Das Förderzentrum in Hausham - hier eine Archivaufnahme der Baustelle - ist kurz vor der Fertigstellung.
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Das Förderzentrum in Hausham - hier eine Archivaufnahme der Baustelle - ist kurz vor der Fertigstellung.

Landratsamt verzeichnet verstärkte Nachfrage

Handwerksfirmen warten auf Ausschreibungen

  • Stephen Hank
    vonStephen Hank
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Beim Landratsamt gehen die ersten Anfragen von Firmen ein, wann wieder Baumaßnahmen ausgeschrieben werden. Der Landkreis will deshalb bei den Investitionen nicht nachlassen.

An den weiterführenden Schulen im Landkreis stehen auch in diesem und in den kommenden Jahren erhebliche Investitionen an. Das wurde vor Kurzem im Zuge der Haushaltsberatungen im Kreistag deutlich. „Die Investitionen im Bildungsbereich werden sich aber auszahlen“, sagte CSU-Fraktionssprecher Christian Köck. „Wir mögen heute zwar zu den höchst verschuldeten Landkreisen Bayerns gehören. Wenn man’s umdreht, sind wir eines Tages aber ganz vorne mit dabei.“ So könne man mit eigenen, frischen Kräften den örtlichen Arbeitsmarkt beleben und die Firmen stärken.

Erhebliche Investitionen in weiterführende Schulen

Allein im laufenden Jahr werden rund 8,2 Millionen Euro in Baumaßnahmen an den Schulen fließen. „Mittlerweile haben wir dort 7308 Schüler“, sagte Kreiskämmerer Gerhard de Biasio. Auf der Liste stehen nicht nur die Erweiterung der Realschule Tegernseer Tal und des Gymnasiums Holzkirchen. Auch das Gymnasium Tegernsee und die Berufsschule Miesbach erhalten in den kommenden Jahren eine Generalsanierung. Fest steht inzwischen auch, dass beim denkmalgeschützten Gebäude des Beruflichen Schulzentrums an der Frauenschulstraße in Miesbach eine Generalsanierung erforderlich wird. 2021 sind dafür 120 000 Euro eingeplant. An der Realschule Holzkirchen wiederum stehen für rund 625 000 Euro die Errichtung einer Schallschutzwand am Sportgelände und der Einbau einer Lüftungsanlage in der Turnhalle an. Kurz vor dem Abschluss steht die Sanierung und Erweiterung des Förderzentrums in Hausham.

Der Zeitpunkt für das ehrgeizige Investitionsprogramm des Landkreises ist günstig. „Der heiß gelaufene Baumarkt kühlt langsam ab“, berichtete der Kreiskämmerer. „Es kommen schon die ersten Anfragen, wann wir wieder ausschreiben. Wir müssen jetzt auftreten.“ Für die öffentliche Hand war es jahrelang fast unmöglich, zu akzeptablen Preisen Bau- und Handwerksleistungen zu bekommen.

Diskutiert wurde, wie schon bei den Vorberatungen im Kreisausschuss, der Personalschlüssel. 30 neue Stellen wird das Landratsamt in diesem Jahr bekommen, darunter auch zwei Ranger fürs Mangfallgebirge. „Im landesweiten Vergleich haben wir für eine Behörde unserer Größe nicht zu viel Personal“, erinnerte Biasio. „Einige Stellen sind uns von übergeordneten Behörden zugeteilt und werden erstattet.“

Bürger sollen unmittelbar von Stellenmehrung profitieren

Die Stellenmehrung habe durchaus Sinn und sei schlüssig und nachvollziehbar, betonte CSU-Fraktionssprecher Köck. „Die Bürger erwarten von Behörden kurze Reaktionszeiten.“ FWG-Fraktionssprecher Andreas Hallmannsecker zeigte sich erfreut, dass man fünf Stellen auf Vorrat für derzeitige Auszubildende am Landratsamt vorhalte: „Damit können wir vorbauen.“ Vorausschauendes Handeln sei durchaus geboten, so FW-Sprecherin Birgit Eibl. Denn ein Drittel der Bediensteten gehe in den nächsten sieben Jahren in Rente. Eibl: „Die Mehrung wird sich wieder verringern, weil auch die Frage ist, wie schnell Stellen nachbesetzt werden können.“

Mehr Investitionen in den Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) hätten sich die Grünen gewünscht. Die Steigerung um 167 000 Euro sei „nicht ganz der Riesenbrocken“, merkte Fraktionssprecher Thomas Tomaschek an. Verständlich, aber ebenso bedauerlich sei es, dass der soziale Wohnungsbau am Landratsamt frühestens 2025 starte. Dringend benötigter Wohnraum stehe damit auf Jahre nicht zur Verfügung. Auf eine Senkung der Kreisumlage um einen Prozentpunkt hätten die Grünen lieber verzichtet: „Die Aufgaben und Ausgaben werden nicht weniger.“ Josef Lechner (CSU) hielt dagegen: „Man hätte sogar um zwei Punkte reduzieren können, aber lieber ein Prozent und dafür nachhaltig.“ Zur Wahrheit gehöre auch, dass der Landkreis 2021 trotz der Senkung der Kreisumlage sieben Millionen Euro mehr von den Kommunen einnimmt.

sh

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