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Die Trachtler wurden in Zeitlupe gefilmt.

900 Jahre Ersterwähnung Miesbach

Gelungenes Portrait

Miesbach - Einen Film über die Kreisstadt hat ein junges Team anlässlich der Ersterwähnung Miesbachs vor 900 Jahren gedreht. Hier lesen Sie die Kritk dazu.

Filmportraits über die Heimat sind so eine Sache. Gerne stopft man eine Fülle vermeintlich sehens- und wissenswerter Details hinein und erhält am Ende ein filmisches Protokoll, das den Zuschauer nicht so recht mitzureißen vermag. Das Team Kreativ-Instinkt ging bei dem 19-minütigen Film über Miesbach konsequent den anderen, den handwerklich richtigen Weg, und der heißt: reduzieren. Nur wenige Themen schafften es vor die Kamera und haben damit Raum, um zu wirken. Und das nicht nur durch famose Einstellungen und technische Spielereien.

Es ist gewagt, die Szene mit den traditionsreichen Trachtlern gänzlich untraditionell zu zeigen, aber es funktioniert. Mit Zeitraffern und Zeitlupen neu arrangiert und unterlegt mit rhythmischen Synthie-Sphären, gelingen ästhetische Bewegungsstudien, die dem Bekannten Neues abgewinnen, ohne es zu entstellen. Dasselbe Prinzip auch bei Stadt- und Natursequenzen. So gewähren beispielsweise Luftaufnahmen auch dem Ur-Miesbacher neue Blickwinkel.

Obwohl vieles weggelassen wurde, gelingt es den Machern, ein berührendes, ja poetisches Bild zu zeichnen, das den Charme Miesbachs auf zurückhaltende Weise transportiert. Die Stadt hat sich damit zum Jubiläum ein sehenswertes Zeitdokument zum Geschenk gemacht, das Alteingesessene wie Besucher gleichermaßen ansprechen wird.

Dieter Dorby

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