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Pendlerströme für 16 Gemeinden zeigt unsere Grafik. Wie sie zu lesen ist, steht im Text.

Neue Daten für 16 Gemeinden

Große Infografik: So pendelt der Landkreis Miesbach

Der Landkreis ist mobil: Die Zahl der Berufspendler steigt. Zuletzt gab es von mehreren Stellen neue Daten. Wer wann wohin fährt, zeigt unsere große Infografik.

Verkehrsaufkommen in der Relation

Der Mobilfunk-Anbieter Telefonica hat im März 2017 anonymisierte Daten zu Bewegungen anhand vieler Millionen Anschlüsse ausgewertet. Die Graphen zeigen das Verhältnis von Einreisen (orange) zu Ausreisen (schwarz). Erfasst sind damit Autofahrer und Nutzer öffentlicher Verkehrsmittel – alles, was ein Handy dabei hat. Über das absolute Verkehrsaufkommen gibt diese derweil keinen Aufschluss. Infos auf www.so-bewegt-sich-deutschland.de.

Die besonderen Fälle

Miesbach: In der Schulstadt Miesbach ist die Zahl der registrierten Einreisen morgens besonders hoch – auch weil so gut wie alle Jugendlichen Smartphones haben.

Irschenberg: Hier scheint es, als ob die Menschen dauerhaft die Gemeinde verlassen. Dies liegt wohl daran, dass die Darstellung um 19 Uhr endet, viele Lkw-Fahrer aber erst danach ankommen, übernachten und am nächsten Morgen nur als Abreisende erfasst werden.

Waakirchen und Fischbachau: Hier wird morgens am meisten ausgependelt. Vermutlich, weil es vergleichsweise wenig Arbeitsplätze gibt.

Da kommen sie her, da fahren sie hin

  • Top-Pendlergemeinde: Pendler-Kommune Nummer eins im Kreis Miesbach ist eindeutig Holzkirchen. Dies geht aus Zahlen hervor, die die Bundesagentur für Arbeit vorgelegt und der Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München ausgewertet hat. Demzufolge ist die Zahl der Pendler (Ein- und Aus-) in Holzkirchen zwischen 2006 und 2016 um über 1000 gestiegen. Das trifft zudem auf die Stadt Miesbach zu. Ausschließlich in Holzkirchen ist derweil auch die Zahl der Arbeitsplätze im gleichen Zeitraum um über 1000 gestiegen. Fast 80 Prozent aller rund 8000 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätze in der Marktgemeinde werden von Menschen besetzt, die nicht in Holzkirchen wohnen. Und als einzige Kommune im Landkreis liegt die Zahl der Einpendler in Holzkirchen um mehr als 1000 höher als die der Auspendler (6200: 4700). 
  • Einpendler: Und hier kommen die Menschen her, die im Landkreis arbeiten, aber nicht hier wohnen: Ganz oben auf der Liste steht der Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen mit gut 2500 Einpendlern, gefolgt von Rosenheim mit 2180 und der Landeshauptstadt München mit rund 2030. Kurios: In der Statistik des Arbeitsamtes sind auch Pendler mit Wohnsitz in Schleswig-Holstein (47) geführt. Gründe könnten das beibehalten des Erstwohnsitzes, Home-Arbeitsplätze oder Wochenpendeln sein. Aus dem Kreis München kommen 981 Menschen zum arbeiten in den Kreis Miesbach, aus Ebersberg noch 257, auch Österreich noch 123 Menschen. Summasummarum verzeichnet das Arbeitsamt 11 630 Einpendler. 
  • Auspendler: Insgesamt 15 380 Beschäftigte verlassen täglich den Landkreis, um ihrer Arbeit nachzugehen. Die meisten fahren nach München hinein: über 6250. Weit dahinter kommen die Landkreise München (knapp 3000) und Bad Tölz-Wolfratshausen (1430). In Richtung Osten, in den Kreis Rosenheim, verlassen immerhin noch 1150 Menschen den Landkreis. Am andere Ende Deutschlands, in Schleswig-Holstein, haben der Statistik zufolge 27 Landkreis-Bürger ihren Arbeitsplatz. Erwerbstätige im Landkreis verzeichnete das Landesamt für Statistik im Jahr 2015 übrigens 48 700 – bei einer Einwohnerzahl von rund 98 000. 
  • Tendenz: Die Pendelbewegungen nehmen durch die Bank zu. Einzige Ausnahme ist für Bad Wiessee, wo die Zahl der Einpendler – und auch die der Arbeitsplätz gesunken ist. Der Planungsverband fordert daher: Die Kommunen sollen die Verkehrsinfrastruktur verbessern – auf der Straße und im Öffentlichen Personen-Nahverkehr.

Von Daniel Krehl

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