Verkehrszählung, Karte, Landkreis Miesbach, Tegernsee, Schliersee
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Spannender Überblick: Die Zahlen unserer Karte stammen aus dem Bayerischen Straßeninformationssystem (Baysis). Sie sind im Internet auf https://www.baysis.bayern.de/web/ öffentlich und kostenlos abrufbar. Was sie genau aussagen und wie sie gemessen werden, erklären wir im Text links.

Stau durch Pendler und Ausflügler

Große Karte: Die Verkehrsbelastung im Landkreis Miesbach in Zahlen

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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Stau ohne Ende: Der Verkehr im Landkreis wird immer mehr. Doch lässt sich das auch mit Zahlen belegen? Nicht überall, wie unsere große Karte zeigt.

Landkreis – Fragt man die Bürger nach der Entwicklung der Verkehrsbelastung im Landkreis Miesbach, fällt die Antwort meist ziemlich eindeutig aus: „Es wird immer mehr.“ Doch lässt sich dieses Gefühl auch mit Zahlen belegen? Nur zum Teil, wie unsere Karte (siehe Grafik) zeigt. Jeder Messpunkt zeigt die durchschnittliche tägliche Verkehrsstärke (DTV) in 24 Stunden. Wichtig: Der separat ausgewiesene Schwerlastverkehr (größer 3,5 Tonnen) ist auch in der Zahl neben dem Autosymbol enthalten. Letztere stellt also alle Fahrzeuge im Straßenquerschnitt im jeweiligen Zeitraum dar. Die schwarzen Zahlen stammen aus dem Jahr 2015, die Spalte daneben weist die entsprechenden Vergleichswerte von 2005 aus. Steigerungen sind rot markiert, Rückgänge grün.

Alle Daten sind der amtlichen Straßenverkehrszählung entnommen, die bundesweit alle fünf Jahre durchgeführt wird, zum nächsten Mal also 2020. Die Erfassung erfolgt immer in beide Fahrtrichtungen, teilt das zuständige Staatsministerium für Wohnen, Bauen und Verkehr auf Anfrage mit. Die Aufzeichnung erfolgt dabei sowohl durch manuelle Zählung sowie durch temporäres Monitoring mit sogenannten Seitenradargeräten.

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Bei der manuellen Variante führt geschultes Personal eine Strichliste über den Verkehr am Messpunkt innerhalb eines festgelegten Zeitraums. Bei Punkten mit mehr als 7000 Fahrzeugen in 24 Stunden geschieht dies an zwei „Normalwerktagen“ (Dienstag, Mittwoch, Donnerstag) jeweils von 7 bis 9 Uhr und von 15 bis 18 Uhr. Hinzu kommen zwei Freitage mit einer Messung von 15 bis 18 Uhr. An Stellen mit weniger als 7000 Fahrzeugen in 24 Stunden beschränkt sich die Stichprobe auf zwei Normalwerktage, jeweils von 15 bis 18 Uhr. In beiden Gruppen fließen noch zwei Ferienwerktage (Dienstag, Mittwoch oder Donnerstag) von 15 bis 18 Uhr sowie zwei Sonntage (16 bis 19 Uhr) in die Auswertung ein. Rechnet man alles zusammen, beruhen die Daten der ersten Gruppe also auf acht Zähltagen oder 28 Stunden, die der zweiten Gruppe auf sechs Tagen oder 18 Stunden.

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Die automatischen Zählgeräte sind pro Messstelle zwei Mal für jeweils eine Woche im Einsatz, wobei diese Zeiträume mindestens sechs Wochen auseinanderliegen müssen. Sie senden elektromagnetische Wellen aus, die von den vorbeifahrenden Fahrzeugen reflektiert werden. So lässt sich auch bestimmen, ob gerade ein Auto oder ein Lkw vorbeifährt. Zusätzlich erkennt ein akustischer Sensor, ob der Motor großer Wagen vorne (Laster) oder hinten (Bus) sitzt.

Große Karte: Die Verkehrsbelastung im Landkreis Miesbach in Zahlen

Damit nicht genug: Auch der Ausflugsverkehr in dafür prädestinierten Regionen wie eben im Landkreis Miesbach wird erfasst. Hier findet im Monitoring zusätzlich eine 24 Stunden-Aufzeichnung an Sonn- und Feiertagen statt. Die Zahlen sind der Grafik nicht zu entnehmen. Jedoch bewegen sie im Jahr 2015 sich fast ausnahmslos unter den Werten der Wochentage. Ausnahme ist Kreuth Reitrain. Hier weist die Statistik 12 131 KfZ (9339 unter der Woche) aus. Auch am Sudelfeld ist – wenig überraschend – am Sonn- und Feiertagen mehr unterwegs.

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Anders sieht es in in Urlaubszeiten aus. In Ferienregionen gibt es eine weitere Wochenzählung in den Sommerferien. Hier liegen die Zahlen der Kfz tatsächlich an einigen Messstellen noch etwas höher als unter der Woche, wenn auch nicht über die Maßen. Beispiel: Der Ferien-Wert für den Abschnitt Gmund-Dürnbach auf der B 318: Zu Urlaubszeiten 17 646, sonst 16 549 (Wert in der Grafik).

Entscheidend dürfte für die Stauentwicklung schlicht und einfach immer sein, wie viele Autos auf einmal durch die Ortschaften wollen. Im Sommer war dies an einem Sonntag zu beobachten, als am frühen Nachmittag das Wetter in den Bergen umschlug: Megastau.  

Daniel Krehl

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