Der Funcourt an der Badstraße ist wieder offen: Von Donnerstag bis Sonntag können sich hier Jugendliche zum Spielen treffen. Ein Security-Mann kontrolliert, dass sich die Teilnehmer mittels Handy und QR-Code vor Ort registrieren. Die Infotafel erklärt zudem die Corona-Regeln, die zwingend zu beachten sind. Foto: Thomas Plettenberg
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Der Funcourt an der Badstraße ist wieder offen: Von Donnerstag bis Sonntag können sich hier Jugendliche zum Spielen treffen. Ein Security-Mann kontrolliert, dass sich die Teilnehmer mittels Handy und QR-Code vor Ort registrieren. Die Infotafel erklärt zudem die Corona-Regeln, die zwingend zu beachten sind.

Freizeitangebot für Jugendliche

Funcourt in Miesbach trotz Corona wieder geöffnet

  • Dieter Dorby
    vonDieter Dorby
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Gute Nachricht für die Jugend: Der Funcourt am Freibad ist trotz Corona-Auflagen ab sofort wieder geöffnet. Zudem wird geprüft, ob weitere Freizeitmöglichkeiten für ältere Teenager in der Riviera angeboten werden können.

Miesbach – Eigentlich war die Ansage klar: Mit den bestehenden Vorgaben gebe es keine Öffnung, hatte Bürgermeister Gerhard Braunmiller (CSU) im Juli erklärt. Jetzt die Überraschung: Seit Donnerstag ist das Areal an der Badstraße trotz Corona wieder für den Spielbetrieb geöffnet – wenn auch unter besonderen Voraussetzungen. Wie Braunmiller nun am Donnerstagabend im Stadtrat erklärte, gibt es feste Öffnungszeiten: donnerstags bis sonntags jeweils von 16 bis 19 Uhr. Die Öffnung gilt bis Wintereinbruch, spätestens jedoch bis 14. Dezember.

QR-Code, Hygienekonzept und Nutzungsvereinbarung

Schien im Juli die Umsetzung der Corona-Regeln kaum umsetzbar, wurden in der Zwischenzeit Lösungen erarbeitet. Anfang August gab es ein Gespräch zwischen Zweiter Bürgermeisterin Astrid Güldner (Grüne) und Beteiligten, danach wurde die Öffnung forciert. Die Verwaltung holte Angebote für eine stundenweise Öffnung ein, Hygienekonzept und Nutzungsvereinbarung wurden erstellt. Dann gab Braunmiller grünes Licht.

Vor allem die Erfassung der Kontaktdaten müsse sichergestellt sein, erklärte er. Dies geschieht nun via Handy und QR-Code. Eine Security-Kraft prüft, dass die Vorschriften eingehalten werden. Doch das kostet: pro Woche 400 Euro. Daher soll ein Tor den Bauzaun ersetzen. Dann wäre die Security verzichtbar, weil die Nutzer den Schlüssel im Rathaus oder im Sommer im Freibad gegen Unterschrift abholen könnten. Braunmiller will aber noch warten, wie groß die Nutzungsintensität ist.

„Eklatantes Defizit an Jugendfreizeitanlagen“

Markus Seemüller (FWG), der sich seit Monaten für die Öffnung von Funcourt und Bolzplatz stark macht, sprach Bauhof und Ordnungsamt seinen Dank aus, „denn die habe ich oft beansprucht“. Rundum zufrieden war er mit Blick auf die Gesamtsituation aber nicht. „Wir sind eine Schulstadt. Wir haben viele Spielplätze, aber die Kinder werden älter als zwölf Jahre.“ Für Ältere gebe es nur wenig, und mit der Bebauung am Friedhof falle der Bolzplatz weg. „Wir haben ein eklatantes Defizit an Jugendfreizeitanlagen.“

Wie berichtet, ist das Problem bei Bolzplätzen, dass sie dem strengen Lärmschutz der Sportanlagenverordnung unterliegen. Seemüller schlug daher vor, Jugendfreizeitanlagen einzurichten, die auf Slacklines, Skaten, Streetball und Streetsoccer statt auf Fußball setzen und so lockereren Regeln unterliegen, wie er bei seiner Recherche in Holzkirchen festgestellt habe. Die Riviera, die nach den ALB-Fällungen neu gestaltet wird – ein Konzept wird gerade entwickelt –, sei dafür gut geeignet.

Abstimmung über Antrag nicht gelassen

Braunmiller, der im Oktober die Ergebnisse zur Riviera vorstellen will, betonte, es gebe keinen Zeitdruck – das Ergebnis zähle. Gerne könne die Runde vergrößert werden. So sind künftig auch die Vize-Bürgermeister und die Fraktionsvorsitzenden – damit auch Seemüller – dabei.

Mit seinem Antrag, zum nächsten Termin vom Landratsamt die Voraussetzungen für Jugendfreizeitanlagen klären zu lassen – auch als Zeichen für die Handvoll anwesender Jugendlicher –, hatte Seemüller aber keinen Erfolg. Braunmiller verwies darauf, dass der Antrag nicht auf der Tagesordnung stehe. Und Alfred Mittermaier (CSU) wollte das Landratsamt vor unnötigen Arbeitsaufträgen bewahren und lieber die Komplettlösung prüfen lassen. Braunmillers Argument wollte Paul Fertl (SPD) nicht gelten lassen: „Der Stadtrat kann sehr wohl abstimmen, wenn er es geschlossen will.“ Doch dazu kam es nicht.

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