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Orient im Waitzinger Keller: Das Ensemble des Freien Landestheater Bayern (FLTB), hier (v.l.) Marcus Weishaar als Osmin und Diana Fischer als „Blonde“, hat das Publikum mit „Die Entführung aus dem Serail“ überzeugt.

Freies Landestheater zeigt Mozarts Singspiel

"Entführung aus dem Serail": So war die Premiere

Miesbach - Gelungene Premiere im Waitzinger Keller in Miesbach: Mit Mozarts „Entführung aus dem Serail“ hat das Freie Landestheater Bayern (FLTB) die Zuschauer begeistert. Hier lesen Sie, warum.

Wahre Legenden geraten zu keiner Zeit in Vergessenheit. Ihre Schöpfungen sind geradezu unsterblich, überleben Epochen und Generationen. Wolfgang Amadeus Mozart ist einer von ihnen. Schon mit sechs Jahren war das musikalische Talent in ganz Europa zu einem unauslöschlichen Begriff geworden. Auch heute füllen seine Werke die Konzertsäle – wie jetzt den Waitzinger Keller in Miesbach. Dort hat das Freie Landestheater Bayern (FLTB) mit seiner Premiere von Mozarts Singspiel „Die Entführung aus dem Serail“ jetzt die Zuschauer begeistert.

Und die konnten es kaum erwarten, ihrer Begeisterung und Freude Ausdruck zu verleihen. Das verwundert nicht: Schon als sich der Vorhang zum ersten Mal öffnete, zeigte sich das Bühnenbild als eine zauberhafte Komposition aus baulichen und farblichen Eindrücken, gekonnt angereichert mit orientalischer Lebensfreude. Viel Zeit blieb den Premierengästen aber nicht, um dieses Bild zu bestaunen, denn sogleich übernahmen die brillante Musik des Orchesters und das Handeln der höchst unterschiedlichen Figuren des Stücks die Szene. Zuneigung und grenzenlose Eifersucht, Intrigen und Verdächtigungen, Liebe und Ehrerbietung: Die wahre „Entführung aus dem Serail“ liegt Jahrhunderte zurück, und doch könnten viele dieser Geschehnisse auch der heutigen Zeit entstammen.

Und das Ensemble des FLTB hat sie gekonnt auf die Bühne der Gegenwart übertragen. Mit der musikalischen Leitung, der Besetzung der Rollen, der professionellen Ausstattung und der beleuchtungs- und klangtechnischen Aufmachung haben Rudolf Maier-Kleeblatt und sein Team der Kulturstadt Miesbach einen nachhaltigen Stempel aufgedrückt. Wenn ein in allen Bereichen überzeugendes Ensemble die Zuschauer restlos begeistert, spricht das für eine beispielhafte Geschlossenheit.

Dennoch sollten auch die gesanglich überzeugenden und die damalige Epoche authentisch darstellenden Einzelpersonen genannt werden: Tibor Brouwer als orientalischer Pascha Bassa Salim, Corinna Ruba als Verlobte des Belmonte, Roman Payer als spanischer Edelmann, Diana Fischer als „Die Blonde“, Mario Podrecnik als Bediensteter Pedrillo sowie Marcus Weishaar als Landhausverwalter Osmin.

Sie alle haben sich den tosenden Beifall, der nicht umsonst im Volksmund als Brot des Künstlers bezeichnet wird, redlich verdient.

Manfred Merk

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