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Alle Pfeifen voll im Griff: Der junge Organist Anian Wiedner versucht, jeden Tag in der evangelischen Kirche in Miesbach das Orgelspielen zu üben. Im Einsatz war er auch schon bei Gottesdiensten und Hochzeiten.

Laut und mächtig zum Abitur

Das gab’s noch nie: Miesbacher macht Abi im Orgelspielen

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Laut und mächtig geht es für Anian Wiedner zum Abitur. Im Rahmen seines Additums wird er auch im Orgelspielen geprüft. Das gab‘s am Gymnasium Miesbach noch nie.

Miesbach – Ab heute wird es ernst für zahlreiche Gymnasiasten in Bayern: Mit dem Fach Deutsch beginnen die Abiturprüfungen – und damit für viele die letzten Prüfungen ihrer Schullaufbahn. Einer der Absolventen ist Anian Wiedner aus Miesbach. Der 18-Jährige macht allerdings etwas, das es am Miesbacher Gymnasium noch nie gab: Er belegt sein drittes schriftliches Abi-Fach, das Additum, in Musik und legt dabei unter anderem eine Prüfung im Orgelspielen ab.

Als Kind hat Wiedner mit dem Klavierspielen angefangen. Über seine Klavierlehrerin, die Kantorin der evangelischen Kirche in Miesbach, Andrea Wehrmann, kam der Miesbacher dann in der achten Klasse zum ersten Mal mit der Orgel in Berührung. „Die Orgelmusik hat mich einfach fasziniert“, sagt er. „Die ist so laut und mächtig, einfach toll.“ Seit Anfang der neunten Klasse hat er regelmäßig Orgelunterricht bekommen.

In der zehnten Klasse hat der Miesbacher dann seiner Musiklehrerin vorgespielt. „Ich wollte unbedingt Additum machen“, erzählt Wiedner. „War aber am Klavier definitiv nicht gut genug.“ Somit stand nach dem Vorspiel fest: er werde es an der Orgel versuchen, auch wenn er bis dato, wie Wiedner selbst sagt, noch nicht so gut gespielt hat. Seither hat der 18-Jährige einiges an Erfahrung gesammelt. Als Vertretung von Organistin Wehrmann war Wiedner schon ein paar Mal in Gottesdiensten und bei Hochzeiten in der evangelischen Kirche in Miesbach im Einsatz.

Auch die Additum-Konzerte hat der Miesbacher bereits hinter sich. Da stellt sich natürlich die Frage: Können die Miesbacher Lehrer dieses außergewöhnliche Instrument überhaupt richtig beurteilen, wenn zuvor noch nie jemand an der Orgel hatte geprüft werden müssen? Ja, meint Wiedner. Musiklehrer Christof Sturm etwa habe selbst schon Orgel gespielt.

Nach dem Mathe-Abi am Freitag, 3. Mai, steht am 8. Mai noch die schriftliche Prüfung für Wiedners Additum auf dem Plan – eine allgemeine Musikanalyse. Die Abiturnote des Additums wird aus beiden Teilen berechnet.

Musikalisch geht es für den 18-Jährigen auch nach dem Abitur weiter. Er hat bereits eine Zusage für einen Studienplatz in London. Im September beginnt er dort mit dem Studium im künstlerischen Orgelspiel am Royal College of Music.

Um überhaupt an diesem außergewöhnlichen Instrument bis zum Abitur und dann bis zum Studium zu kommen, hat der junge Organist viel geübt. Zum Unterricht und auch zum Proben darf er jederzeit in die evangelische Kirche in Miesbach. „Ich versuche, täglich zu üben“, sagt der 18-Jährige. „Und Üben ist nur wirklich effektiv, wenn es minimum ein bis zwei Stunden sind.“ Er selbst glaubt dennoch, dass er zu wenig an der Orgel sitzt. „Das liegt vermutlich daran, dass ich eben nicht zuhause üben kann.“

tas

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