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Stephen Hank, Redaktionsleiter von Miesbacher Merkur, Holzkirchner Merkur und Tegernseer Zeitung.

Glosse

Der Depp mit der Sommerzeit

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Seit Sonntag gilt wieder die Sommerzeit. Die Umstellung kann einen ganz schön mitnehmen. Unser Autor Stephen Hank hat sich darüber so seine Gedanken gemacht.

„Jeder Dritte hat Probleme durch Zeitumstellung.“ Dieses Ergebnis einer repräsentativen forsa-Umfrage im Auftrag der KKH ist alarmierend, zumal mit einem Blick auf unseren dreiköpfigen Haushalt. Vermutlich wird es wieder mich treffen. Ene, mene, muh – der Depp mit der Sommerzeit bist Du!

Um eines klarzustellen: Ich drehe die Uhr in die richtige Richtung. Seit Jahren hilft mir dabei die Eselsbrücke mit den Gartenmöbeln. Im Frühjahr kommen sie vors Haus, im Herbst zurück. Vor, zurück – verstanden?

Sorge bereiten mir die Nebenwirkungen. „Jeder Sechste sagt, dass er infolge der Zeitumstellung tagsüber gereizt oder müde ist“, schreibt die KKH. Die KKH ist eine Krankenkasse, jeder mit gesundem Menschenverstand sollte ihr also glauben. Jeder Sechste – das ist jeder zweite Dritte. Also ich. Die Kollegen können sich schon freuen.

Sofern ich es überhaupt ins Büro schaffe. Denn fast jedem vierten Befragten fällt es laut KKH schwerer, nach der Zeitumstellung morgens aufzustehen. Als Dritter bin ich aus dieser Nummer zwar raus, es spielt aber keine Rolle. Denn generell fällt es mir auch ohne Zeitumstellung schwer, morgens aufzustehen. Ich bin deshalb für diesen Tipp im Pressetext dankbar: „Damit der Wochenanfang nach der Zeitumstellung nicht zu schwer fällt, sollte man ihn so gut wie möglich vorbereiten und bereits am Sonntagabend Kleidung rauslegen und den Frühstückstisch decken.“ Danke für diese neue Eselsbrücke: Am Abend legt man die Kleidung raus, am Morgen holt man sie wieder rein. Raus, rein – verstanden?

Wussten Sie übrigens, dass die Sommerzeit wie gemacht ist für Statistiken? Eine weitere Pressemitteilung – diesmal vom Landesbund für Vogelschutz – hat in dieser Woche dazu aufgefordert, jeden beobachteten Igel zu melden. Vogel, Igel – verstanden? Ich nicht! Und der Naturschutzbund zählt Schmetterlinge. Einer heißt Kleiner Fuchs. Vermutlich, weil er so schlau war, sich nicht nach einer Zitrusfrucht zu benennen. Zitrone, Falter – verstanden?

Sie merken schon, die Zeitumstellung narkotisiert den Stirnlappen. Deshalb bleibt man ab Sonntag am besten ganz im Bett. Sechs von zehn Männern bevorzugen dort übrigens eine Frau ohne Parfüm, heißt es in der Pressemitteilung einer „Dating-Webseite für verheiratete und vergebene Menschen, die eine Affäre haben“. Meine Güte, lass’ doch bitte wieder Winter werden!

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