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Hier in trauter Eintracht: (v.l.Sepp Hartl, Florian Streibl, Gisela Hölscher, Sepp Hofer und Andreas Obermüller.

Machtkampf auf Kreisebene 

FW-Vorstandswahl für nichtig erklärt

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Die einen eine bunte Truppe mit drei Buchstaben, die anderen eine Partei mit deren zwei: FWG und FW. Vor der Kommunalwahl will FW-Chef Andreas Obermüller die Einheit. Es tobt ein Machtkampf.

Waakirchen/Tegernsee– Andreas Obermüller will die klare Linie. Wer auf Liste 3 bei der Kommunalwahl in Bayern antritt, gehört zur FW, die jetzt auch im Bayerischen Landtag vertreten ist. Die Partei mit Hubert Aiwanger an der Spitze. Obermüllers Forderung: Die FWG im Landkreis Miesbach muss sich dem FW-Landesverband anschließen. „Bis 1998 war sie da ja auch Mitglied“, erinnert der Tegernseer Stadtrat. Für die Wähler seien FW und FWG nicht unterscheidbar. Darum sei ein gemeinsames Dach wichtig.

Mit seiner Beitrittsforderung stößt Obermüller in den Reihen der FWG auf viel Widerstand. „Dieses Ansinnen ist für einige offenbar zu viel“, meint er. Dabei müsse sich keineswegs jeder, der als Kandidat für Gemeinderat oder Kreistag auf einer FW-Liste antreten möchte, auch der Partei anschließen. Das ist schließlich auch bei CSU, Grünen und SPD nicht so.

Auch wenn Obermüller Gegenwind spürte: Das Geschehen bei der Hauptversammlung der FW-Kreisvereinigung Miesbach erwischte ihn kalt. Es war der 28. März, die Neuwahl des Vorstands stand an. Man traf sich in Waakirchen. Obermüller rechnete mit einem kleinen Kreis und der Wiederwahl. Es überraschte ihn, dass Waakirchens Bürgermeister Sepp Hartl mit Gattin erschienen war, wie auch ein FW-Gemeinderat aus Waakirchen, den zudem Schwester und Schwager begleiteten. Am Ende vermerkte der Landtagsabgeordnete Florian Streibl als Wahlleiter 13 Stimmberechtigte und drei Kandidaten: Andreas Obermüller, Gisela Hölscher und Sepp Hartl. Den Sieg holte sich am Ende Hartl. Acht Stimmen entfielen auf ihn, drei auf Obermüller, zwei auf Hölscher.

Um was es bei dem Ringen um den Vorsitz geht, daraus macht Hartl kein Geheimnis. Aus seiner Sicht habe das Nebeneinander von FW und FWG bisher wunderbar funktioniert, somit bestehe kein Grund, alle unter eine Fahne zu bringen. Er sei „humaner“, was die Parteifrage angeht: „Ich will das ganz Harte nicht.“ Weil er so denke, sei er gebeten worden, für den FW-Vorsitz zu kandidieren, erklärt Hartl. „Es ist nicht so, dass ich ein weiteres Schanzerl brauche.“

Doch so einfach lässt sich Obermüller nicht abservieren. Er ist seit langem für die FW aktiv und hegte den Verdacht, dass ein Nicht-Mitglied in den FW-Vorstand gewählt wurde und lag richtig. Die Ehefrau eines Gemeinderats gehört der Partei nicht an. Eine Überprüfung durch die Landesleitung, von Obermüller veranlasst, ergab: Die Wahl des Kreisvorstands ist nichtig, wie auch die der Delegierten. Bis zur Neuwahl bleibt Obermüller Vorsitzender.

Als solcher hat er einen Termin für die Wiederholung der FW-Vorstandswahl im Landkreis festgesetzt. Sie findet am Dienstag, 23. April, um 19.30 Uhr im Gasthaus Schießstätte in Tegernsee statt. Zugelassen sind nur FW-Mitglieder. keine Gäste. 

So überrascht Obermüller über seine Wahlniederlage war, so unerwartet kam für Hartl die Nachricht, dass die Wahl ungültig ist. „Wir sind ein bisschen baff“, sagt Hartl. Er sei davon überzeugt gewesen, dass nur FW-Mitglieder an der Wahl beteiligt waren. Bei Wahlleiter Florian Streibl wolle er darum nachhaken.

Wehren will sich Hartl gegen die Entscheidung der FW-Landesleitung nicht. Wenn die Wahl ungültig sei, müsse er das akzeptieren. Wichtig sei ihm ohnehin nicht der Posten, sondern die Gemeinschaft: „Es soll nicht zum Bruch kommen.“

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