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Mit glockenreinen Stimmen bestach der Dreiwinkl Gsang beim 55. Miesbacher Frühjahrssingen und -musizieren. Das Trio war eine von vier Gruppen, die in der Oberlandhalle wahre Begeisterungsstürme auslösten. 

Frühjahrssingen in der Miesbacher Oberlandhalle

Hackbrett-Klänge und ergreifende Jodler sorgen für Furore

Virtuose Hackbrett-Klänge und ergreifende Jodler: Das Frühjahrssingen in der Miesbacher Oberlandhalle bestach durch große Vielseitigkeit. Rund 1000 Besucher stimmten in die Gesänge mit ein.

Miesbach Nur vier Gruppen auf dem Podium der Oberlandhalle? Das war mehr als genug für das 55. Miesbacher Frühjahrssingen und -musizieren. Denn Organisator Hans Erler hatte für den Trachtenverein und dessen rund 1000 Gäste ganz besondere Sänger und Musikanten aufgespürt. Sie alle glänzten mit vielseitigen Talenten.

Schon die Wüdaramusi mit sechs Musikanten aus dem Pongau, aus Tulln (Niederösterreich), Klobenstein (Südtirol), Wien und Niklasreuth sorgte mit ihrer schmissigen Auftaktpolka für Furore. Auch mit flotten Walzern und Boarischen demonstrierten die Studenten von der Wiener Musikhochschule, dass sie Blechblasinstrumente, Diatonische und Harfe bestens beherrschen und darüber hinaus singen und jodeln können, wenn der „Lippei“ im stürmischen Pferdegespann gelenkt werden soll.

Noch mehr zu bieten hatte im Anschluss das Mühlviertler Quintett, in dem auch das Dumfart-Trio mitspielt. Die fünf Musiker, von denen drei „bürgerlichen“ Berufen nachgehen, brillierten in schwungvollen Konzertpolkas, Boarischen oder Walzern ebenso wie als Posaunentrio mit silbrig glänzenden Weisen oder als Trio mit den „Hosensack-Instrumenten“ Okarina und Mundharmonika sowie im Terzett mit dem kraftvoll und glockenhell dargebotenen Lied vom „Rotkröpfei“. Scheinbar atemlos lauschten die Zuhörer dem mitreißenden Jodler, in dem die fünf Stimmen miteinander durch die Halle schwangen, sich zu Dialogen aufteilten, um sich sodann in neuen Klanggirlanden zu verflechten.

Eine Einladung von Johanna Dumfart zum gemeinsamen Singen nahm das Publikum erst zögerlich und dann beherzt an: Geschickt gab die Musiklehrerin mit ihrer wunderbaren Stimme den Jodler für Frauen und Männer vor, und die Gäste auf den Rängen füllten den Raum mit der Melodie.

Vom Frühling, von der Liab und vom Jagern kündete der Dreiwinkl Gsang – aus den drei „Winkeln“ Berchtesgaden, Nussdorf und Rupertigau – in seinen weniger bekannten, traditionellen Liedern. Auch Augenzwinkerndes wie „Zitterd ned und wackeld ned aso, Häusl fall ned ei“ brachten die zwei kristallklaren Frauenstimmen und der schmelzende Tenor zu Gehör. Gekonnt begleiteten sich die Sänger dabei selbst mit perlendem Zitherklang und kerniger Ziach.

Selten sind so virtuose Hackbrett-Klänge zu vernehmen wie diesmal in der Oberlandhalle: Der Siegi vom Altsteirertrio Lemmerer wirbelte schwungvolle Polkas, Landler, Boarische und Eigenkompositionen so furios aus seinem Instrument, dass kaum die Schlägel zu sehen waren. Trotz Höllentempo im perfekten Zusammenklang ließ sich nicht weniger grandios sein Bruder Franz hören, dessen Finger auf der Harmonika wahre Teufelstänze aufführten. Dabei war mit Bassist Gerhard Gassner sogar noch Gesang möglich.

Durch Vielseitigkeit glänzte an diesem Abend auch der Sprecher des Frühjahrssingens und -musizierens. Mit seiner Familienmusik Servi hat Klaus Servi schon früher die Miesbacher begeistert. Diesmal führte der Sänger und Musikant kenntnisreich und humorvoll durch ein Programm, das das hingerissene Publikum mit verdientem Applaus belohnte.

Gudula Beyse

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