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“Fühle mich wie ein Star“: Fred Walakira überglücklich über Spenden für Uganda

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Von: Sebastian Grauvogl

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Fred Walakira, Spende der Klasse 5b des Gymnasiums Miesbach
„Asante Sana – Thank you – Vielen Dank!“: Freudestrahlend nimmt Fred Walakira die Spende der Klasse 5b des Gymnasiums Miesbach entgegen. 550 Euro hatten die Schüler mit ihrem Lehrer Markus Arnold für ihren vierten Platz beim bundesweiten Wettbewerb „Echt kuh-l!“ gewonnen. 400 Euro fließen nach Uganda, für den Rest gönnten sich die Schüler selbst etwas: tafelweise fair produzierte Schokolade. © Thomas Plettenberg

Fred Walakira ist happy. Nachdem er seine Geschichte im Miesbacher Merkur erzählt hat, fliegen ihm die Herzen der Menschen zu - und die Spenden für die Menschen in Uganda.

Miesbach – Auf Swahili bringt Fred Walakira seine Gefühlslage zum Ausdruck. „Asante Sana!“ ruft der 46-jährige Haushamer den Fünftklässlern am Gymnasium Miesbach zu – und setzt dann mit ihnen gemeinsam zu einem rhythmischen Klatschen an. Obwohl die Schüler der Klasse 5b der Amtssprache Ugandas nicht mächtig sind, spüren sie, was ihnen ihr Gast sagen will: „Ein ganz herzliches Dankeschön.“

Und das sagt Walakira oft in diesen Tagen. Nicht nur für die 400 Euro, die die jungen Gymnasiasten mit ihren Lehrern Markus Arnold und Matthias Brandstäter nach der erfolgreichen Teilnahme am bundesweiten Wettbewerb „Echt kuh-l!“ an die CANA Stiftung von Pastor Geoffrey Kyomuhendo für etwa 200 unter Hunger, Naturkatastrophen und den Folgen des Coronavirus leidenden Familien in Uganda gespendet haben. Nein, auch sonst ist Walakira in diesen Tagen für vieles dankbar.

Nachdem er im Miesbacher Merkur seine bewegende Geschichte vom Ministerkandidaten in Uganda zum Flüchtling erzählt hat, fliegen ihm die Herzen nur so zu. „Ich fühle mich ein bisschen wie ein Star“, sagt Walakira. Plötzlich würden ihn die Leute auf der Straße ansprechen, dass sie ihn in der Zeitung gesehen hätten. Seine Chefs im Winklstüberl in Fischbachau, wo der 46-Jährige als Geschirrspüler arbeitet, hätten den Artikel sogar kopiert und im Café aufgehängt.

Im Klassenzimmer der 5b erzählt Walakira hingegen von seinem früheren Job als Berater von Farmern in Uganda. Er erklärt den aufmerksam lauschenden Schülern auf Englisch, wie aus Kakao Schokolade wird – biologisch erzeugt und fair gehandelt. „Unsere Bauern verwenden keine Chemikalien“, betont Walakira, der organische Landwirtschaft studiert hat. Doch auch die menschliche Komponente und damit das Wohlergehen der Bauern und ihrer Arbeiter sei ihm stets ein Anliegen gewesen. „Wir haben immer darauf geschaut, dass die Kinder in die Schule gehen“, sagt Walakira und macht den Fünftklässlern damit deutlich, welch großes Privileg sie am Gymnasium Miesbach genießen.

Klasse 5b des Gymnasiums Miesbach belegt Platz vier bei bundesweitem Wettbewerb

Das ist den Schülern im vergangenen Schuljahr dank ihres fächerübergreifenden Projekts zum Thema nachhaltige Ernährung und Landwirtschaft immer wieder bewusst geworden. Trotz aller Einschränkungen durch die Corona-Pandemie sei es gelungen, beim Wettbewerb mit rund 3000 Teilnehmern den vierten Platz zu belegen, berichtet Arnold. Einen Tag vor dem Lockdown samt Schulschließung habe er noch mit seinem Smartphone das Bewerbungsvideo der Klasse aufgenommen.

Bei aller Freude über das tolle Ergebnis ist es Arnold aber wichtig, zu betonen, dass ein Preis nicht das vorrangige Ziel der Teilnahme war. „Mir geht es in erster Linie darum, dass die Schüler praktisches Wissen mitnehmen und das dann im Alltag anwenden.“ Das würden sie auch tun – mit Folgen für die Eltern, meint Arnold und lacht. „Die müssen jetzt alle Fairtrade-Produkte kaufen.“

Ganz im Sinne von Fred Walakira. Damit die Schüler auch geschmacklich erfahren, wie gut organisch erzeugte Schokolade schmeckt, hatte der 46-Jährige eine Tüte mit kleinen Probierstückchen mitgebracht. Und auch eine Einladung sprach Walakira aus. Alle Kinder und ihre Eltern seien eingeladen, das mit ihrer Spende unterstützte Projekt in Uganda zu besuchen. Da ging ein freudig-aufgeregtes Tuscheln durch die Bankreihen – gefolgt von einem begeisternd beklatschten „Asante Sana!“

Spenden

für die CANA Stiftung in Uganda sind möglich per Überweisung an folgendes Konto: EFG Bruckmühl –Christen in Hausham, IBAN: DE 67 7016 9598 0000 8193 87, Verwendungszweck: Hilfe für Uganda.

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