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Nicht mehr FW-Vorsitzender und verärgert über den Ablauf: Sepp Hartl.

„Völlig unverständlich, wie das abgelaufen ist“

Freie Wähler: Sepp Hartl als FW-Chef abserviert - Obermüller gewinnt

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Im Machtkampf um den Vorsitz der Freien Wähler im Landkreis hat sich der Tegernseer Andreas Obermüller durchgesetzt. Sepp Hartl ist als FW-Chef abserviert.

Landkreis –Im Machtkampf um den Vorsitz der Freien Wähler im Landkreis hat sich der Tegernseer Andreas Obermüller durchgesetzt. Die Vorstandswahl im März ist nichtig, der Waakirchner Bürgermeister Sepp Hartl als neuer FW-Chef abserviert. Es wird Neuwahlen geben, aber der Scherbenhaufen könnte kaum größer sein. Wer künftig die Führung übernimmt, ist offen. Ebenso wie die Frage, ob eine Annäherung zwischen der Partei FW und der losen Gemeinschaft FWG noch möglich ist. Sprich: Ob es eine gemeinsame Liste zur Kommunalwahl geben kann.

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Freie Wähler: Sepp Hartl als FW-Chef abserviert

Entzündet hat sich der Eklat bei den Vorstandswahlen am 28. März in Waakirchen. Obermüller, Gründungsvater und Vorsitzender der FW-Kreisvereinigung Miesbach, rechnete mit der Wiederwahl. Doch Bürgermeister Hartl trat überraschend als Gegenkandidat auf und holte sich mit acht von 13 Stimmen den Sieg.

Dahinter steht ein Grabenkampf zwischen zwei Lagern. Obermüller vertritt die Partei FW mit Hubert Aiwanger an der Spitze. Auf der anderen Seite stehen die Vertreter der FWG, einer losen Gruppierung von Menschen, die als wahrhaft freie Wähler ohne Bindung an eine Partei kommunalpolitisch aktiv sind. An der Spitze der FWG im Landkreis steht der Waakirchner Norbert Kerkel. Er ist nicht Mitglied der FW. Das Problem vor der Kommunalwahl 2020: Der Wähler kann FW und FWG schwer unterscheiden. Es soll wieder eine gemeinsame Liste 3 geben. Aber der Hardliner Obermüller, der für die Partei steht, eckte an. Darum trat Hartl auf den Plan, der über die FW-Mitgliedschaft Bezirksrat wurde, aber weiter fest mit der FWG verbunden ist.

Hartl durfte sich am 28. März also als FW-Kreisvorsitzender fühlen. Aber Obermüller focht die Wahl an. Denn ein an diesem Abend neu gewähltes Vorstandsmitglied war gar nicht Mitglied der Partei FW. „Die Wahl wurde annulliert und muss wiederholt werden“, so Obermüller. Dass es drei Monate gedauert hat, bis die FW-Landesleitung zu diesem Urteil gekommen ist, enttäuscht ihn. Welche Probleme die ungeklärte Führungsposition dem Verband vor Ort bereite, sei der Partei gleichgültig gewesen. Fakt aber sei: „Herr Hartl ist nicht Vorsitzender und war es auch nie.“

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Weil die Wahl ungültig war, steht Obermüller weiter an der Spitze. Er sucht derzeit nach einem Termin für die Wiederholung. Ob er selbst noch einmal antreten wird, lässt Obermüller offen. Er weiß, dass es nach dem Machtkampf schwer wird, einen neuen Anfang zu machen: „Wir müssen das Verbindende wieder finden.“

Für Hartl ist unterdessen klar: Er steht nicht mehr für eine Vorstandskandidatur zur Verfügung. „Es ist völlig unverständlich, wie das abgelaufen ist“, sagt er. „Ich wäre gern das Bindeglied zwischen FW und FWG gewesen“, erklärt der Bürgermeister. Sein Groll sitzt tief. Bei der Wahl im März sei immer wieder nachgefragt worden, ob alle, die gewählt haben, dazu auch berechtigt sind. „Und jetzt das.“

Auch Norbert Kerkel spricht von einem großen Vertrauensverlust. Als FWG-Sprecher will er mit der FW-Wahl nichts zu tun haben. Man warte das Ergebnis ab, bevor über eine gemeinsame Liste entschieden wird: „Für mich ist wichtig, dass Leute an der Spitze stehen, auf die man sich verlassen kann.“

Mit der Nominierungsversammlung will sich Kerkel Zeit lassen. Dort wird es auch darum gehen, wer als Landratskandidat antritt. Kerkel gilt als möglicher Anwärter. Als Bewerber, so Kerkel, komme aber auch der Warngauer Bürgermeister Klaus Thurnhuber in Frage. Nach einem Stierangriff liegt dieser derzeit schwer verletzt im Krankenhaus. Es ist unklar, wie viel Zeit seine Genesung erfordern wird. Kerkel will auch deshalb mit der Nominierung noch warten: „Wir haben ja keinen Zeitdruck.“

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