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Diese Vision ist schon Wirklichkeit: In der Boulderhöhle schauen die Kursteilnehmer aus der 12. Klasse – (v.l.) Richard Flekstad mit Lehrer Robert Platzer, Alexander Gerth und Maximilian Moosreiner Mitschüler Quirin Lewanskowski beim Klettern zu. 

Geplantes Schülerforschungszentrum in Miesbach

Gymnasium: Mint-Projekt fehlen nur noch drei Millionen

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Zwei Monate ist es ruhig gewesen um das geplante Mint-Projekt, das Rainer Dlugosch, Leiter des Miesbacher Gymnasiums, im alten Krankenhaus der Kreisstadt etablieren will. Dennoch ist viel passiert.

Miesbach – Begeisterung ist der Dreh- und Angelpunkt in Sachen Mint. Das gilt für das Thema ebenso wie für den Initiator. Denn Rainer Dlugosch hat ein ehrgeiziges Ziel: Die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik – diese bilden das Kunstwort Mint – sollen durch Praxiserfahrung, Forschen und Fördern belebt werden.

Wie berichtet, will der Schulleiter des Miesbacher Gymnasiums im zweiten Obergeschoss des alten Krankenhauses an der Haidmühlstraße ein Schülerforschungszentrum (SFZ) einrichten. Nicht nur Gymnasiasten, sondern auch Real-, Mittel- und Berufsschüler aus dem ganzen Landkreis und vielleicht sogar aus dem gesamten Oberland sollen dort unter der Anleitung von Lehrern und Wissenschaftlern der Münchner Universitäten forschen dürfen. Über praktisches Arbeiten sollen Talente Freude an diesen auch für die Wirtschaft wichtigen Bereichen entwickeln.

Die ersten Schritte sind – wie berichtet – bereits getan. Der Landkreis, den Dlugosch als Träger gewonnen hat, hat sich beim Kultusministerium beworben, um eine von sieben bayerischen Mint-Regionen zu werden. Als Teil des Mint-Netzwerks würde Miesbach zwei Jahre lang in den Genuss eines von der Staatsregierung geförderten Mint-Managers kommen. Zudem erhalten alle ausgewählten Regionen zwei Lehrerstellen fürs SFZ.

Die Chancen stehen nicht schlecht, sagt Dlugosch: „Unser Standort ist perfekt. Bis auf die FOS sind alle Schularten vor Ort, und für weitere Schulen in der Umgebung ist Miesbach verkehrstechnisch gut erreichbar.“ Dies gelte auch für die Münchner Unis. Und selbst wenn es nichts werden sollte als Teil der bayerischen Mint-Regionen: Auch dann soll das Schülerforschungszentrum verwirklicht werden. „Nicht umsonst hat der Landkreis das Prädikat Bildungsregion.“

Der nächste Schritt, der nun gemacht werden soll, ist die Gründung eines Fördervereins. Denn egal ob Miesbach Mint-Region wird oder nicht: Das Projekt braucht Geld – und das kommt weder vom Freistaat noch von Landkreis oder Kreisstadt. Rund drei Millionen Euro sind es, die der Förderverein für den Umbau des alten Krankenhauses akquirieren müsste. Dort sollen auf 400 Quadratmetern unter anderem Labors und Werkstätten entstehen.

Als Geldgeber sind laut Dlugosch Stiftungen denkbar, aber auch Privatleute und Unternehmen. Doch was soll motivieren, Geld zu investieren? „Man kann ein wirklich gutes Projekt unterstützen“, sagt Dlugosch. Ein Projekt, das gewissermaßen viele PS auf die Straße bringen soll. Doch dazu muss erst Begeisterung geweckt werden.

Dass diese Win-win-Situation funktioniert, davon ist der Schulleiter überzeugt. Auch die Standortmarketing-Gesellschaft, die enge Kontakte zum Unternehmerverband pflegt, ist an Bord.

Seine große Motivation erklärt Dlugosch so: „Ich hatte ein Schlüsselerlebnis bei der Abschlussfeier von Jugend forscht 2015.“ Was er dort an tollen Projekten der Schüler gesehen hatte, faszinierte ihn. Von seinem Gymnasium wurden ebenfalls drei Projekte ausgezeichnet. „Wenn man mit so bescheidenen Möglichkeiten, wie wir sie haben, so viel erreichen kann“, überlegte der Schulleiter, „was ist dann mit richtig guter Förderung möglich?“

Wie diese gezielte Förderung aussehen kann, ließ sich Dlugosch bei einem Besuch der Mint-Region Berchtesgadener Land zeigen. Über sogenannte Kontingentstunden – was in der Praxis auf weitere Lehrer hinausläuft – werden auch die Lehrkräfte der Schule eingebunden. Der positive Effekt laut Dlugosch: „Man inspiriert sich gegenseitig und trägt das auch in den allgemeinen Unterricht.“

Geldgeber zu finden ist eine Aufgabe, die dem Förderverein zukommt. Deshalb ist es wichtig, dieses Gremium engagiert zu besetzen. Einige Kandidaten will Dlugosch demnächst ansprechen, jedoch begrüßt er auch Interessenten, die sich einbringen wollen. „Man kann sich gerne jederzeit bei mir melden.“

Dass Dlugosch Visionen umsetzen kann, hat er bereits bewiesen. Nachdem das in Miesbach geplante Kletterzentrum nach Weyarn abgewandert war, entwarf der Oberstudiendirektor ein Konzept, wie er an seiner Schule eine Kletterwand nebst Boulderhöhle realisieren könnte – im Mai 2014 war das. Auch damals fehlte das Geld, bis sich auf den Bericht unserer Zeitung hin ein anonymer Spender bei Dlugosch meldete. Viel Arbeit war nötig, um das Vorhaben umzusetzen. Der Förderverein der Schule übernahm dafür völlig neue Aufgaben als Bauherr, doch Ende 2015 war die Anlage eingeweiht.

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