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Vier Routen rund um Miesbach: So könnte der Laufpark aussehen. Die gezeigten Strecken sind jedoch nur ein erster unverbindlicher Entwurf.

Grünes Licht für Planung eines Laufparks

Miesbach soll zum Läufer-Paradies werden

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Miesbach will einen Laufpark einrichten. Der Kulturausschuss hat nun die ATS beauftragt, konkrete Strecken zu planen. Ziel ist es, den Breitensport zu fördern.

Die Kreisstadt hat eine neue Marketing-Nische entdeckt. Als Markt-, Behörden- und Schulstadt hat sie sich bereits einen Namen gemacht, nun soll der Breitensport in Miesbach gefördert werden – mit einem Laufpark. Im Kulturausschuss zeigten sich die Mitglieder von dem Projekt, das das Kommunalunternemen Alpenregion Tegernsee Schliersee (ATS) im Auftrag der Stadt entwickelt, überzeugt. Einstimmig wurde der Einstieg in die konkrete Planung in Auftrag gegeben.

Variierender Untergrund ist wichtig

Die Laufpark-Idee ist einfach, wie ATS-Geschäftsleiter Thorsten Schär im Ausschuss erklärte. Es ist ein Netz aus mehreren Rundwegen, die Läufern verschiedene Strecken anbieten: Mehr oder weniger Gefälle, verschiedene, aber exakt benennbare Längen, variierender Untergrund und unterschiedliche Umgebungen machen den Reiz aus. Absolutes Neuland sei ein Laufpark in der Region allerdings nicht, stellte Schär mit Blick auf den Laufpark Isarwinkel bei Bad Tölz fest, „aber in Miesbach lässt so etwas recht gut realisieren, weil es noch nicht viele solcher Angebote gibt“. Und das Wichtigste sei bereits vorhanden: eine schöne, abwechslungsreiche Landschaft.

Laufpark soll Breitensport unterstützen

Aufgekommen ist die Idee im Dialog zwischen dem Team des Waitzinger Kellers und der ATS. Das Kulturzentrum wollte etwas im Bereich Nordic Walking anbieten, um die Stadt im Bereich Breitensport attraktiver zu machen. Dabei kristallisierte sich dann das Laufpark-Projekt heraus. „Es ermöglicht eine Lenkung der Nutzer, bietet den Sportlern eine Leistungskontrolle und spricht eine sehr breite Zielgruppe an“, zählte Schär die Vorteile auf.

Zielgruppe: Einheimische und Tagungsgäste

Dass eine Belebung des Tourismus in der Kreisstadt damit nicht einhergehen wird, bestätigte auch Schär: „Lauftouristen werden wir damit kaum bekommen. In erster Linie geht es um die Einheimischen, die man so zum Sport einladen kann. Regelmäßig aktive Läufer können neue Strecken ausprobieren, und Einsteiger finden durch die einfach lesbare Beschilderung einen leichten Einstieg in den Sport.“ Hinzu kämen Tagungsgäste, die etwas Sport treiben wollen, sich aber vor Ort nicht auskennen.

Starten könnte der Laufpark am Waitzinger Keller. An diesem zentralen Ort gebe es Parkplätze, und man könne in alle Richtungen loslaufen. Eine Tafel soll den Läufern einen Überblick geben, was sie auf welcher Route erwartet und welcher Schwierigkeitsgrad verlangt wird. Die Mindestlänge sollte laut Schär bei 20 Kilometern liegen – „das wären zwei Strecken“. Höchstens sollten es 50 bis 60 Kilometer bei drei bis vier Strecken sein.

Positive Resonanz im Kulturausschuss

Im Ausschuss wurde das Projekt positiv aufgenommen. „Eine gute Idee, die Menschen für Sport zu motivieren“, fand Franz Mader (FWG), und Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU) sagte, dies könne ein „wichtiges Projekt“ werden – es dürfe jedoch kein Schilderwald entstehen. Die Kosten werden auf 10 000 bis 12 000 Euro geschätzt, da die ATS nicht unentgeltlich tätig wird.

Spielt der Stadtrat mit?

Mit dem Beschluss wird nun ein Streckennetz erarbeitet, dann folgen die Planung der Beschilderung und das Bekanntmachen sowie Erklären der Strecken, bevor es an die Umsetzung geht. Spannend wird dabei sein, wie der Stadtrat auf das Projekt reagiert. Angesichts der angespannten Haushaltslage wurde zuletzt mehrfach angemahnt, Beschlüsse über Ausgaben genauer zu bedenken. Wie berichtet, muss Miesbach erneut Schulden aufnehmen.

ddy


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