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So soll der neue Marktplatz aussehen: Sowohl am Märchenbrunnen 1 und südlich des Wäschegeschäfts Grabmaier 2 sollen gemütliche Aufenthaltsflächen entstehen. Ein neuer Gehweg 3 lenkt Fußgänger am Außenbereich des Bräuwirts vorbei und dient am Markttag als Rettungsweg. 

Grünes Licht für Umgestaltung

Neuer Marktplatz soll Wohlfühl-Zone werden

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Der neue Marktplatz kommt. Der Miesbacher Stadtrat hat am Donnerstagabend grünes Licht für die Umgestaltung gegeben. Start der Arbeiten ist schon im Mai, aber nicht jeder freut sich ... 

Miesbach - Es waren viele Gespräche nötig, um einen breiten Konsens zu erzielen. Zehn Mal kam die fraktionsübergreifende Arbeitsgruppe Marktplatz mit Zweitem Bürgermeister Paul Fertl (SPD), Astrid Güldner (Grüne), Initiator Markus Seemüller (FW) und Dirk Thelemann (CSU) zusammen, je drei Mal wurde mit dem Gewerbeverband Gemeinschaftswerbung Miesbach (GWM) und der Initiative Marktplatz getagt. Das Ergebnis ist eine weitgehend fixe Planung, die die sogenannten vier Weisen nun im Stadtrat vorstellten. „Das Ziel ist ein Wohlfühl-Bereich für Groß und Klein“, sagte Seemüller.

In Zusammenarbeit mit Architekt Thomas Schneider liegt nun ein belastbarer Plan vor. Dabei hat sich seit August 2017, als das Quartett den ersten Entwurf vorgestellt hatte, noch etwas verändert. Neu ist der Fußweg, der am Außenbereich des Bräuwirts vorbeiführt. Am Marktdonnerstag soll der Streifen als Rettungsweg freibleiben – zur Freude der Feuerwehr. Geblieben sind die drei Motorradstellplätze, zwei Radlständer, neue Bänke am Märchenbrunnen sowie ein markierter Gehweg quer über den Marktplatz. Zudem wird die Gastro-Fläche vor dem Marktcafé vergrößert – der Parkplatz davor wird aufgelöst.

Noch nicht definiert ist die Möblierung der Freiflächen vor dem Wäschegeschäft Grabmaier und zwischen dem Eiscafé und dem Brunnen. Im Raum stehen Sitzgelegenheiten, ein begehbarer Bücherschrank, der in einer Telefonzelle untergebracht werden könnte und vom Lions Club mit Büchern bestückt werden soll, sowie eine Ladestation für E-Bikes.

Doch es gibt ein Problem: Die Ausstattung der Freiflächen – vor allem Sitzmöbel und flexibles Grün – soll den Markt am Donnerstag möglichst wenig einschränken. „Man kann dem Bauhof nicht zumuten, die Sachen jede Woche wegzufahren und wieder aufzustellen“, betonte Bürgermeisterin Ingrid Pongratz (CSU). Fertl stimmte bedingt zu: „Der Bauhof soll möglichst wenig Arbeit haben, aber a bissl was kann er leisten.“

Insgesamt bekam die Planung Lob von den Stadträten, wenngleich Erhard Pohl (CSU) mahnte, keine teuren Sachen anzuschaffen, damit man sie „nach dem Versuch“ nicht „in die Tonne klopfen“ müsse. Dem widersprach Seemüller: „Wir starten einen Prozess, keinen Versuch. Wir können Dinge, die noch nicht passen, korrigieren, aber wir gehen nicht zurück.“ Dies bestätigte auch Thelemann: „Wir wollen eine Lösung, nicht den Versuch einer Lösung.“ Dies sei auch im Sinn der Geschäftsleute. „Die haben zu uns gesagt: Macht’s was Gscheits.“ Und Güldner konkretisierte: „Denen geht es um eine einheitliche Formensprache – nicht da Plastik und dort Holz.“ Wie genau die Möblierung und Markierung aussehen soll, wird am Montag in kleiner Runde zusammen mit dem Bauhof erörtert.

Gar keine Zustimmung gab es von Markus Baumgartner (CSU). „Das hilft den Geschäftsleuten in ihrer schwierigen Lage nicht“, stellte der Einzelhändler fest. Parkplätze seien bei einer immer älteren Generation wichtiger. Dem widersprach Thelemann: „Wenn das Problem Online-Handel heißt, hilft nur Aufenthaltsqualität.“

Gegen die Stimme von Baumgartner beschloss der Stadtrat, ab Mai mit der Umgestaltung zu beginnen. Im Oktober soll eine Bewertung durchgeführt werden, die auch Korrekturen zulässt. Die neue Beschilderung für Tempo 20 wird bis auf Weiteres zurückgestellt. Die 18.000 Euro Kosten dafür sollen vermieden werden. Damit bleibt ein freies Budget von 50.000 Euro.

ddy

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