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Auch im hohen Alter ist Leonhard Stehle noch immer für einen flotten Spruch zu haben. Das erfuhr Miesbachs Bürgermeisterin Ingrid Pongratz am eigenen Leib.

Flotte Sprüche für die Bürgermeisterin

Früher ein „scharfer Hund“:  Miesbacher auch mit 95 noch schlagfertig

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Da war sogar die Bürgermeisterin kurzzeitig sprachlos: Mit seinen 95 Jahren ist Leonhard Stehle aus Miesbach um keinen Spruch verlegen. Auch aus seinem Leben kann er viel erzählen.

Miesbach – Sich auf den Schritt von der Selbstständigkeit ins Wohnheim einzulassen, fällt vielen Senioren schwer. Auch Leonhard Stehle hat sich anfangs geziert. „Inzwischen ist er aber altersgnädig geworden“, sagt Tochter Erna Mader-Stehle. Umso leichter fiel es ihm, sich im AWO-Seniorenheim in Miesbach einzuleben. Dort, wo er jüngst seinen 95. Geburtstag feierte.

Aufgewachsen ist Stehle in Münster am Lech. „In ärmlichen Verhältnissen, auf einem Hof“, erzählt die Tochter. Damit fand sich Stehle allerdings nicht ab, sondern arbeitete sich hoch. Seine Familie, seine Frau und zwei Töchter, ernährte er später von seinem Gehalt als Betriebsrevisor bei der Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaft. Und zwar in Augsburg. Dort, wo dann auch seine Töchter groß wurden.

Dass Stehle aus Schwaben ins Oberland umsiedelte, ist zum einen der Tatsache geschuldet, dass Tochter Erna nach Miesbach heiratete, und hier nun mit ihrer Familie lebt. Zum anderen kam Stehle nach dem Tod seiner Frau zunehmend weniger alleine zurecht. „Er ist immer wieder gestürzt und war ständig im Krankenhaus. Das ging alleine nicht mehr.“ Das sah auch Stehle selbst irgendwann ein.

Kurz bevor die notwendige Verlegung nach Miesbach anstand, fing Stehle plötzlich sogar an, selbiger entgegenzufiebern. „Er hat immer wieder gefragt, wann es endlich so weit ist“, erzählt die Tochter. Entsprechend wohl fühlt sich der 95-Jährige nun in der Kreisstadt. Großen Anteil daran hat das „gelbe Geschwader“, sein Betreuer-Team, dessen Name einerseits von deren gelben Hemden, zum anderen von Stehles Vergangenheit bei der Luftwaffe herrührt.

Auch die Nähe zur Familie, zu den beiden Enkelkindern Stefan und Madeleine und zur Tochter tragen ihren Teil zu Stehles Wohlbefinden bei. Und nicht zuletzt Einrichtungsleiterin Rosi Holzapfel, sein „heimlicher Schwarm“. Auch deswegen kann Tochter Erna getrost sagen: „Wir haben das Sprichwort ,Einen alten Baum versetzt man nicht’ widerlegt.“

Auch wenn Stehle inzwischen keine Noten mehr lesen kann – an seinem Keyboard sitzt er noch immer regelmäßig. Denn was ihm an Sehvermögen fehlt, gleicht er mit musikalischem Gespür aus. „Er spielt alte Schlager nach Gehör.“

Auch an Schlagfertigkeit – das wurde während der Geburtstagsfeier im AWO-Seniorenheim deutlich – hat Stehle trotz seiner 95 Jahre nichts eingebüßt. So erklärte er Miesbachs Bürgermeisterin Ingrid Pongratz, dass er früher im Dienst ein „scharfer Hund“ gewesen sei und riet der CSU-Politikerin: „Achten Sie auf Ihre schwarzen Schäfchen.“

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