Gerichtsverhandlung in Miesbach

Angeklagter (40) rammt betrunken auf der A8 einen Streifenwagen

Zwei Polizisten werden bei dem Aufprall leicht verletzt, als ein 40-Jähriger auf der A8 bei Irschenberg hinten auf ihren Streifenwagen fährt. Der Mann flüchtete - und landete nun vor Gericht.

Irschenberg/Miesbach - Es geschieht nicht alltäglich, dass im Sitzungssaal 2 des Miesbacher Amtsgerichts die Handschellen klicken. Doch am Ende der Verhandlung gegen einen 40-jährigen Mann aus Schönau am Königssee war es der Fall. Allerdings nicht wegen der aktuellen Verhandlung, die einen Vorfall auf der A8 zum Grund hatte.

Der Angeklagte wohnt derzeit nicht in Schönau, sondern sitzt wegen eines anderen Verbrechens noch drei Jahre in der Justizvollzugsanstalt in Bad Reichenhall ein. Dorthin durfte der gebürtige Slowene nach dem Prozess in der Kreisstadt auch wieder zurück – in Begleitung zweier Polizisten samt Streifenwagen. Wegen eines solchen saß er überhaupt in Miesbach vor Gericht. Auf der Autobahn A 8 von München Richtung Salzburg auf Höhe Irschenberg machte er im Oktober 2016 eine unliebsame Begegnung mit einem Polizeiauto.

Auf der mittleren Spur fuhr er hinten auf ein Beamten-Fahrzeug auf – und fuhr weiter. Nach kurzer Verfolgungsjagd konnte der Slowene allerdings gestoppt werden. Ein Alkoholtest ergab 1,28 Promille. Da sich die beiden im Polizeiwagen sitzenden Beamten beim Aufprall an der Halswirbelsäule verletzt hatten, waren es gleich vier Straftaten auf einmal: fahrlässige Gefährdung des Straßenverkehrs, fahrlässige Körperverletzung, Entfernen vom Unfallort sowie Trunkenheit im Verkehr.

Der Pflichtverteidiger des Schönauers, Harald Baumgärtl, regte an, das Verfahren vorläufig einzustellen. Im Gegenzug bot er in Absprache mit seinem Mandanten an, Letzterem die Fahrerlaubnis unwiderruflich zu entziehen. „Er sitzt bereits in Haft, und die für diese Tat zu erwartende Strafe dürfte da nicht allzu sehr ins Gewicht fallen“, erklärte Baumgärtl. Staatsanwaltschaft und Amtsrichter Walter Leitner zeigten sich milde und stimmten dem Vortrag des Pflichtverteidigers zu. Interessant ist, warum der 40-Jährige bereits seit Mai für insgesamt drei Jahre und drei Monate einsitzt: wegen Nötigung, Körperverletzung, Sachbeschädigung, Hausfriedensbruch und Vergewaltigung.

hph

Rubriklistenbild: © dpa

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