur endlich jemand festlegen, welche das seien. „Es ist die Rede vom Urlaub in Deutschland. Im Landkreis haben wir dafür herrliche Schwimmbäder. Aber kein Mensch weiß, ob und wie wir sie nutzen dürfen.“

Ebenfalls in Miesbach: Wegen Wasserqualität: Doch keine „Sanierung light“ im Warmbad Miesbach

Bayrischzell

In Bayrischzell lässt Bürgermeister Georg Kittenrainer (CSU) offen, ob das Alpenfreibad der Gemeinde in diesem Jahr überhaupt öffnen wird. Ohne klare Perspektive könne die Gemeinde die Angelegenheit nur auf sich zukommen lassen, sagt er. „Erst wenn die Bedingungen klar sind, entscheiden wir.“

Gründe, die den Betrieb für die Gemeinde zu teuer machen könnten, gibt es: Sollten zu wenige Besucher ins Bad dürfen, sei dessen Betrieb für die Gemeinde nicht zu stemmen, sagt Kittenrainer. Dann müsse es geschlossen bleiben. Auf die Bayrischzeller könnte also ein Jahr ohne Freibad zukommen.

Mehr zum Thema: Sanieren, umbauen oder zusperren? Die langfristigen Pläne für das Alpenfreibad Bayrischzell

Fischbachau

Für den Fischbachauer Bürgermeister Johannes Lohwasser (FWG) ist klar: Das Warmfreibad Fischbachau wird heuer „auf jeden Fall“ öffnen. Während die Mitarbeiter im Bad bereits das Becken reinigen, Wasser einlassen und die Heizung warten, spielt Lohwasser mit der Verwaltung Möglichkeiten durch, wie die Anlage am Tag X mit möglichen Auflagen umgehen kann. Wird die Besucherzahl begrenzt, sei ein Online-Ticketverkauf denkbar, sagt er. Oder eine Kontroll-Lösung vor Ort. Genaues könne er erst sagen, wenn die Auflagen feststehen.

Seebäder

Bis die Freibäder öffnen, bleiben den Badegästen die Seen im Landkreis. Seebäder fallen nach Auskunft von Hilmar Danzinger, Geschäftsleitender Beamter im Rathaus Bad Wiessee, zwar unter die gleichen Regeln wie Freibäder und müssen bis auf Weiteres geschlossen bleiben. In den Seen selbst dürften die Menschen nach den Regeln des Gemeingebrauchs aber schwimmen gehen.

Sie können außerdem die angrenzende Gastronomie nutzen. Beispiel Strandbad Seeglas in Gmund: Dieses zählt als Gastronomie, weil es an einem öffentlichen Seestück liegt. Betreiber Georg von Preysing plant daher, ab 18. Mai die Terrasse zu öffnen, ab 25. im Inneren.

Bleibt die Frage: Wann könnte es für die Bäder weitergehen? „Ich bin sicher, dass die Staatsregierung, wenn sie Hotelübernachtungen erlaubt, auch die See- und Freibäder freigibt“, sagt Danzinger. Für den Tourismus sei dies „überlebensnotwendig“.

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