Messer-Mann ersticht Frau mitten auf der Straße - Täter auf der Flucht

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Stephen Hank, Redaktionsleiter von Miesbacher Merkur, Holzkirchner Merkur und Tegernseer Zeitung

Glosse

Büffelparade

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Gegrüßt werden ist Glückssache. Unser Autor Stephen Hank erlebt das immer wieder. Und hofft jetzt auf einen neuen Eintrag im Duden.

Ich habe ein neues Lieblingswort: Büffelparade. Gefällt mir besser als Jamaika-Aus, das Wort des Jahres 2017. Mein neues Lieblingswort ist mir irgendwie auch näher. Ich war ja noch nie auf Jamaika.

Büffelparade also. Das Wort wurde neulich beim Besuch im Fitnessstudio geboren. Es ist – so möchte ich stolz anmerken – meine eigene Kreation und steht auch noch nicht im Duden. Dort findet man lediglich die Büffelherde und etwas darüber auch den Büfettier, der zwar irgendwie tierisch klingt, aber streng genommen nur am Büfett steht und die Getränke ausschenkt. Der Büfettier kann natürlich auch ein fürchterlicher Büffel sein, und da komme ich wieder zurück zum Kern der Geschichte.

Ich war menschenseelenallein auf der Trainingsfläche und damit beschäftigt, meinen Bürorücken (steht auch nicht im Duden) zu begradigen, als ein Sportsmann neben mir grußlos an die Geräte stapfte. Später am Tag verließ er dann ebenso grußlos die Umkleide, um umgehend dem nächsten Büffel Platz zu machen. Der pflanzte sich in der ansonsten menschenleeren Kabine wortlos direkt neben meine Sporttasche, rubbelte an seinem Smartphone und war ansonsten herzlich wenig daran interessiert, wo ich mich denn nun hinsetzen sollte, um meine Füße abzutrocknen. Als ich wenig später mit einem „Servus, schönes Wochenende“ die Umkleide verließ, war vom Büffel nicht mal ein Brummen zu vernehmen.

Als ich ein Kind war, hat man mir eingetrichtert, Leute zu grüßen. Sogar auf der Straße. Diese Zeiten sind ohnehin vorbei. Als ich vor einigen Jahren die ersten irritierten Blicke geerntet und sich Mütter schützend vor ihren Nachwuchs geschoben haben, habe ich damit aufgehört. Gleichwohl freue ich mich heute über jedes Kind, das diesen Anstand noch besitzt.

Es ist durchaus legitim, in einem Raum voller Leute jemanden zu übersehen und nicht jeden Einzelnen zu grüßen. Sind aber nur zwei oder wenige Menschen mehr zugegen, sollte es für denjenigen, der den Raum betritt oder verlässt, doch eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein, kurz den Mund aufzumachen.

Jetzt, wo alles so besinnlich auf Weihnachten zusteuert, lohnt es sich, auch darüber mal nachzudenken. Oft braucht es keine dicken Geschenke. Manchmal bereiten auch Kleinigkeiten Freude. Wenn’s sein muss, mit einer kleinen Dreingabe. Büffelmozzarella zum Beispiel.

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