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Bund gemischt: Die Teilnehmer der Demonstration stammten aus allen Altersklassen und den verschiedensten Berufen. Auch Lehrer und Schulleiter liefen mit.

„Unglaublich, wie viele das sind.“

Fridays for Future in Miesbach: 500 Menschen protestieren

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Rund 500 Menschen haben bei Fridays for Future in Miesbach für mehr Klimaschutz protestiert. Unter ihnen waren zahlreiche Politiker und Personen des öffentlichen Lebens.

Miesbach – Es ist Freitag, 13 Uhr. Am Miesbacher Gymnasium und der daneben liegenden Realschule läutet der letzte Schulgong der Woche. Die Schüler strömen ins Freie, zu den zwischen den Gebäuden wartenden Eltern. Wäre es ein Tag wie jeder anderer, viele Familien würden den Sonnenschein und die Wärme vielleicht für einen Ausflug nutzen. 

Doch es ist ein besonderer Freitag. In Berlin präsentiert das Klimakabinett der Großen Koalition die Ergebnisse seiner Verhandlungen. In New York tagt die UN beim Klimagipfel. Und in Miesbach wollen Schüler, Eltern und Hunderte weitere Menschen Druck machen, damit dabei stärkere Maßnahmen zum Klimaschutz beschlossen werden. 

Rund 500 Menschen sind deswegen auf den Miesbacher Campus gekommen, schätzt eine Polizistin. Wie an 500 weiteren Orten in Deutschland und in 150 Ländern protestieren dieses Mal alle Generationen gemeinsam unter dem Fridays-for-Future-Banner.

Unser Interview mit einer der Organisatorinnen:  Fridays for Future: Morgen neue Demo in Miesbach – Landrat und Schulleiter machen mit

„Unglaublich“: Organisator Tim Siebeneicher (v.) war von der Teilnehmerzahl überwältigt.

Fridays for Future in Miesbach: 500 Menschen protestieren

Der Zug läuft los. Vorne marschieren die Schüler. Sie rufen „Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“ und „Runter mit der Kohle, hoch mit dem Klimaschutz“. Sie halten Schilder hoch: „Es gibt keinen Planeten B“ und „Die Erde wird heißer als meine Freundin“. Parteibanner hat niemand dabei. Hipster laufen neben Hippies, Computer-Freaks neben Techno-Fans. Einige sind aus Holzkirchen nach Schulschluss eilig in Fahrgemeinschaften hergefahren. 

Weiter hinten kommen die Erwachsenen. Auch sie halten Schilder hoch, Parolen rufen die wenigsten. Unter ihnen sind Kirchenvertreter, Politiker und Geschäftsbesitzer, einer mit Lederhosen und Flip Flops, ein anderer mit Bürohemd und Lederschuhen. Miesbachs Zweiter Bürgermeister Paul Fertl ist dabei, genauso wie der ehemalige Tegernseer Bürgermeister Peter Janssen und Landrat Wolfgang Rzehak. Auch ein Dutzend Lehrer marschieren mit.

Der Bericht zur ersten Demo in Miesbach: Miesbacher Schüler protestieren für Klimaschutz

Und Rainer Dlugosch, Schulleiter des Miesbacher Gymnasiums. „Ich freu’ mich total“, sagt er. „Die Straßen sind voll.“ Weil die Demo dieses Mal nach der Schule stattfindet, sei das Signal noch stärker. Niemand könne den Schülern Faulheit und Schwänzerei vorwerfen. „Sie opfern hier ihren Freitagnachmittag.“ 

Der Zug schlängelt sich über die Haidmühlstraße und die Schmiedgasse zum Habererplatz.  Am Stadtplatz trifft er auf rund 20 Demonstranten, die an der Grund- und Mittelschule losgelaufen waren. Gemeinsam ziehen sie durch die Ledererstraße, den Marktplatz entlang und zum Rathaus. Der Zug ist lang. Als die Ersten am Rathaus ankommen, stehen die Letzten noch bei Optik Bucher. 

Am Straßenrand beobachten die Fußgänger das Geschehen. Andere schauen aus Cafés und Schaufenstern. Die meisten lächeln beeindruckt. „Unglaublich, wie viele das sind“, sagt eine Frau zu ihrem Ehemann.

Keine Parteiwappen: Auf den Plakaten ging es ausschließlich um die Umweltpolitik.

Auch in Holzkirchen gab es bereits einen Klimastreik: Fridays For Future kommen nach Holzkirchen – Das passiert am Freitag

Vor dem Rathaus gruppieren sich die Teilnehmer um die Eingangstreppe. Oben stehen die Redner. „Wir brauchen radikale Maßnahmen“, ruft Organisator Tim Siebeneicher. Er fordert: Schluss mit der Kohle, mehr erneuerbare Energien. Der Diesel sei klimaschädlich. Auch die Massentierhaltung und die Verschmutzung der Meere müssen aufhören. Die Demonstranten jubeln. 

Siebeneicher ist fertig. Er kommt die Treppe herunter. „Wir sind zufrieden, dass wir die Breite der Bevölkerung erreicht haben“, sagt er und nickt. Nun hofft er, dass die weltweiten Aktionen Wirkung zeigen. Denn: „Wenn sich die Politik nicht ändert, müssen wir weiter kämpfen.“ Es könnte also weitere Fridays for Future in Miesbach geben.

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