Zeugnisverleihung, Abitur, Gymnasium Miesbach
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Erlauchter Kreis: Schulleiter Rainer Dlugosch (2.v.l.) und Landrat Olaf von Löwis mit den drei besten Abiturienten des Jahrgangs (v.l.) Lisa Pfleger, Johanna von Mengershausen und Sarah Stang.

Zeugnisverleihung in der Turnhalle

Gymnasium Miesbach: Ausnahme-Jahrgang feiert Ausnahme-Abi

  • Alexandra Korimorth
    vonAlexandra Korimorth
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Ein Ausnahme-Abi eines Ausnahme-Jahrgangs gab es am Gymnasium Miesbach zu feiern. Damit nicht genug: Auch der Ort der Zeugnisverleihung war außergewöhnlich.

Miesbach – In reichlich großem Abstand saßen die 54 Miesbacher Abiturienten und ihre Eltern auf Bierbänken in der großen Dreifachturnhalle des Schulcampus, als Schulleiter Rainer Dlugosch zu seiner Laudatio anhob. Er gratulierte den Abiturienten wie auch ihren Eltern und Angehörigen zum Bestehen der Reifeprüfung und dankte allen, die an der Bildung und Erziehung dieses Abiturjahrgangs beteiligt waren. Der war in mehrfacher Hinsicht etwas Besonderes.

Insgesamt erreichte der Jahrgang eine Gesamtnote von 2,17, was nicht nur im Vergleich zum zurückliegenden Jahrgang eine hervorragende Leistung darstelle, sondern auch im bayern- und bundesweiten Vergleich „echt spitze“ sei, freute sich Dlugosch. Der Notendurchschnitt in Bayern liege bei 2,24, die Bayernquote beim erfolgreichen Bestehen bei 96,21 Prozent. In Miesbach haben aber nicht nur 98,18 Prozent die Allgemeine Hochschulreife geschafft, sondern auch überdurchschnittlich viele mit einer Eins vor dem Komma – nämlich 5,55 Prozent (Bayern: 2,61 Prozent) und damit 20 von 54 bestandenen Prüfungen. Zur hervorragenden Leistung eines 1,0-Abi-Schnitt haben es Johanna von Mengershausen, Elisa Pfleger und Sarah Stang gebracht.

Schulleiter kritisiert Kultusministerium

„Diese Leistung ist nicht hoch genug einzuschätzen, insbesondere wenn man bedenkt, unter welchen Bedingungen das letzte Semester stattgefunden hat“, lobte Dlugosch mit Blick auf die coronabedingte Schließung des Gymnasiums am Freitag, 13. März. „Keiner von uns wusste, wann und wie es weitergehen sollte. Ihr wurdet zwar digital, so weit es uns möglich war, von uns versorgt, aber ihr wart im Wesentlichen auf euch selbst gestellt“, sagte Dlugosch in Richtung der Absolventen. Auch eine kritische Anmerkung zum Verhalten der Staatsregierung konnte sich der Schulleiter nicht verkneifen: „Zwischenzeitlich hat sich das Kultusministerium alle Mühe gegeben, uns bei eurer Vorbereitung aufs Abitur fast täglich aufs Neue zu verunsichern.“

Besondere Gratulation an Einführungsklasse

Umso mehr gratulierte Dlugosch dann insbesondere den zwölf Schülern aus den Real- und Mittelschulen, die 2017/18 das erste Mal die Einführungsklasse bildeten und heuer zum Abitur zugelassen wurden. „Sie mit zum Teil guten und sehr guten Leistungen bestanden“, freute sich Dlugosch. Allen Absolventen wünschte er eine glückliche Wahl beim weiteren Ausbildungs- und Berufsweg. Er riet beim Aufbau auf das „hochkarätige Ausbildungsfundament“, auf die innere Stimme zu hören, nicht allzu lange mit einer Entscheidung zu warten, sondern „die Sache einfach anzugehen“ und sich vor allen Dingen immer wieder neue Ziele zu setzen.

Lesen Sie auch: Gymnasien bemühen sich um würdige Zeugnis-Übergabe: „Nicht einfach abfrühstücken“

Dem schloss sich auch Bürgermeister Gerhard Braunmiller an, der den Abiturienten sowohl zur Spezialisierung riet, als auch einer Standort- und Zielbestimmung drei Mal im Jahr: „Schalten Sie ihr Köpfchen ein. In jedem Mensch steckt mehr, als er weiß.“

Bevor Elisa Pfleger, Veronika Weinzierl und Anian von Mengershausen launig ihre Schulzeit und kritikreich das „verbesserungswürdige Coronakrisenmanagement inklusive mangelnden Engagements einiger Lehrer in Sachen Online-Schooling“ Revue passieren ließen, lobte Landrat Olaf von Löwis die Leistung aller Abiturienten überschwänglich: „Einen Riesenrespekt, dass ihr das Abi in dieser Corona-Zeit geschafft habt!“

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