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Romantik pur: Florentine Lahme und Marco Girnth beim Dreh für das ZDF-„Herzkino“ bei Parsberg.

Eine Stelle für die Filmemacher

Großer Erfolg: Landkreis fördert Projekt Filmregion stärker

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9000 Euro – so groß ist pro Tag die finanzielle Wertschöpfung für die Region, wenn ein Filmteam im Landkreis die Kameras aufbaut. Folgeeinnahmen sind dabei noch gar nicht berücksichtigt. Grund genug, für ein wenig mehr Zuschuss.

Landkreis – „Der Werbeeffekt ist unmittelbar nach der Ausstrahlung eines bei uns gedrehten Fernsehfilms spürbar“, berichtete Harald Gmeiner, Vorstand der Tourismusorganisation Alpenregion Tegernsee Schliersee (ATS), jetzt im Wirtschaftsausschuss des Kreistags. „Wir bekommen dann deutlich mehr Anfragen über Mail oder Telefon.“ Mit einem Zuschuss von 6000 Euro für 2017 soll der Landkreis nun helfen, die Filmregion Tegernsee-Schliersee voranzubringen.

Im Dezember war der Landkreis vom Film-Fernseh-Fonds Bayern und der Bayern Tourismus Marketing als „Drehort des Jahres“ ausgezeichnet worden (wir berichteten). Vorausgegangen war ein Projekt, das Patrick Diel als Werkstudent bei der Standortmarketing-Gesellschaft (SMG) Landkreis Miesbach aufgebaut hatte. Im Rahmen seiner Bachelorarbeit, die mit Bestnote bewertet wurde, überlegte der 27-jährige Geograf und Betriebswirt, wie sich der Landkreis als Filmregion vermarkten lässt. Wie man also zum einen Filmschaffende, zum anderen aber auch die Filmfans in die Gegend holt.

Mittlerweile ist auch die ATS an Bord. „Es ist ein typisches Schnittstellenthema zwischen Wirtschaft und Tourismus“, sagte SMG-Geschäftsführer Alexander Schmid in der Sitzung. Im laufenden Jahr soll Diel das Projekt nach dem Wunsch der beiden Organisationen weiter voranbringen. Zum einen ist geplant, die Datenbank für Drehorte konsequent zu erweitern. Zum anderen wird der sogenannte „Productionguide“ ausgebaut. Jede Gemeinde soll einen Leitfaden bekommen, der sie bei Anfragen bezüglich Drehgenehmigungen unterstützt und entsprechende Ansprechpartner definiert. Für den Herbst ist in Zusammenarbeit mit dem Film-Fernseh-Fonds eine Filmlocationtour für Filmschaffende durch den Landkreis geplant.

ATS und SMG finanzieren das Projekt mit jeweils 2000 Euro. Um Diels Stelle (9000 Euro) und die Sachkosten (1000 Euro) abdecken zu können, sind im laufenden Jahr weitere 6000 Euro erforderlich. Die möge der Landkreis beisteuern, lautet die einstimmige Empfehlung des Wirtschaftsausschusses an den Kreistag. „Wir erzielen mit relativ wenig Mitteln eine große Wirkung“, sagte Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne). „Touristisch wird sich das langfristig auszahlen.“

Anastasia Stadler (CSU) bat in diesem Zusammenhang darum, das Projekt auch in der Praxis zu leben – beispielsweise bei den Genehmigungen. Die Rottacherin dachte dabei an die vom Fremdenverkehrsverein betriebene Wallbergstraße, die durch ein Wasser- und Landschaftsschutzgebiet führt und sich gut für Filmaufnahmen von Rallyes eigne. Die Messlatte für Genehmigungen liege aber oftmals hoch. „Das muss man“, forderte sie, „dann auch mal pragmatisch lösen.“

sh

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