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Vorfreude auf 2020: das Messeteam mit (vorne v.l.) Nicole Stock und Gabi Dubb sowie (hinten v.l.) Linda Mattes, Julia Huber, Hans Krinner, Hans Seebacher, Hannah Langohr, Petra Rieger und Andi Klausmann.

So präsentierte sich der Landkreis Miesbach in Berlin

Grüne Woche: Messeteam zieht positives Fazit

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„Hochwertige Produkte aus einer wertigen Region“: Unter diesem Motto präsentierte sich der Landkreis heuer auf der Grünen Woche in Berlin. Das Fazit fällt positiv aus.

Update Montag, 28. Januar: Messeteam der Alpenregion zieht positive Bilanz

Fünf Stück Käse für fünf Euro: Am letzten Tag der Grünen Woche in Berlin riefen viele Standbetreiber die Schnäppchenjagd aus. Rabattschlacht in der Bayernhalle – allerdings ohne die Werteproduzenten am Gemeinschaftsstand der Alpenregion Tegernsee-Schliersee (ATS). „Wir wollten keine Ramsch-Preise“, sagt ATS-Vorstand Harald Gmeiner. Die waren auch gar nicht nötig, um für Frequenz am Messestand zu sorgen.

Die genaue Analyse steht noch aus, ein Fazit kann Gmeiner aber bereits einen Tag nach Messeschluss ziehen: „Die Entwicklung war sehr positiv, unser Konzept ist aufgegangen“, sagt er. Die Kombination von „hochwertigen Produkten aus einer hochwertigen Region“ habe funktioniert. Die Gäste hätten den Auftritt als Einheit wahrgenommen.

In Zahlen ausdrücken lässt sich der Messeerfolg freilich schwer. Die Umsätze seien zwar im Vergleich zum Vorjahr gestiegen, aber eigentlich kein geeigneter Indikator. „Die Grüne Woche ist keine Verkaufsveranstaltung“, erklärt Gmeiner. Deshalb seien die Kosten für den Auftritt auch nicht über die Einnahmen an Ort und Stelle zu refinanzieren. Auch die Maßzahl der gewonnenen Kontaktadressen scheidet aus. „Das geht aus datenschutzrechtlichen Gründen nur noch mit großem Aufwand“, erklärt der ATS-Chef. Immerhin habe man aber mehr Prospekte verteilt. Und das zeuge ja auch schon mal von einem gesteigerten Interesse an der Region.

Ob die Standbesucher dann tatsächlich im Landkreis Urlaub machen werden, steht natürlich auf einem anderen Blatt. Drei neue Gästepaare sind der ATS aber sicher: die Gewinner der Glücksrad-Aktion. „Sie haben sich narrisch gefreut und bleiben sicher nicht nur die eine Übernachtung, die sie geschenkt bekommen.“

Einen Aufenthalt in Berlin hat das Messeteam auch für 2020 wieder vor. Vor einer festen Zusage möchte sich Gmeiner aber erst mit allen Beteiligten absprechen und ein Fazit ziehen. In seinen Augen spricht aber nichts gegen eine Fortsetzung des eingeschlagenen Wegs. Das gehe aber nur, wenn sich der Landkreis erneut an den Kosten beteilige. Einen Premium-Auftritt gibt es eben nicht zum Schnäppchenpreis.

Update Freitag, 25. Januar: Ein Glücksrad als Besuchermagnet

Glücksfee am Messestand: Petra Rieger (l.) von der Alpenregion Tegernsee-Schliersee mit zwei Besuchern.

Das Rattern des Glücksrads hat auf die Messebesucher eine magnetische Wirkung. „Wenn wir das rausholen, stehen die Leute Schlange“, sagt Petra Rieger, die den touristischen Bereich des Stands der Alpenregion Tegernsee-Schliersee (ATS) auf der Grünen Woche in Berlin betreut. Also kommt die Aktion nur dann zum Einsatz, wenn es etwas ruhiger ist in der Bayernhalle. Und meist ist nach 15 Minuten wieder Schluss, meint Rieger schmunzelnd. „Sonst gehen uns die Preise aus.“ 

Das wäre schade, denn auch hier hebt sich die ATS vom gewohnten Werbegeschenke-Einheitsbrei ab. Statt fünf verschiedene Kugelschreiber gibt es laut Rieger kleine „Probiererl“ von den Werteproduzenten. Also beispielsweise ein Flascherl Hollersirup oder kleine Sixtus-Tuben. Und das waren nur die Trostpreise. Bei wem das Rad auf einem der Gewinnfelder hängen bleibt, der darf sich über ein gut gefülltes Käse-Paket oder eine Whisky-Verkostung freuen. 

Jeden zweiten Tag wird dann noch einer der drei Hauptpreise verlost, erklärt Rieger: eine Übernachtung für je zwei Personen, die der Steinbrecher-, Moar- und Webermohof aus dem Tegernseer Tal gesponsert haben. Damit die glücklichen Gewinner sich schon im Voraus freuen können, schnürt ihnen Rieger noch ein umfangreiches Infopaket zu ihrer Urlaubsregion.

Update Donnerstag, 24. Januar: „Öko“ als Türöffner

Rein vom Thema her hat es Hannah Langohr mit am schwierigsten auf dem Messestand der Alpenregion Tegernsee-Schliersee (ATS). Sie soll den Besuchern der Grünen Woche die Öko-Modellregion näherbringen – ein Förderprojekt des Landwirtschaftsministeriums. Doch die Mitarbeiterin der Standortmarketing-Gesellschaft (SMG) Landkreis Miesbach hat ihre Strategie entwickelt, wie sie den Berlinern die auf den ersten Blick trockene Materie schmackhaft machen kann.

Fachgespräch: Hannah Langohr (r.), als SMG-Mitarbeiterin für die Präsentation der Öko-Modellregion verantwortlich, tauscht sich mit Hannah-Rabea Grübl von der interkommunalen Allianz Schweinfurter OberLand aus.

„Beim Wort öko bleiben die meisten hängen“, sagt die 27-Jährige. Ist der Einstieg mal geschafft, kann sie ihre Qualitäten als Türöffnerin ausspielen. So vermittelt sie die Besucher weiter zu den Angeboten ihrer Kollegen auf dem Stand. Dorthin also, wo sich die Öko-Modellregion mit all ihren Facetten kennenlernen und mit Produkten wie Käse, Whisky oder Gewürzen auch schmecken lässt. Manche bleiben aber auch direkt bei ihr hängen. Meistens Leute, die den Bewegungen „Slow Food“ oder „Wir haben es satt“ nahestehen und damit ein offenes Ohr für regional und fair produzierte Lebensmittel haben.

Und auch Langohr selbst, die demnächst ihre Masterarbeit zum Thema Regionalentwicklung bei der SMG schreibt und ursprünglich aus Aachen kommt, lernt bei der Grünen Woche viel über den Landkreis. „Ich habe mich schon mit Wanderkarten eingedeckt.“

Update Mittwoch, 23. Januar: Viele Oberland-Freunde melden sich beim ATS-Stand

Die Präsenz der Werteproduzenten aus dem Landkreis und der Alpenregion Tegernsee-Schliersee (ATS) auf der Grünen Woche in Berlin ist gewissermaßen gelebte Völkerverständigung. Bayer trifft Preiß – eine Begegnung, die Spaß macht und ohne Sticheleien nicht auskommt, berichtet Gabi Dubb von den Tegernsee Arkaden, die die Werteproduzenten vertritt. 

Qualität ist gefragt am Stand der Werteproduzenten mit Gabi Dubb auf der Grünen Woche.

Besonders erfreulich sei, dass das Oberland in Berlin recht bekannt ist. „Viele Leute kommen an den Stand und erzählen, wo sie schon überall im Landkreis waren“, sagt Dubb. Tegernsee und Schliersee seien bestens bekannt, ebenso Bayrischzell. Dazu trage der Bodensee-Königssee-Radweg bei. „Den haben schon einige befahren und dabei bewusst Land und Leute kennengelernt.“ Bekannt seien auch die Produkte aus dem Landkreis, ergänzt sie. Was die Hersteller besonders freuen dürfte: Gerade die junge Kundschaft ab 25 Jahren ist laut Dubb bereit, für Qualität mehr zu zahlen, „und Qualität haben wir“. 

Insgesamt hat das Trio vor Ort – neben Dubb halten Schliersees Tourismus-Chef Mathias Schrön und Hannah Langohr (SMG) die Stellung – gut zu tun angesichts der guten Resonanz. Von 10 bis 18 Uhr ist die Messe geöffnet, aber zu tun gibt es auch vor- und nachher an den beiden Ständen. Nach getaner PR-Arbeit geht es zu dritt zum Essen. „Viel gesehen haben wir noch nicht von Berlin“, sagt Dubb. Gerade mal den Weg vom Hotel am Ku’damm hin zur Messe – im Halbdunkel. Gut, dass die Begegnungen auf der Messe jede Menge Spaß machen.

Update Dienstag, 22. Januar: Schöne Grüße an den „Beppo“

Mathias Schrön kommt aus dem Schwärmen gar nicht mehr raus. Seit Sonntag ist der Leiter der Gäste-Info Schliersee in Berlin bei der Grünen Woche – und ist begeistert von der Stimmung in der Bayernhalle, in der auch der Stand der Alpenregion Tegernsee-Schliersee (ATS) steht. Die Synergie zwischen qualitativ hochwertigen Produkten und Tourismus könne besser nicht sein, meint er. „Wir profitieren von der Bayernhalle.“

Infos zur Ökomodellregion erfragte Grünen-Fraktionsvorsitzender Toni Hofreiter (M.) bei Schliersees Gäste-Info-Leiter Mathias Schrön und Hannah Langohr von der SMG.

In einer Art Biergarten spiele den ganzen Tag bayerische Live-Musik, die in der ganzen Halle zu hören ist, erzählt Schrön. In die Klänge mischt sich der Duft der Produkte. „Das ist wie ein kleines Bayern in der Halle 22 B“, sagt Schrön. 

Davon haben sich auch Toni Hofreiter, Grünen-Fraktionsvorsitzender im Bundestag, und Alexander Dobrindt, Vorsitzender der CSU-Landesgruppe im Bundestag, anstecken lassen. Hofreiter hat sich über die Ökomodellregion Miesbacher Oberland informiert und dabei noch einen schönen Gruß an den „Beppo“ (Landrat Wolfgang Rzehak, Anm. d. Red.) geschickt. Dobrindt hat mit einer Delegation die ausgestellten Produkte der Werteproduzenten verköstigt. Weil er bereits eine private Sammlung an Slyrs-Whiskys hat, sei er vor allem von dem Essendorfer-Produkt „Der mit dem Slyrs tanzt“ angetan gewesen. Schrön: „Die Verkostung war wirklich nett.“

Update Montag, 21. Januar: Würzig geht besonders gut

Die Berliner mögen es gschmackig. „Die würzigen Sorten gehen am besten“, sagt Florian Hauder, Vertriebsleiter der Naturkäserei TegernseerLand. So zum Beispiel der zwölf Monate gereifte Bergkas. 68 Kilo hat das Messeteam der Naturkäserei mit an den Gemeinschaftsstand der Alpenregion Tegernsee-Schliersee bei der Internationalen Grünen Woche in Berlin gebracht. So schnell dürften sich die Vorräte also nicht erschöpfen. 

Erklärt, wie’s schmeckt: Sogar im Fernsehen ist Florian Hauder von der Naturkäserei TegernseerLand gefragt.

Zumal der Verkauf kein Selbstläufer sei, wie Hauder berichtet. „Alles, was du mittragen musst, ist schwer.“ Leichter hätten es da die Kollegen von der Klosterbrauerei Reutberg. Ihr Bier werde gleich getrunken – und lasse sich damit wesentlich leichter an den Mann oder die Frau bringen.

Neidische Blicke unter den Standteilnehmern gebe es nicht, betont Hauder. „Der Zusammenhalt ist super, wir unterstützen uns.“ Das Team spiele sich geschickt die Bälle zu. Wenn ein Messebesucher keinen Appetit auf Käse habe, erhalte er eben eine touristische Beratung über die Region. „Wir haben viele Anknüpfungspunkte“, sagt Hauder. „Auf irgendeinen springt jeder an.“

Update Sonntag, 20. Januar: Wie ein Schwein eine ganze Branche beflügelt

Angeregter Austausch: (v.l.) Landrat Wolfgang Rzehak, Rudolf Bühler, Gründer der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall, und Vize-Landrat und Landwirt Klaus Thurnhuber.

Das „Mohrenköpfle“ ist ein echtes Glücksschwein. Bis vor 30 Jahren haben die Schwäbisch-Hällischen Landschweine mit ihrem schwarzen Kopf und Hinterteil allenfalls ein Schattendasein gefristet, jetzt sind sie das Markenzeichen für die Landwirtschaft einer ganzen Region. „Das ist die höchste Auszeichnung in der regionalen Lebensmittelvermarktung“, schwärmt Alexander Schmid. Der Geschäftsführer der Standortmarketing-Gesellschaft (SMG) Landkreis Miesbach hat den Besuch der Landkreis-Delegation auf dem Messestand der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin organisiert. 

Es sei wichtig, so Schmid, auch einmal über den Tellerrand der Bayernhalle hinauszuschauen. „Da kann man viel lernen und sich was abschauen“, sagt der SMG-Chef. Gerade im Hinblick auf die Öko-Modellregion Miesbacher Oberland. Zum Beispiel, wie man mit einer alten Schweinerasse die gesamte Landwirtschaft beflügeln kann. So hätten acht visionäre Erzeuger vor 30 Jahren eine Genossenschaft rund um das „Mohrenköpfle“ gegründet. Heute seien 1000 Bauern angeschlossen. Sogar eine Käserei habe man über den Aufschwung aus ihrer finanziellen Schieflage befreien können. „Da lebt eine ganze Region davon“, erklärt Schmid.

Doch auch bei den Nachbarn aus Österreich machten sich die Landkreis-Vertreter schlau. Hier sorgte vor allem die mit rund 50 Prozent hohe Quote an Bio-Bauernhöfen (im Landkreis sind es circa 30 Prozent) für staunende Blicke. Von den Südtirolern nahmen die Gäste hingegen vor allem den Tipp mit, sich noch stärker auf „vertikale Wertschöpfungsprozesse“ zu konzentrieren. Heißt: Die landwirtschaftlichen Erzeugnisse werden gleich in der Region weiterverarbeitet, etwa in einem Milchhof. „Dann“, sagt Schmid, „bekommen die Bauern auch bessere Preise.

Update Samstag, 19. Januar: Landrat trifft Honighoheiten

Landrat Wolfgang Rzehak mit Honigkönigin Katharina Eder (l.) und Honigprinzessin Doris Grünbauer.

Flankiert von zwei Hoheiten ist auch Landrat Wolfgang Rzehak nicht jeden Tag. Bei der Grünen Woche in Berlin war es aber so weit. Rzehak traf die Bayerische Honigkönigin Katharina Eder und die Bayerische Honigprinzessin Doris Grünbauer.

Update Freitag, 18. Januar: Großer Politiker-Auflauf am Stand der Alpenregion

Was für ein Auflauf bei der Alpenregion: Am ersten Tag der Grünen Woche in Berlin haben sich die Politiker am Landkreis-Stand die Klinke in die Hand gegeben. „Man ist ihnen gar nicht ausgekommen“, scherzt Harald Gmeiner, Vorstand der Alpenregion Tegernsee-Schliersee (ATS), die den gemeinsamen Messeauftritt von Firmen und Touristikern aus den Landkreisen Miesbach, Bad Tölz-Wolfratshausen und Weilheim-Schongau organisiert.

Entspannte Stimmung: (v.l.) Otterfings Bürgermeister Jakob Egsleder, SMG-Geschäftsführer Alexander Schmid, Gabi Leitner, ATS-Vorstand Harald Gmeiner, Ministerin Michaela Kaniber, Gabi Dubb und Landrat Wolfgang Rzehak.

So schaute nicht nur Bayerns Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber (CSU) auf eine Schmankerlprobe vorbei, sondern auch Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FWG), Umweltminister Thorsten Glauber (FWG) und Bundesentwicklungsminister Gerd Müller. Der Sympathiepreis gehe ganz klar an Kaniber, meint Gmeiner. Die Ministerin habe beim Bierzapfen bei der Brauerei Reutberg von ihrer Kindheit als Wirtstochter in Berchtesgaden erzählt und genussvoll den Käse aus dem Tegernseer Land probiert. „Der hat ihr ganz gewaltig gut geschmeckt“, schwärmt Gmeiner. Auch die Präsentation der Öko-Modellregion, bekanntermaßen ein Förderprojekt ihres Ministeriums, habe Kaniber „wohlwollend“ aufgenommen. 

Doch auch der Wirtschaftsminister habe sich interessiert gezeigt und die Anregungen der Landkreisvertreter zum Thema Naturtourismus sofort mit Block und Stift mitnotiert. „Sehr volksnah und entspannt“, findet Gmeiner. Letzteres gilt auch für die Anreise von Landrat Wolfgang Rzehak (Grüne) nach Berlin. Anders als 2018, als Sturmtief Friederike seine Zugfahrt durcheinander wirbelte, traf Rzehak heuer pünktlich ein. Er habe sich unmittelbar nach Beendigung des Katastrophenfalls im Landkreis auf den Weg gemacht, berichtet Gmeiner und fügt launig an: „Ich habe ihm um kurz vor Mitternacht an der Hotelbar getroffen.“

Update Donnerstag, 17. Januar: So liefen die Anreise und der Aufbau des Messestands

Viel zu tun: Das Team des Landkreis-Stands auf der Grünen Woche in Berlin bereitet sich auf den Messestart am Freitag vor. Zehn Tage lang können die Besucher in Berlin probieren, wie die Region schmeckt.

Mit Zug und Lkw ist die Delegation aus dem Landkreis zur Grünen Woche nach Berlin gereist. Das Personal mit der Deutschen Bahn, die Waren in einem Kühllaster der Brauerei Reutberg. Und alle sind heil in der Bayernhalle angekommen, berichtet Harald Gmeiner, Vorstand der Alpenregion Tegernsee-Schliersee (ATS), die den Messeauftritt federführend betreut. „Die Anreise war absolut reibungslos.“ 

Am Stand selbst herrschte am Donnerstag bunter Aufbau-Trubel. Die Mitarbeiter der Naturkäserei Tegernseer Land bestückten ihre Frischetheke, die Vertreter der Slyrs-/Lantenhammer-Destillerie rollten ihre Holzfässer in Position. Die Regale für die Gewürze von Herbaria, die Gläser der Genussschmelzerei Essendorfer und die Fläschchen und Tuben von Sixtus waren schnell gefüllt. Die Touristiker packten derweil ihre Broschüren über die Region aus, um den Gästen am Stand zu zeigen, wo denn die Schmankerl produziert werden.

„Wir machen das alles mit vereinten Kräften“, sagt Gmeiner. „Und ich denke, wir sind gut aufgestellt.“ Verglichen mit dem Geschehen in der Bayernhalle insgesamt galt das auf jeden Fall. „Da herrscht noch eine Mordshektik“, berichtet der ATS-Chef schmunzelnd. Die Landkreis-Vertreter lagen dagegen gut in der Zeit und können dem Messestart am heutigen Freitag entspannt entgegensehen.

Artikel von Mittwoch, 16. Januar: Gut vorbereitet für den Messe-Auftritt

Landkreis– Während viele Bürger im Landkreis wegen der schneeweißen Woche noch rot sehen, geht es für die Touristiker gedanklich bereits ab ins Grüne. Am Freitag, 18. Januar, eröffnet in Berlin die Internationale Grüne Woche. Und der Landkreis Miesbach ist diesmal mittendrin statt nur dabei.

Zehn Tage lang zeigen Alpenregion Tegernsee-Schliersee (ATS), Standortmarketing-Gesellschaft (SMG) Landkreis Miesbach und die Produzenten Lantenhammer/Slyrs, Sixtus, Herbaria, Essendorfer und die Naturkäserei Tegernseer Land den Besuchern an einem 62 Quadratmeter großen Stand in der Bayernhalle, wie die Region schmeckt. „Wir wollen über ein klares Bekenntnis zur Qualität Aufmerksamkeit erzeugen“, sagt ATS-Vorstand Harald Gmeiner. Das könne nur gelingen, wenn Tourismus und Unternehmen an einem Strang ziehen. „Wenn nur eine Seite allein vor Ort ist, hat es keinen Sinn.“

Lesen Sie auch: Grüne Woche: Kaum einer im Landkreis hat Bock drauf

Gewissermaßen eine Schlussfolgerung aus der jüngeren Vergangenheit. Da nämlich waren die Messeauftritte des Landkreises in Berlin ein bunter Mix, der jedes Jahr anders aussah (wir berichteten). 2018 machten Touristiker und Produzenten erstmals wieder gemeinsame Sache – allerdings noch unter Organisation von Starnberg. Heuer hat die ATS das Heft des Handelns in die Hand genommen. Zwar stellen am Stand auch die Landkreise Bad Tölz-Wolfratshausen und Weilheim-Schongau aus, die Firmen stammen aber mit Ausnahme der Klosterbrauerei Reutberg allesamt aus der Alpenregion Tegernsee-Schliersee. Auch der Genussregion Irschenberg habe er eine Beteiligung angeboten, berichtet Gmeiner. Allerdings ohne Erfolg.

Ein Stück Landkreis in Berlin: Das gelungene Erscheinungsbild des Messestands von 2018 will die ATS auch bei der Grünen Woche 2019 beibehalten. Diesmal liegt die Organisation aber rein bei ihr.

Die Gesamtkosten – 2018 waren es laut Gmeiner etwa 40 000 Euro – teilen sich die Messe-Teilnehmer anteilig untereinander auf. Auch einen Landkreis-Zuschuss gibt es wieder. „Ohne den würde es nicht funktionieren“, sagt der ATS-Chef. Da es sich bei der Grünen Woche aber eigentlich um eine Verbraucher- und nicht um eine Tourismusmesse handle, müssten sich auch die Produzenten finanziell beteiligen. „Nur wenn die Last gleichmäßig auf allen Schultern verteilt ist, wird es auch für alle attraktiv.“

Lesen Sie auch: ATS-Vorstand warnt: „Wir geraten zwangsläufig ins Hintertreffen“

Dass sich auch die Standbesucher wohlfühlen, dafür sorgt sechs bis sieben Mitarbeiter der beteiligten Firmen und Organisationen. Die probierbereiten Produkte sollen als Türöffner Appetit auf einen Urlaub in der Region machen. Die Schnee-Katastrophe, mit der der Landkreis zuletzt groß in den Schlagzeilen war, sollte bis dahin keine Rolle mehr spielen, hofft Gmeiner schmunzelnd: „Wir werden das Thema nicht ins Schaufenster hängen.“ Und auch keinen Schneemann in der Kühltruhe bauen. Weiß hat bei der Grünen Woche Hausverbot.

sg

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