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Infos aus erster Hand: Marco Kuhn, Katastrophenschutz-Mitarbeiter am Landratsamt Miesbach, zeigt die neue Smartphone-Warn-App NINA.

Katastrophenschutz-Experte im Interview

Gefahrenmeldungen direkt aufs Smartphone: Das kann die neue App „NINA“

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Erst heulten die Sirenen, dann kam die Meldung übers Radio: So wurden die Bürger früher vor Gefahren gewarnt. Heute übernimmt das eine kostenlose App. Wir erklären, was sie kann.

Landkreis – Erst heulten die Sirenen, dann folgte die Meldung übers Radio: So wurden die Bürger früher vor Gefahren gewarnt. Nach Ende des Kalten Kriegs wurde das so genannte Zivilschutz-Sirenennetz aber sukzessive abgebaut. Jetzt hat es einen Nachfolger erhalten: Der Bund hat das „Modulare Warnsystem“ (MoWaS) entwickelt. Es bündelt alle Katastrophenschutzbehörden und bietet den Bürgern über die Smartphone-App NINA (Notfall-Informations- und Nachrichten-App) eine zentrale Quelle für Gefahrenmeldungen in ihrer Region. Egal ob bei Unwetter-, Großbrand- oder Amokalarm. Wir haben bei Marco Kuhn (44), Mitarbeiter im Brand- und Katastrophenschutz am Landratsamt Miesbach nachgefragt, wo die Vorteile des Systems liegen.

-Herr Kuhn, was kann NINA, was andere Apps wie Katwarn nicht können?

Marco Kuhn: Bisherige Apps sind meist auf Warnungen aus bestimmten Bereichen beschränkt, zum Beispiel zum Wetter. Bei NINA laufen alle Gefahrenmeldungen für einen vom Nutzer ausgewählten Bereich ein. Sie kommen – anders als bei Katwarn, das speziell für die Versicherungswirtschaft entwickelt wurde – direkt von den Katastrophenschutzbehörden und sind damit absolut verlässlich.

-NINA gibt also erst dann laut, wenn Sie auf’s Knöpfchen drücken?

Marco Kuhn: Das kommt auf die Gefahrenstufe an. Bei ganz wichtigen Meldungen wie etwa einer Amoklage ist eine übergeordnete Stelle für die Freigabe verantwortlich, bei Ereignissen wie einem Schulausfall durch Blitzeis steuern wir das selbst. Das Ziel ist, dass wir über NINA wesentlich mehr Bürger zeitnah erreichen als beispielsweise bei einer Durchsage über das Radio.

Lesen Sie auch: Am Landratsamt wird der Katastrophenfall durchgespielt

-Aber besteht am Smartphone nicht die Gefahr, dass die Mitteilung in der Informationsflut einfach untergeht?

Marco Kuhn: Wenn der Nutzer die App richtig einstellt, kann das eigentlich nicht passieren. Die Push-Nachrichten von NINA kann man kaum übersehen. Letztlich funktioniert das System aber natürlich nur, wenn es genug Menschen nutzen. Dann aber kann es auch den Rettungskräften die Arbeit erleichtern.

-Inwiefern das?

Marco Kuhn: Umso mehr Leute frühzeitig mit objektiven Informationen über eine Gefahrenlage versorgt werden, desto eher kann man einer Massenpanik entgegenwirken. So etwas wird ja nicht zuletzt auch durch Falschinformationen über soziale Netzwerke hervorgerufen.

Die Smartphone-App NINA ist kostenlos für Mobiltelefone mit Android- und Apple-Betriebssystem erhältlich.

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