Plätze für Jugendliche sind in Miesbach rar. Über ein Jugendgremium sollen sich die jungen Miesbacherinnen und Miesbacher in die Stadtpolitik einbringen können, doch am Vorbereitungstreffen dazu nahm kaum einer teil.
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Plätze für Jugendliche sind in Miesbach rar. Über ein Jugendgremium sollen sich die jungen Miesbacherinnen und Miesbacher in die Stadtpolitik einbringen können, doch am Vorbereitungstreffen dazu nahm kaum einer teil.

Wenig Teilnehmer beim Online-Vorbereitungstreffen

Geplantes Jugendgremium in Miesbach: Kaum Interesse am Mitbestimmen

  • Dieter Dorby
    VonDieter Dorby
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Miesbach – Die Stadt Miesbach will ein Gremium einrichten, mit dem sich die örtliche Jugend in die Stadtpolitik einbringen kann. Wie dies konkret umgesetzt werden soll, sollte am Donnerstagabend online im Rahmen eines Vorbereitungstreffens zusammen mit möglichst vielen Jugendlichen aus der Kreisstadt erarbeitet und diskutiert werden, doch das Interesse war ziemlich übersichtlich.

Gerade mal acht Teilnehmer konnte Bürgermeister Gerhard Braunmiller begrüßen – und dabei bildeten den Schwerpunkt der Kinderschutzbund, der Freizeit- und Kulturkeller (FuKK) und das Kulturhaus zur goldenen Parkbank im Haindlkeller.

Für Familienreferentin Malin Friese (Grüne) und Jugendreferent Christian Mittermaier (CSU) ist dieses geringe Interesse jedoch kein Beinbruch: „Wir haben uns zwar mehr vorgestellt, aber trotzdem war das Treffen hilfreich.“ Denn von den anwesenden Experten aus der Jugendarbeit habe man erfahren, dass die Lage aktuell eh ziemlich schwierig sei. Der Grund ist wieder einmal die Corona-Pandemie, die mit den Lockdowns vieles abgeschnitten habe. „Deshalb ist es schwer, an die Jugendlichen heranzukommen“, fasst Mittermaier zusammen.

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Die Folge ist, dass man nun seitens der Stadt den Zeitplan neu überdenken will. „Wir müssen das Vorhaben erst mal mehr bei den Jugendlichen bewerben und es bekannt machen“, sagt Mittermaier. „Es jetzt übers Knie zu brechen, macht keinen Sinn.“ Man müsse den Prozess nun flexibel fortsetzen.

Anstoß in der Jugendbürgerversammlung

Wie berichtet, war bei der Jugendbürgerversammlung der Wunsch nach einem Jugendparlament geäußert worden. Der Stadtrat unterstützte in der Folge den Plan, ein solches Gremium aufzubauen. Wie es konkret aussehen soll, sollte nun eben besprochen werden – auch ob man ein formelleres, gewichtigeres Jugendparlament oder ein lockereres, unverbindlicheres Jugendgremium will.

Formeller oder lockerer?

„Generell geht es um die Frage: Legen die Jugendlichen etwas selbst fest oder geben wir es als Stadt vor“, erklärt der Jugendreferent. Man wollte den ersten Schritt den Jugendlichen überlassen, aber vielleicht sei es sinnvoll, dass der Stadtrat erst mal einen Rahmen vorgibt, der aber nicht in Stein gemeißelt ist. Dabei wolle man die Jugendorganisationen einbinden.

Denn eines ist laut Mittermaier für ihn wie für Malin Friese und Bürgermeister Braunmiller klar: „Wir wollen am Projekt dranbleiben.“ Über die Ferien sollen noch Gespräche stattfinden. Für September ist dann ein Bericht im Stadtrat vorgesehen.

ddy

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