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Nu r die wenigsten Radler fahren den Weg an der B 472 wie vorgeschrieben zu Ende. Zu verlockend ist die Abkürzung über die Bushaltestelle.

Gefahrenstelle an der Bundesstraße 472 bei Wachlehen

Radfahrer kürzen ab: Anwohner beobachtet haarsträubende Szenen

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Radfahrer kürzen den Weg an B 472 bei Wachlehen ab und können dabei von Autofahrern leicht übersehen werden. Ein Anwohner beobachtet oft gefährliche Szenen und warnt vor dem Unfallrisiko.

Wachlehen – Pflastersteine halten keinen Radler auf. Erst recht nicht, wenn der schmale Rüttelstreifen eine bequeme Abkürzung verspricht – so wie am Radweg an der B 472 bei Wachlehen. Anwohner Karl Gegenfurtner hat hier schon die eine oder andere haarsträubende Szene beobachtet. „Als Autofahrer ist die Gefahr ist sehr groß, die schnellen Radfahrer zu übersehen“, sagt er.

Das Problem ist für ihn entstanden, als vor etlichen Jahren eine Telefonzelle vor der Bushaltestelle Wachlehen abgebaut wurde. Die Pflastersteine blieben jedoch im Boden. Mit dem Ergebnis, dass die Radler den Weg von Miesbach Richtung Baumer Berg nicht wie vorgeschrieben komplett zu Ende fahren, sondern – ohne großartig abzubremsen – über die Bushaltestelle auf die Bundesstraße schneiden.

Was sie dabei nicht bedenken: Die Autofahrer, die von der hinter dem Wartehäuschen einmündenden Bucherstraße aus Wachlehen auf die B 472 abbiegen wollen, können die von links heranrauschenden Radler kaum erkennen. „Die Wachlehner konzentrieren sich auf die beiden gegenüberliegenden Spiegel, die man benutzt, um den Autoverkehr auf der Bundesstraße zu beobachten“, erklärt Gegenfurtner. Seiner Frau ist genau das schon passiert. Sie wollte nach links in Richtung Miesbach abbiegen – und plötzlich hatte sie eine Radlerin auf der Motorhaube. „Gott sei Dank ist das relativ glimpflich ausgegangen“, meint Gegenfurtner.

Sein Vorschlag: Die Pflastersteine entfernen und den Streifen mit Erde aufzuschütten, damit die Radfahrer gezwungen werden, den Radweg bis zur Einmündung auf den Bucherweg zu Ende zu fahren. Alternativ könnte man auch eine Leitplanke aufstellen, meint Gegenfurtner. Diese Idee habe er bereits bei der Miesbacher Bürgerversammlung geäußert und sie auch der Polizeiinspektion Miesbach mitgeteilt.

Dort sieht man allerdings keinen dringenden Handlungsbedarf, wie Verkehrssachbearbeiter Alfred Christl auf Nachfrage unserer Zeitung erklärt. „Da ist schon mal was passiert, aber es ist kein Unfallschwerpunkt.“ Die Vorrangregelung sei ohnehin zum Nachteil des Radfahrers, wenn dieser über die Bushaltestelle auf die Bundesstraße einbiege. „Das ist wie bei einer Grundstücksausfahrt.“ Dennoch werde man sich die Stelle gemeinsam mit Staatlichem Bauamt Rosenheim und dem Landratsamt anschauen. Zum Beispiel könne man prüfen, ob sich der Radweg auch schon vorher auf die B 472 einschleifen ließe.

Fixe Aussagen will auch Matthias Geitz, Gebietsleiter am Staatlichen Bauamt Rosenheim, noch nicht treffen. Zuerst müsse man sich vor Ort ein Bild machen. Von einem Austausch der Pflastersteine hält Geitz jedoch nichts. „Mountainbiker fahren auch übers Gras, die hält nicht mal ein Bordstein ab.“ Eine Leitplanke sei hingegen nur „das letzte Mittel“.

Für Peter Schiffmann, Fachbereichsleiter Straßenverkehrswesen am Landratsamt, ist das Problem in Wachlehen grundsätzlicher Natur. „Es ist immer eine Gefahrenstelle, wenn ein Radweg in einer Straße endet“, erklärt Schiffmann. Deshalb sei es ein Ziel des Radwegekonzepts, bestehende Lücken zu schließen. So habe das Straßenbauamt bei den Arbeiten an der B 472 bei Thalmühl im vergangenen Jahr einen neuen Radweg gebaut. Dass das bald auch am Baumer Berg passieren wird, hält Schiffmann zwar für „wünschenswert und notwendig, aber leider aufgrund der Topographie auch für komplex und somit wohl erst langfristig realisierbar“.

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