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Direkter Austausch: Die rund 40 Bürger hatten beim Infoabend Gelegenheit, den Vertretern von Behörden und Polizei ihre Bedenken zu schildern.

Überraschung bei der Infoveranstaltung

Am Gschwendt: Stadt darf bei Belegung mitbestimmen

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Miesbach - Die Anwohner vom Gschwendt in Miesbach sind ihre wohl größten Sorgen angesichts des Baus von 22 Wohnungen für Asylberechtigte und sozial Schwache los.

Bei der Infoveranstaltung im Bräuwirt sagte die Regierung bei der Belegung der Wohnungen eine Beteiligung von Stadt, Landratsamt und Helferkreis zu.

Infos aus erster Hand von allen beteiligten Stellen – das war das Ziel der Informationsveranstaltung, die am Montagabend im Saal des Miesbacher Bräuwirts stattfand. Bürgermeisterin Ingrid Pongratz hatte die Zusammenkunft koordiniert, sodass am Podium das Staatliche Bauamt Rosenheim mit Amtsleiter Eugen Bauer, die Regierung mit Maximilian Herbst (Flüchtlingsunterbringung), das Landratsamt Miesbach mit Fachbereichsleiterin Maria Grünwalder (Ausländer- und Asylangelegenheiten) sowie die Stadt Miesbach mit Pongratz und Bauamtsleiter Lutz Breitwieser vertreten waren. Katharina Schreiber, Leiterin der Polizeiinspektion Miesbach, komplettierte die Runde. Die Moderation übernahm Landratsamtssprecher Birger Nemitz.

Im Vorfeld hatte die Rathaus-Chefin die Erwartungen gedämpft: Es stehe noch nicht viel fest – Fragen würden offen bleiben. Dennoch, für die Bürger war die Veranstaltung am Ende ein Erfolg. Den meisten ging es nämlich nicht um bauliche Details, sondern um die Belegung der 22 Wohnungen, von denen 15 anerkannten Asylbewerbern vorbehalten sind.

Wie Herbst erklärte, stehe derzeit nicht fest, wer Anfang 2018 einziehen wird: „Wir müssen sehen, wen wir dann haben.“ Ziel sei es jedoch, Familien unterzubringen. Einige Wohnungen könnten unter Umständen aber auch an Wohngemeinschaften vermietet werden – was viele Zuhörer verwunderte. Denn für die bis zu vier Bewohner pro Wohnung sind nur zwei Schlafräume vorgesehen. 

Den genauen Stand der Planung lesen Sie hier.

Eine bewusste Enge, wie Herbst erklärte: „Die Leute sollen sich ja mit der Zeit eigenen Wohnraum suchen.“

Während Stadträtin Inge Jooß als Integrationsbeauftragte der Stadt zu bedenken gab, dass man auch mit deutschen Mietern ein Risiko habe, stellte eine Anwohnerin klar: „Einzelne sind sicher kein Problem, aber uns sorgt die Konzentration von Männern in einer Wohnung.“ Zumal die Stadt bei der Auswahl ja nichts zu sagen habe. Dem widersprach Herbst: „Die Mieter werden in Abstimmung mit Stadt und Landratsamt ausgewählt.“ Denn die Regierung habe keinen Einblick in die Verhältnisse vor Ort. Pongratz sprach sich zudem dafür aus, dass Jooß und Max Niedermeier, der Integrationsbeauftragte des Landkreises, ebenfalls einbezogen werden: „Die Mischung der Bewohner soll passen.“

Lesen Sie auch: Kommentar zum Wohnungsbau am Gschwendt: Miteinander reden hilft beiden Seiten.

Damit ist nun eine zentrale Sorge der Anwohner vom Tisch. Dies bestätigt auch Niedermeier: „Das ist mehr als begrüßenswert, dass wir unsere Erfahrungen einbringen können. Wir kennen die Menschen und wissen, wer integrationswillig ist.“ Dass am Ende nicht genug Familien gefunden werden, bezweifelt der Integrationsbeauftragte: „Die finden wir.“

Auch seitens der Polizei wurde Unterstützung zugesagt, wie Inspektionsleiterin Schreiber versicherte. Bei Problemen solle man einfach anrufen. Zudem bekräftigte Pongratz, dass die Stadt als Anlaufstelle fungieren will. Fragen zum Projekt sollen einfach im Rathaus eingereicht werden. Man bleibe in engem Kontakt.

ddy

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