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Gymnasium Miesbach erneut als Umweltschule in Europa mit drei Sternen ausgezeichnet

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Von: Dieter Dorby

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Eine Auszeichnung für die gesamte Schule: Die aktuelle Fahne für 2020 zeigen zusammen mit Lehrern und Schülern Schulleiter Rainer Dlugosch und Biologielehrerin Martina Stahl. Foto: Thomas Plettenberg
Eine Auszeichnung für die gesamte Schule: Die aktuelle Fahne für 2020 zeigen zusammen mit Lehrern und Schülern Schulleiter Rainer Dlugosch und Biologielehrerin Martina Stahl. © Thomas Plettenberg

Eine Auszeichnung zu gewinnen ist nicht leicht. Umso schwerer ist es, sie im Folgejahr zu verteidigen. Das ist nun dem Gymnasium Miesbach gelungen.

Miesbach – Wie im Vorjahr bekam die Schule den Titel „Umweltschule in Europa / Internationale Nachhaltigkeitsschule“ verliehen – und zwar mit drei von drei erreichbaren Sternen. „Die bekommt man nur, wenn Nachhaltigkeit und Umsetzung strukturell verankert sind“, erklärt Biologielehrerin Martina Stahl. „Deshalb“, so ergänzt Schulleiter Rainer Dlugosch, „ist es für uns eine sehr hohe Auszeichnung.“

Dass nicht nur ein gutes Projekt eingereicht wurde, sondern ein ganzes Konzept, nach dem Umwelt und Nachhaltigkeit im Alltag gelebt werden, sei ein Verdienst der gesamten Schule, stellt Stahl fest. Dem stimmen auch ihre Kollegen Matthias Brandstäter (Kunst) und Christian Reiter (Chemie) zu.

Beim Wettbewerb mussten sich die Schulen für zwei Themenblöcke entscheiden. Das Gymnasium entschied sich für „Verbesserung des Müllkonzepts“ sowie für die „Förderung der biologischen Vielfalt in der Schulumgebung“. Das Thema Müll haben die Schüler selbst eingebracht. „Dabei haben sie zunächst den Ist-Zustand an der Schule erhoben und dann die Lage dargestellt“, erklärt Chemielehrer Christian Reiter. Und zwar mit eigenen Präsentationen, wie Kunstlehrer Matthias Brandstäter ergänzt.

Gelbe Tonne als konkretes Ergebnis

Das Ergebnis ist nicht nur eine neue gelbe Tonne für recyclingfähige Wertstoffe, sondern auch die entsprechende Beschilderung und optische Gestaltung. „Die Tafeln wurden in der Schule angebracht“, berichtet Brandstäter. „Jetzt weiß jeder, wie es geht.“ Dabei, so Dlugosch, habe die gesamte Schule mitgearbeitet. Bei der ökologischen Vielfalt wurden die bestehenden Aktivitäten wie Bienenstock, Blumenwiese, Biotop-Pflege als P-Seminar und Baumpflanzung erweitert.

Wie berichtet, hatte das Gymnasium die 400 Euro, die die Schule beim Tierwohl- und Klimaschutz-Wettbewerb „Echt kuh-l“ gewonnen hatte, an die Cana-Stiftung von Pastor Geoffrey Kyomuhendo in Uganda gespendet. Im Gegenzug besuchte Fred Walakira, der vom Ministerkandidaten in Uganda zum Flüchtling wurde und heute in Hausham lebt, die Schule. Die Folge war die Aufbereitung des Themas, wie eine ökologische Kakao-Plantage funktioniert. Eine Arbeit, die fächerübergreifend Erdkunde, Biologie, Deutsch, Kunst und Musik einband. Zudem gründeten sich eine Schüler-Arbeitsgemeinschaft und einen Lehrer-Arbeitskreis, um Nachhaltigkeit und Ökologie im Schulleben weiter zu entwickeln. Dabei entstand auch ein W-Seminar, in dem Schüler Ideen zu Konzepten umwandelten.

Praktischer Nutzen statt nur Demonstrieren

Nach den Diskussionen um die Teilnahme an Fridays For Future zur Unterrichtszeit sieht Dlugosch seine engagierten Schüler auf einem guten Weg: „Es geht ja nicht darum, nur nach München zu fahren, sondern Wege aufzuzeigen, wie wir in unserem direkten Umfeld etwas positiv verändern.“ Aus dieser Gruppe heraus sei auch das Müll-Konzept entstanden. Dlugosch sieht sich bestätigt: „Diese Nachhaltigkeit wird bei uns an der Schule gelebt. Sie gehört zu unserem täglichen Leben.“

(ddy)

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